Von news.de-Redakteurin - 12.07.2015, 08.00 Uhr

Sommermythen aufgeklärt: Wie entstehen Eiscreme-Hirnfrost, Sonnen-Nieser und Kaffee-Mundgeruch?

Gerade im Sommer gibt es einige körperliche Phänomene, die uns immer wieder verwundern. Wieso zum Beispiel stellt sich beim Eisessen der berühmte Hirnfrost ein, wieso verursacht ein Blick in die Sonne einen Niesanfall und wieso sorgt der Eiskaffee für üblen Mundgeruch? Wir klären diese Sommermythen für Sie auf!

Autsch, das tut weh! Ein Biss ins Eis und schon ist der fiese Gehirnfrost da - doch wie entsteht Kältekopfschmerz überhaupt? Bild: aijiro / Fotolia

Was gibt es schöneres, als in der Sommersonne zu sitzen und in die Strahlen zu blinzeln? Ganz genau: Schöner wäre es, wenn nicht jeder Blick in die Sonne unweigerlich mit einem Kribbeln in der Nase und dem daraus resultierenden Niesen enden würden. Fast so zuverlässig wie das Schnuppern an einem Pfefferstreuer jagt ein "Hatschi!" das nächste, sobald man in die Sonne schaut. Doch warum reagiert unser Körper so auf Sonnenstrahlen?

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Niesreiz beim Blick in die Sonne - wie kommt das?

Die Antwort darauf heißt photischer Niesreflex und beschreibt das unweigerliche Kribbeln in der Nase, sobald man sich in hellem Licht befindet. Zwar leiden nicht alle Menschen, sondern nur maximal ein Drittel aller Erdenbürger, unter diesem Phänomen, wobei der photische Niesreiz häufiger bei Frauen als bei Männern anzutreffen ist. Was den photischen Niesreflex auslöst, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Möglicherweise spielen jedoch eine genetische Vorbelastung sowie der Verlauf bestimmter Nervenbahnen eine Rolle dabei, ob man den photischen Niesreflex hat oder nicht. Allerdings sind sich die Mediziner einig, dass eine verkrümmte Nasenscheidewand das Risiko erhöht, bei Exposition mit hellem Licht niesen zu müssen.

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Bohrender Kopfschmerz beim Eisessen: Wie entsteht Kältekopfschmerz?

Ist der Niesreiz erst mal überwunden, braucht der Körper im Sommer erst mal eine Stärkung - zum Beispiel in Form eines köstlichen Eisbechers. Doch kaum ist der erste Löffel Eiscreme in den Mund gewandert, ist auch er bereits da: der gefürchtete Hirnfrost! Die Schläfen scheinen sich zu verkrampfen, der ganze Kopf hämmert und scheint gefroren zu sein. Bleibt die Frage: Was löst den Hirnfrost beim Eisessen (oder dem Konsum eines kalten Getränkes) überhaupt aus?

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In der Regel dauert so ein Hirnfrost-Anfall nur 20 Sekunden, die sich für den Betroffenen jedoch wie eine kleine Ewigkeit anfühlen können. Der Schmerz beginnt gewissermaßen im Mund: Wenn die kalte Eiscreme mit den Kapillaren in der Mundhöhle in Berührung kommt, ziehen sich letztere schlagartig zusammen. Das ist eine ganz natürliche Reaktion auf Kälte, mit der der Körper versucht, seine Organe zu schützen. Allerdings setzt der Organismus auch alle Hebel in Bewegung, um die plötzliche Kälte auszugleichen - und zwar mit einer Extraportion Blut, die er ins Gehirn pumpt. Das verursacht eine Art Überdruck in den Blutgefäßen, der sich wiederum als Kältekopfschmerz äußert. Ist das Eis erst mal heruntergeschluckt, wird es jedoch keinesfalls besser: Die körpereigene Regulierung geht schlagartig zurück, die Kapillargefäße erweitern sich und eine weitere Welle Hirnfrost in die Folge. Autsch!

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Fieser Mundgeruch nach dem Kaffeetrinken - So entsteht er

Na dann eben kein Eisbecher, sondern ein angenehm temperierter Eiskaffee, der erfrischt schließlich auch! Das ist unbestritten wahr, wäre da nicht die eine Nebenwirkung, die einem jeden Kaffeegenuss vergällen könnte... Kaum ist der erste Schluck genommen, macht sich ein fader Geschmack in der Mundhöhle breit, gefolgt von wenig attraktiven Ausdünstungen aus dem Mund. Dabei sind Kaffeebohnen in zerkauter Form doch bekannt dafür, Mundgeruch zu vertreiben - wieso tut das aufgebrühte Produkt der Kaffeebohne dann das genaue Gegenteil?

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Fakt ist: In unserer Mundhöhle tummeln sich mehr als 500 verschiedene Bakterienarten. Diese sind nicht gefährlich, sondern richtig nützlich: Sie spalten Nahrungsbestandteile auf und setzen dabei Schwefelkomponenten frei, die bekanntlich alles andere als gut riechen. Je nachdem, welche Lebensmittel wir zu uns nehmen, werden mal mehr, mal weniger Schwefelbestandteile freigesetzt. Die schlechte Nachricht für alle Kaffee-Fans: Das Koffeingetränk sorgt für eine besonders säure- und zuckerhaltige Mundflora, was wiederum das Bakterienwachstum anregt. Wer also Kaffee trinkt, kann den fiesen Mundgeruch danach einfach nicht vermeiden.

Keine Muckis trotz Fitnessstudio - hier erfahren Sie den Grund dafür!

Wer sich weder für Eisbecher noch für Eiskaffee interessiert, sondern nur einem traumhaft gestählten Körper hinterherjagt, um am Strand eine gute Figur zu machen, der flitzt bestimmt regelmäßig ins nächstgelegene Fitnessstudio, um seine Muckis zu trainieren. Doch einige Leute können Hanteln stemmen und Liegestütze machen, so oft sie wollen - die Muskelberge à la Arnold Schwarzenegger wollen sich einfach nicht einstellen. Ist das falsche Training schuld oder ist Mutter Natur einfach nur gemein? Tendenziell stimmt eher letzteres: Jeder Mensch hat von Natur aus eine Art Höchstgrenze, wie groß seine Muskeln durch Training aufgepumpt werden können. Schuld daran ist ein Protein namens Myostatin, das die Muskeln und ihr Wachstum kontrolliert. Je nachdem, wie viel Myostatin ein Mensch im Körper hat, können auch die Muskeln wachsen - je weniger des Proteins vorhanden ist, umso größer werden die Muckis.

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loc/lvo/news.de

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