... Von 1970 bis 1980 war er Präsident des PEN-Zentrums und später Mitglied im Zentralvorstand des DDR-Schriftstellerverbandes. Kahlau war Sozialist, stand aber den Lehren wie der Praxis kritisch gegenüber.Der Liedermacher und Schriftsteller Hans-Eckardt Wenzel (56) würdigte in einem Nachruf seinen Freund und Kollegen. Kahlaus Leben sei «an die Wirrnisse und Träume des 20. Jahrhunderts gebunden». «Vielen meiner Generation wurden seine Verse zu einer ersten Begegnung mit Lyrik. Er...
... Stücken durfte niemand in den Westen. Es sei denn, er wurde dem Staat ungemütlich. So wie der DDR-Schriftsteller Hans Joachim Schädlich. Er hatte sich gegen die Ausbürgerung seines Landsmanns Wolf Biermann aufgelehnt und ein systemkritisches Buch verfasst. Nur knapp entging er einer Verhaftung. Nach langem Hin und Her wurde seinem Ausreiseantrag in die BRD stattgegeben. Mitten in der Nacht reiste er mit seiner Frau und den beiden Kindern aus. Tochter Susanne war damals zwölf, ihre...
... und Individuum aus historischer Perspektive deutlich.Auch an einen anderen großen DDR-Schriftsteller wird in diesen Tagen erinnert. Am Freitag (16. Dezember) jährt sich zum zehnten Mal der Todestag Stefan Heyms. Der unbequeme Mahner gehörte wie Christa Wolf zu jenen Autoren, die nach den Erfahrungen von Krieg und Nazizeit ihr Schreiben dem Aufbau einer menschlichen Gesellschaft widmen wollten. «Meine Generation ist über Auschwitz zum Sozialismus gekommen», sagte Wolf...
Nicht nur mit ihrem letzten Werk Stadt der Engel erregte sie großes Aufsehen: Christa Wolf war wegen ihrer Verstrickungen mit der Stasi eine umstrittene, aber bedeutende Schriftstellerin. Jetzt starb sie im Alter von 82 Jahren.
... Wolf, Stefan Heym oder auch Hermann Kant stand (aber wie Kant war de Bruyn auch im Vorstand des DDR-Schriftstellerverbandes), so hat er doch längst seinen Platz in der deutsch-deutschen Literaturgeschichte inne. Dies gilt spätestens seit seinen beiden vielbeachteten autobiografischen Bänden «Zwischenbilanz» (1992) und «Vierzig Jahre» (1996). «Daß es Schriftsteller wie Günter de Bruyn gibt, ist ein Segen», meinte sein Kollege Martin Walser Anfang der 90er Jahre, wie in den von Uwe...
(dpa) - Zwanzig Jahre lang bespitzelt der DDR-Schriftsteller Paul Gratzik als Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit Kollegen und Freunde. Darunter auch große Namen wie Theaterautor Heiner Müller. Anfang der 80er Jahre sagt sich Gratzig von der Stasi los, er enttarnt sich und steht von nun an selbst im Visier des DDR-Geheimdienstes. In ihrer Dokumentation zeichnet Annekatrin Hendel den widersprüchlichen Lebensweg eines Mannes nach, der heute zurückgezogen in der Uckermark...
... und der am Ende des Jahrhunderts den Literaturnobelpreis erhalten sollte.Sie wandten sich an den DDR-Schriftstellerverband mit Anna Seghers («Das siebte Kreuz») an der Spitze. Sie solle ihre Stimme erheben «gegen die Panzer, gegen den gleichen, immer wieder in Deutschland hergestellten Stacheldraht ..., der einst den Konzentrationslagern Stacheldrahtsicherheit gab».Der Publizist und später erfolgreiche Verleger Wolf Jobst Siedler («Wir waren noch einmal davongekommen») schrieb damals,...
... dpa.Kant war als Nachfolger von Anna Seghers von 1978 bis 1989 auch einflussreicher Präsident des DDR-Schriftstellerverbandes. «Es handelte sich um den Versuch, deutscher Geschichte eine andere Richtung zu geben. Weder der Versuch noch sein Scheitern werden mit einer Fußnote abgetan bleiben. Und weniger die Lobsänger der DDR als vielmehr deren Aktenverweser sorgen dafür, dass die 40 Jahre Haupttext bleiben.»Die DDR sei ein Teil deutscher Geschichte gewesen, «wie die DDR-Literatur ein...
... (dpa) - Vermutlich wird nie ganz zu klären sein, welche Rolle Hermann Kant als Präsident des DDR-Schriftstellerverbandes von 1978 bis zum bitteren Ende 1989 und auch als Mitglied des SED-Zentralkomitees wirklich gespielt hat. «Vielleicht ist er ein Halunke, aber schreiben kann er», meinte «Literaturpapst» Marcel Reich-Ranicki über ihn. An diesem Dienstag wird Kant, der heute zurückgezogen im Mecklenburgischen lebt, 85 Jahre alt.Unbestritten hat der «Großschriftsteller» der DDR...
... Anna Seghers, sie dürfe zum Mauerbau nicht schweigen. Seghers war damals Vorsitzende des DDR-Schriftstellerverbandes.Die Haltungen der Autoren in Ost und West zum Mauerbau und dessen Folgen für ihr Werk standen am Wochenende im Mittelpunkt einer Tagung der Deutschen Gesellschaft in Berlin unter dem Motto «Geteilter Himmel - geteiltes Land? Deutsche Autoren und die Mauer», unter anderem mit Rolf Hochhuth, Thomas Brussig und Helga Schubert.Brussig («Helden wie wir»,...
... Auflagen von mehr als zwei Millionen Exemplaren. Die Trauerrede hielt der frühere Präsident des DDR-Schriftstellerverbandes, Hermann Kant. Rund 100 Menschen gaben der Toten das letzte...
... Hermann Kant direkt stellen möchte, was ihn dazu bewogen hat, später auch als Präsident des DDR-Schriftstellerverbandes. Haben Sie Kontakt mit Kant oder Wekwerth? Grass: Nein. Ich war 1990, als Kant gedrängt wurde, aus dem Schriftstellerverband und dem PEN-Club auszutreten, anderer Meinung als manche Schriftsteller. Ich hätte gerne weitergestritten mit ihm. Welche Reaktion erhoffen Sie sich vom Publikum auf der Leipziger Buchmesse? Grass: Der Verfasser Kai Schlüter hat, was auch...
... widersetzen können». Der Durchbruch auch im Westen Deutschlands gelang dem regimekritischen DDR-Schriftsteller Anfang der 80er Jahre mit der Novelle Drachenblut (Der fremde Freund). «Es ist ein Buch über ein modernes Lebensgefühl», nannte Hein es einmal. «Es geht um Fremdheit, Kälte, Isolation. Lediglich in der Tatsache, dass es in einem sozialistischen Land eben nicht anders, humaner zugeht, mag man eine spezifische Provokation gesehen haben.» Die Sätze der...