... zweitwichtigste Figur findet sich folglich auch in diesem dritten Teil. Er wird ganz von Professor Feinlein geprägt. Wie viele andere im Buch ist auch er vor allem eines: verlassen. Darin entwickelt er jedoch eine mitreißende Glaubensstärke. «Wir glauben mehr als wir wissen», das zentrale Zitat des Romans stammt von Professor Feinlein, einem Experten für das Glaubenkönnen. Feinlein sei der «historische Hallraum» für Percy, sagt Walser. «Percy praktiziert das, was Feinlein auch...
... Figuren sind Verlassene und müssen damit fertig werden. Exemplarisch ist dafür dieser Professor Feinlein im dritten Teil, der in seiner Verlassenheit eine Glaubensstärke entwickelt. Er wird im Buch zum Spezialisten für das Glaubenkönnen. Seine Erfahrung ist: "Wir glauben mehr als wir wissen." Und: "Glauben macht die Welt schöner, als sie ist."»Wie wäre die Welt, wenn wir nichts glauben würden?Walser: «Die Genesis ist einfach schöner als der Urknall. Das muss man zugeben. Da muss...
... er brauchen kann. Mich würde es natürlich freuen, wenn er alles brauchen kann. Der Held Augustin Feinlein zählt seit seinem 63. Geburtstag seine Lebensjahre nicht mehr. Wie erleben Sie das Älterwerden? Walser: Ich kann nicht von mir reden, allenfalls von Augustin Feinlein. Der ist tatsächlich von seinem eigenen Alter nicht beeindruckt. Das hat damit zu tun, dass er eine Liebe empfindet und nicht los wird, die 30 Jahre her ist. Diese Liebe zu Eva Maria, die nacheinander mit zwei anderen...
... mit folkloristischem Brauchtum, erhebender Kunst und Fetischverehrung, in dem sich sein Augustin Feinlein, Chef eines Psychiatrischen Landeskrankenhauses, mit wachsender Altersmüdigkeit mal tänzelnd, mal taumelnd auf den persönlichen Bankrott zu bewegt. Aber scheitert er tatsächlich an der Wirklichkeit, oder hat er sich nicht vielmehr listenreich sein persönliches Paradies, sein Jenseits, konstruiert? Der Novelle hat der 82-jährige Autor vom Bodensee einige Sätze des Mystikers Jakob...