Donald Trump Pressesprecherin: Erst blamiert, dann gefeuert – wurde Katie Zacharia zum Bauernopfer?

Katie Zacharias Karriere im Weißen Haus endete nach nur fünf Tagen. Ein brisantes "Fox News"-Interview könnte ihren Rauswurf beschleunigt haben. Wurde Trumps Pressesprecherin gezielt in eine Falle gelockt?

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Katie Zacharias kurzes Karriere-Aus – nach fünf Tagen muss sie schon wieder gehen (Foto) Suche
Katie Zacharias kurzes Karriere-Aus – nach fünf Tagen muss sie schon wieder gehen Bild: picture alliance/dpa/AP | Manuel Balce Ceneta
  • Katie Zacharia scheiterte im Interview mit Trump-Vertrautem Sean Hannity
  • Laut Insidern soll Stabschefin Susie Wiles bei der Organisation des Gesprächs mitgewirkt haben
  • Das Weiße Haus weist alle Vorwürfe zurück, dass Zacharia gezielt vorgeführt wurde

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Nur fünf Tage dauerte Katie Zacharias Zeit als Pressesprecherin im Weißen Haus. Dann war ihre Karriere in Donald Trumps Regierung bereits wieder beendet. Laut einem Bericht von "Politico" könnte hinter ihrem schnellen Aus nicht allein ihre schwache Leistung stecken. Demnach soll Stabschefin Susie Wiles eine entscheidende Rolle bei einem umstrittenen Fernsehinterview gespielt haben, das Zacharia zusätzlich unter Druck setzte. Das Weiße Haus weist die Vorwürfe zurück.

Fox News Interview wird für Zacharia zum Verhängnis

Wie "Politico" laut "Bild" unter Berufung auf zwei mit den internen Abläufen vertraute Informanten berichtet, soll Susie Wiles dabei geholfen haben, einen Auftritt Zacharias bei Sean Hannity zu organisieren. Der Moderator von "Fox News" gilt als enger Vertrauter des US-Präsidenten. Statt eines gelungenen Einstands entwickelte sich das Gespräch jedoch zu einer unangenehmen Befragung. Hannity konfrontierte die 41-Jährige mit ihrem misslungenen ersten Pressebriefing und widersprüchlichen Angaben zu ihrer beruflichen Laufbahn. Zacharia hatte bei ihrem ersten Auftritt vor Journalisten lediglich drei Fragen zugelassen. Sie erklärte, sie habe kaum Zeit zur Vorbereitung gehabt und die nötigen Unterlagen erst am Morgen erhalten. Als Hannity nachhakte, ob sie damit auch dem Team von Susie Wiles mangelnde Unterstützung vorwerfe, geriet die Sprecherin weiter in Erklärungsnot.

Zweifel an ihrer Anwaltskarriere

Besonders unangenehm wurde das Interview, als Hannity Zacharias Angaben zu ihrer juristischen Qualifikation thematisierte. Die Pressesprecherin räumte ein, dass sie 2011 durch das Anwaltsexamen gefallen war und die Prüfung anschließend nicht wiederholt hatte. Auf die Frage, ob sie sich trotzdem als Anwältin bezeichnet habe, bestätigte Zacharia dies. Zugleich betonte sie, keine Rechtsberatung angeboten zu haben und auch nicht beabsichtigt zu haben, als Anwältin zu arbeiten. Am folgenden Morgen äußerte sich Trump zu ihrer Zukunft im Weißen Haus. Er habe ihr nahegelegt, die Aufgabe noch einmal zu überdenken, erklärte der Präsident vor Journalisten. Hinter den Kulissen soll er laut "Politico" deutlich härter über Zacharia geurteilt haben. Dem Bericht zufolge habe Trump ihr Talent für die Arbeit vor der Kamera infrage gestellt. Kurz darauf wurde ihre Entlassung bekannt.

Wurde Zacharia bewusst ins offene Messer geschickt?

Die Berichterstattung über die Vorgänge im Weißen Haus wirft die Frage auf, ob Zacharias Auftritt gezielt so vorbereitet wurde, dass sie scheitern musste. Ein Informant bezeichnete das Interview laut "Politico" als einen "abgesegneten Abschuss". Wiles soll Hannity die neue Sprecherin regelrecht "zum Fraß vorgeworfen" haben.

Belege dafür, dass die Stabschefin tatsächlich eine Intrige gegen Zacharia plante, liefert der Bericht jedoch nicht. Aus dem Umfeld des Weißen Hauses werden die Vorwürfe zurückgewiesen. Ein hochrangiger Mitarbeiter erklärte, Wiles und Hannity stünden zwar miteinander in Kontakt, ein solches Vorgehen entspreche aber nicht ihrer Art. Auch Trumps Kommunikationsdirektor Steven Cheung bezeichnete die Darstellungen als "Spekulation" und "Fiktion". "Fox News" verwies seinerseits darauf, dass Hannity selbst über seine Gesprächspartner und die Fragen in seinen Interviews entscheide.

Ein Sender-Insider sieht die Verantwortung dagegen bei der entlassenen Sprecherin selbst. "Sie hat sich mit ihrer eigenen Leistung selbst erledigt", lautet seine Einschätzung.

Kürzeste Amtszeit im Weißen Haus

Mit nur fünf Tagen im Amt blieb Zacharia noch kürzer als Anthony Scaramucci, der 2017 nach elf Tagen als Kommunikationsdirektor entlassen worden war. Ob Zacharias Ende tatsächlich das Ergebnis einer gezielten Aktion war oder vor allem auf ihre eigenen Fehler zurückzuführen ist, bleibt offen.

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