Köln - Zwei Tote, ein Milliardenschaden und noch etwa 40 Jahre Arbeit mit der Restaurierung von Dokumenten und Büchern - das ist die Bilanz drei Jahre nach dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln.
Am Ende war Wolfgang Overath nur noch zermürbt von Grabenkämpfen und unaufhörlicher Kritik an seiner Präsidentschaft. Resigniert, unter Tränen und auch mit spürbarem Zorn zog er sich nach mehr als sieben Jahren an der Spitze des 1. FC Köln zurück.
(dpa) - Letzter Kraftakt mehr als anderthalb Jahre nach dem Archiv-Einsturz in Köln: Die noch verschütteten restlichen zehn Prozent der wertvollen Archivgüter sollen nun aus einem unterirdischen Schuttkrater geborgen werden. «Von 30 Kilometern Regalbeständen sind noch drei Kilometer da unten in der Tiefe», sagte der Stellvertretende Leiter des Historischen Stadtarchivs, Max Plassmann, am Donnerstag. «85 Prozent haben wir geborgen, zehn Prozent werden wir jetzt noch hoffentlich bis...
Chaostage, Brennpunkt, Scherbenhaufen und Untergang sind nur einige Schlagworte, die das Drunter und Drüber beim 1. FC Köln auf den Punkt bringen sollen.
Ein Jahr ist es her, als das Kölner Stadtarchiv von einer Minute auf die andere einfach verschwand. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben und unzählige Dokumente wurden beschädigt. Die genauen Gründe für den Einsturz sind bis heute nicht geklärt.
Fast ein Jahr liegt der Einsturz des Kölner Stadtarchivs zurück - und noch immer hagelt es neue Schreckensmeldungen vom U-Bahn-Bau. Weil die Schächte mangelhaft gesichert wurden, hat die Stadt in dieser Woche sogar eine Evakuierung erwogen.
Bei der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen hat die CDU ihre Stellung als stärkste Kraft in den Städten und Gemeinden halten können. Allerdings verliert sie wichtige Bürgermeisterposten an die SPD - unter anderem in der größten NRW-Stadt Köln.
Für die CDU und Ministerpräsident Rüttgers könnten es schmerzliche Niederlagen werden: Bei den Kommunal- und Bürgermeisterwahlen in NRW drohen Verluste, besonders in wichtigen Großstädten. Doch auch die SPD hat wenig Grund zur Freude.
Kleines Wunder in Köln: Mehr als einen Monat nach dem Einsturz des Stadtarchivs haben Feuerwehrleute einen abgemagerten aber unverletzten Kater aus den Trümmern an der Unglücksstelle geborgen.
Der Verdacht, dass der Bau der U-Bahn mit dem Einsturz des Stadtarchivs zusammenhängt, erhärtet sich weiter. Die Staatsanwaltschaft hat in ganz Deutschland Büros durchsucht und Unterlagen beschlagnahmt. Unterdessen geht der Bau der U-Bahn weiter.
Vier Wochen nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs hat die Staatsanwaltschaft mit einer Großrazzia ihre Suche nach den Verantwortlichen der Katastrophe intensiviert. Rund 200 Beamte waren dazu in ganz Deutschland unterwegs.
Fritz Schramma verzichtet auf eine erneute Kandidatur als Stadtoberhaupt in Köln. Er zieht damit die Konsequenzen aus der Kritik an seinem Krisenmanagment nach dem Einsturz des Stadtarchivs. Spekulationen über seine Nachfolge haben begonnen.