Von news.de-Redakteurin - 20.01.2018, 07.30 Uhr

Schokolade gut für Gesundheit?: Darum ist Schokolade KEIN Wundermittel

Wer sündigt nicht gern mit einem Stück? Schokolade soll ja bekanntlich vieles können: Gut für die Haut, schlecht für die Zähne oder eine Vorsorge gegen Herzinfarkt. Doch nicht alles, was der süßen Nascherei nachgesagt wird, stimmt tatsächlich.

Jeder Deutsche hat 2015 etwa 12 Kilogramm Schokolade gegessen. Bild: dpa

Knapp zwölf Kilogramm Schokolade haben die Deutschen allein im Jahr 2015 pro Kopf verzehrt. Damit liegt Deutschland laut Statista.de auf Platz eins im EU-Vergleich. Ob die Lust auf Pralinen im Winter ansteigt, ist zwar nicht bekannt - aber durchaus wahrscheinlich, man denke nur an Weihnachten.

Aber viele kennen es sicherlich: Gerade in der dunklen Jahreszeit, wenn die Tage kürzer werden, steigt der Appetit auf die dunkle Süßigkeit - schließlich macht Schokolade glücklich, oder? Na gut, wissenschaftlich ist das bislang nicht nachgewiesen. Tatsache ist aber, dass sich um Schokolade zahlreiche Mythen ranken. Sie soll gesund fürs Herz sein und Lust auf mehr machen. Doch ist da tatsächlich etwas dran?

Dunkle Schokolade senkt das Herzinfarkt-Risiko

Tatsächlich haben mehrere Studien herausgefunden, dass der Schokoladenkonsum das Risiko für einen Herzinfarkt durchaus senken kann. Wie ein Forscherteam von der University of Aberdeen Aberdeen herausfand, sinkt die Gefahr von Herzkreislauferkrankungen um elf Prozent bei den Personen, die regelmäßig Schokolade essen. In der Studie befragten die Wissenschaftler 21.000 Menschen im Alter von etwa 60 Jahren zu ihren Essgewohnheiten und begleiteten sie 12 Jahre lang.

Auch eine achtjährige Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam kam zu ähnlichen Ergebnissen. In der Gruppe der Teilnehmer mit dem höchsten Schokoladenkonsum von 7,5 Gramm pro Tag gab es knapp 40 Prozent weniger Herzinfarkte beziehungsweise Schlaganfälle. Bislang ist nicht genau geklärt, warum sich Schokolade derart positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt. Weitere Studien weisen jedoch auf sogenannte Flavonole hin, die vor allem in Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil, etwa 70 Prozent, enthalten sind. Die "Deutsche Herzstiftung" weist jedoch darauf hin, dass der Konsum von Schokolade ohne vermehrte Bewegung zu Gewichtszunahme und schlimmstenfalls Übergewicht führt, was wiederum das Risiko für Herzkreislauferkrankungen erhöht.

Schokolade geht direkt in den Kopf und verursacht Migräne

Doch Schokolade kann auch noch andere Nebenwirkungen haben. Dass man vom Pralinen-Naschen durchaus Migräne bekommen kann, ist nicht von der Hand zu weisen. Ursächlich dafür ist Histamin, ein Botenstoff, der bei Abwehrreaktionen des Immunsystems, zum Beispiel bei Allergien und Asthma, eine zentrale Rolle spielt. Menschen, die Histamin aufgrund des fehlenden oder verringerten Enzyms Diaminoxidase (DAO), nicht richtig abbauen können, vertragen Schokolade nur schlecht. Denn Kakao hemmt nicht nur die DAO, sondern setzt auch Histamin im Körper frei. Dadurch kann es zu Symptomen, wie migräneartigen Kopfschmerzen, kommen. Je mehr Kakaoanteil eine Schokolade aufweist, desto ausgeprägter sind die Symptome.

Weiße Schokolade ist viel gesünder

Bleiben wir bei gesundheitlichen Nebenwirkungen durch Schokolade. Wer hat nicht schon gehört, dass weiße Schokolade viel gesünder als stark kakaohaltige Schoki ist. Für Menschen mit einer Histaminunverträglichkeit mag das durchaus zutreffen. Aber sonst kann diese Behauptung gut und gern ins Reich der Mythen verbannt werden. Denn weiße Schokolade enthält keinen Kakao, sondern nur das Fett der Kakaobohne und auch deutlich mehr Zucker als Schokolade, vor allem solche, die einen hohen Kakaoanteil über 70 Prozent hat. Mit dem fehlenden Kakao sind in dem weißen Pendant auch kaum noch Flavonole und andere gesunde Inhaltsstoffe enthalten.

Schokolade gut für die Haut und gegen Falten

Dass Schokolade Akne begünstigt oder gar Pickel sprießen lässt, ist wissenschaftlich bislang nicht belegt. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass die Inhaltsstoffe von Kakao gut für die Haut sind, das betrifft insbesondere die Kakaobutter. Sie wird in zahlreichen Beauty- und Pflegeprodukten verwendet und soll nicht nur die Haut mit Feuchtigkeit versorgen, sondern auch die Hautalterung verlangsamen.

Lust auf mehr! Ist Schokolade ein natürliches Aphrodisiakum?

Schokolade macht nicht nur schön, sondern wirkt auch noch aphroidisierend? Leider nein. Zwar enthält Kakao Phenylethylamin, das Blutdruck und Puls in Wallungen bringt, allerdings ist die in Schokolade enthaltene Dosis viel zu gering, als dass sie sich spürbar positiv auf die Libido auswirken könnte.

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kad/loc/news.de

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