München/Bozen - Seine Todesursache ist geklärt, seine DNA entschlüsselt, nun haben Forscher Blutreste der 5300 Jahre alten Gletschermumie «Ötzi» gefunden.
(dpa) - Fast 20 Jahre nach dem Fund der Gletschermumie Ötzi widmet das Südtiroler Archäologiemuseum der Leiche eine Sonderausstellung. Höhepunkt der in Bozen eröffneten Schau «Ötzi20 - Life Science Fiction Reality» ist eine Rekonstruktion des 5300 Jahre alten Alpenmannes.Die Rekonstruktion beruht auf anatomischen 3D-Aufnahmen des Schädels. Sie zeigt den steinzeitlichen Ötzi als einen von Wind, Wetter und den Widrigkeiten seines Lebens tief geprägten Menschen. Am 19. September...
... gab. Beteiligt sind Mikrobiologen vom Karolinska Institut und dem Seruminstitut in Stockholm. Die Gletschermumie aus der Jungsteinzeit gilt seit der Entdeckung 1991 in den Ötztaler Alpen in Südtirol als Weltsensation. «Vielleicht kann das, was wir bei Ötzi sehen, unser Verständnis von Bakterien verbessern, die resistent gegen Antibiotika sind», sagte der schwedische Bakteriologe Lars Engstrand in der Zeitung «Svenska Dagbladet».Engstrand und der deutsche Mediziner Peter Malfertheiner...
... der Gletscherbahn. Schautafeln geben einen Einblick in die Lebensumstände vor 5300 Jahren. Die Gletschermumie selbst befindet sich im Archäologiemuseum in Bozen - natürlich eisgekühlt. Skifahren auf dem Gletscher Schneemann statt Sandburg bauen - auf den Pisten vieler Gletscherskigebiete lässt es sich auch im Sommer prima abfahren. Ganzjährig in Betrieb sind beispielsweise die 18 Lifte auf dem Hintertuxer Gletscher im Zillertal in Tirol sowie die zwölf Lifte des Theodulgletschers...
... Weichteile dort gefriergetrocknet werden. Am bekanntesten ist Ötzi, die 1991 in Tirol gefundene Gletschermumie aus der Jungsteinzeit. Der mumifizierte Ötzi-Hase «Ötzi zeigen wir in unserer Ausstellung zwar nicht, dafür aber den Ötzi-Hasen», sagt Füldner. Hierbei handelt es sich um einen mumifizierten Hasen, der ebenfalls aus der Region des Ötzis stammt. «Eine natürliche oder künstlich herbeigeführte Mumifizierung ist aber nicht immer so leicht zu...
18 Jahre nach der Entdeckung der Gletschermumie «Ötzi» in den Alpen ist der Rechtsstreit um den Finderlohn nunmehr rechtlich geklärt. Hobbybergsteiger Helmut Simon hatte die Mumie gemeinsam mit seiner Ehefrau Erika im September 1991 am Hauslabjoch entdeckt. Auf den Fund folgte ein langer Rechtsstreit über die angemessene Prämie. 2004 starb Simon bei einem Bergunfall. Fünf Jahre nach seinem Tod habe die Südtiroler Landesregierung in Bozen nun einem Vergleich zugestimmt,...
Aus 16 Blickwinkeln kann die berühmte Mumie Ötzi im Internet betrachtet werden. Wissenschaftler haben den Gletschermann einem hochauflösendem Photoscan unterzogen und präsentieren die Ergebnisse sowohl zwei– als auch dreidimensional.
... der im Computer erfassten Fossilien, etwa der Schädel der mehr als 5000 Jahre alten Gletschermumie «Ötzi» und die Pfeilspitze, die in seiner Schulter steckt. Überdies zeigt die Ausstellung die Bilder von Mumien, die mittels CT-Scans komplett durchleuchtet wurden. Das Besondere an der Technik sei die Unversehrtheit der Fossilien, betonte auch die stellvertretende Museums-Direktorin Bärbel Auffermann. «Dass man Mumien nicht einmal auswickeln muss - und...
... und Kniegelenken sowie Stoffwechselstörungen und ein erfrorener Zeh - und darüber, dass die Gletschermumie vermutlich ermordet wurde. Ein steinerne Pfeilspitze im Schulterbereich der Leiche soll der Beweis dafür sein. Nun soll die ganze Welt auch noch erfahren, was Ötzi vor seinem Tod zu sich nahm: Seine karge letzte Mahlzeit bestand offenbar aus Moos und Wasser. Ingesamt konnten Wissenschaftler im Verdauungstrakt des mumifizierten Gletschermanns sechs verschiedene Moosarten...