Natalie Harp: Dieses Detail aus der Vergangenheit der Trump-Gehilfin gibt Rätsel auf

Trump-Vertraute Natalie Harp soll schon als Jugendliche die Predigten des Pastors David Jeremiah besucht haben. Nun beleuchten Recherchen die religiöse Umgebung, die ihren späteren Weg ins Trump-Umfeld begleitete.

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Trump Vertraute Natalie Harp: Ihre religiöse Prägung durch einen einflussreichen Pastor (Foto) Suche
Trump Vertraute Natalie Harp: Ihre religiöse Prägung durch einen einflussreichen Pastor Bild: picture alliance/dpa/AP | Jose Luis Magana
  • Harp soll bereits mit etwa 13 Jahren Jeremiahs Predigten besucht haben
  • Ihr Bruder Preston schildert die Kirche kritisch und spricht von dogmatischen Lehren
  • Jeremiah spielte laut einem Religionswissenschaftler auch im Trump Wahlkampf 2016 eine Rolle

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Natalie Harp zählt zu den engsten Vertrauten von Donald Trump. Nun rückt die religiöse Umgebung in den Fokus, in der die heutige Mitarbeiterin des US-Präsidenten aufgewachsen sein soll. Nach Recherchen von "Raw Story" besuchte Harp bereits als Jugendliche Predigten des bekannten Pastors David Jeremiah.

Predigten prägten Harps Jugend

Harp soll nach Angaben ihres Bruders Preston bereits im Alter von etwa 13 Jahren regelmäßig Veranstaltungen von Jeremiah besucht haben. Während ihr Bruder die Kirche später verließ, habe sich Harp stärker an den Prediger und dessen Gemeinde orientiert. Preston Harp beschreibt das religiöse Umfeld allerdings kritisch. Bei Predigten sei aus seiner Sicht immer wieder vermittelt worden, dass Menschen mit abweichenden Glaubensvorstellungen verdammt seien. "Immer wenn in einer Predigt über Menschen gesprochen wurde, die das Evangelium nicht so glaubten, wie Jeremiah es dogmatisch auslegte, hieß es, sie seien zur Hölle verdammt", sagte er laut "Raw Story".

Jeremiahs Organisation Turning Point verbreitet bis heute christliche Inhalte über Fernsehen, Radio und digitale Plattformen. Nach eigenen Angaben erreicht das Medienangebot Millionen Menschen weltweit.

Pastor mit großer Reichweite

David Jeremiah gehört seit Jahrzehnten zu den bekannten Stimmen des US-amerikanischen Evangelikalismus. Sein Programm Turning Point wird über zahlreiche Sender ausgestrahlt. Die Organisation gibt für ihre Fernsehangebote eine Reichweite von Millionen Haushalten an. Auch in seinen aktuellen Veröffentlichungen stellt Jeremiah eine konservative christliche Glaubensvermittlung in den Mittelpunkt. Turning Point beschreibt seine Arbeit als weltweite Verbreitung biblischer Lehren. Für den Religionswissenschaftler J. Derrick Lemons ist Jeremiah deshalb eine Persönlichkeit mit erheblicher Reichweite. "Millionen und Abermillionen von Menschen haben ihn gesehen", wird Lemons in dem Bericht zitiert.

Verbindung zu Trump reicht bis 2016 zurück

Besondere Aufmerksamkeit erhält Jeremiahs politische Rolle während Donald Trumps erster Präsidentschaftskandidatur. Lemons untersuchte in einer wissenschaftlichen Arbeit die Bedeutung evangelikaler Pastoren für Trumps Wahlkampf 2016. Dabei geht es auch um ein Treffen in New York, zu dem Trumps Team im Juni 2016 zahlreiche einflussreiche Geistliche eingeladen hatte. Jeremiah gehörte laut der Darstellung zu den Teilnehmern. Nach Lemons Analyse sollte das Treffen dazu beitragen, Trump bei evangelikalen Wählern akzeptabler zu machen. Jeremiah habe dort eine Frage zu Israels Rolle gestellt, worauf Trump seine uneingeschränkte Unterstützung für Israel betont habe. Lemons bezeichnete die Veranstaltung später als eine Art Schneeballsystem, bei dem die anwesenden Pastoren die Botschaft anschließend in ihre Gemeinden weitergetragen hätten.

Umstrittene Vorwürfe gegen Jeremiah

Auch wirtschaftliche Aspekte der Arbeit des Pastors sorgen seit Jahren für Diskussionen. Ein ehemaliger Finanzchef von Turning Point behauptete 2014 gegenüber dem christlichen Magazin World, die Organisation habe Bücher Jeremiahs in großem Umfang gekauft, um deren Verkaufszahlen und damit die Chancen auf eine Bestsellerplatzierung zu erhöhen. Jeremiah bestätigte die konkrete Darstellung nicht. Er erklärte damals lediglich: "Man kann nicht einfach ein Buch schreiben und sagen: 'Ich werde nichts mit Marketing zu tun haben.'"

Der ehemalige Finanzchef bewertete die beschriebene Praxis hingegen als "irreführend und unethisch". Diese Vorwürfe sind jedoch Behauptungen eines früheren Mitarbeiters und nicht als erwiesene Tatsachen zu verstehen.

Harps Weg ins Trump Umfeld

Natalie Harp entwickelte sich später zu einer engen Mitarbeiterin Trumps. Ihre Nähe zum Präsidenten wurde auch von der New York Times thematisiert. Inzwischen begleitet sie Trump regelmäßig und gehört zu seinem unmittelbaren politischen Umfeld. Ihr Bruder sieht einen Zusammenhang zwischen ihrer religiösen Jugend und ihrem späteren politischen Engagement. Er selbst habe sich bereits als junger Erwachsener von der Kirche entfernt. "Ich wurde rausgeschmissen, weil ich ‚Zweifel' an ihrer Version des Christentums hatte", schrieb Preston Harp laut "Raw Story".

Die Geschichte von Natalie Harp zeigt damit eine ungewöhnliche Verbindung zwischen evangelikaler Prägung, konservativer US-Politik und dem inneren Umfeld des Präsidenten. Zugleich betont Lemons, dass Jeremiah selbst nicht durchgehend als politischer Aktivist aufgetreten sei und sich später auch von Trump distanziert habe.

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