Militärexperte mit düsterer Prognose: Diese 3 Nato-Länder könnte Wladimir Putin als Nächstes ins Visier nehmen

Der Militärautor David Swift warnt vor möglichen neuen Spannungen an Europas Ostflanke. Besonders drei Nato-Staaten könnten seiner Einschätzung nach im Fokus russischer Aggression stehen.

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Experte warnt vor möglichen neuen Konflikten: Diese drei Länder gelten als besonders gefährdet Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Alexander Kazakov

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Der Krieg in der Ukraine sorgt weiterhin für Sorgen über eine mögliche Ausweitung des Konflikts. Der Militärautor und Historiker David Swift hat deshalb drei Länder genannt, die er im Falle einer weiteren Eskalation für besonders gefährdet hält. Seine Einschätzung richtet den Blick vor allem auf die Nato-Ostflanke. Swift betont dabei insbesondere die geografische Lage und die vergleichsweise geringe Größe der baltischen Staaten. Eine tatsächliche Angriffsentscheidung des Kremls lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.

Estland, Lettland und Litauen im Mittelpunkt

Nach Einschätzung des Experten könnten Estland, Lettland und Litauen besonders verwundbar sein. Ausschlaggebend seien unter anderem ihre Lage an der russischen Grenze sowie die militärischen und demografischen Rahmenbedingungen. "Estland, Lettland und Litauen sind aufgrund ihrer geografischen Lage, ihrer geringen Größe und Bevölkerungszahl eindeutig am verwundbarsten", sagte Swift laut "Express". Besonders Litauen betrachtet der Historiker als komplizierten Fall. Das Land grenzt sowohl an die russische Exklave Kaliningrad als auch an Belarus. Swift verweist deshalb auf die Möglichkeit von Operationen, bei denen die direkte Beteiligung russischer Streitkräfte zunächst schwer eindeutig nachzuweisen wäre.

Warum Polen laut Experte nicht dazugehört

Auch Polen liegt unmittelbar an der Nato-Ostflanke und grenzt an Belarus sowie an die Ukraine. Swift hält einen russischen Angriff auf das Land derzeit jedoch für weniger wahrscheinlich als ein Vorgehen gegen die baltischen Staaten. Seine Begründung: Polen verfüge über deutlich größere militärische und gesellschaftliche Ressourcen. "Polen ist viel stärker und ich kann mir vorstellen, dass Putin es jetzt noch nicht testen will", erklärte der Militärautor. Die Einschätzung ist dabei ausdrücklich eine Expertenanalyse und keine bestätigte Information über konkrete russische Angriffspläne.

Diskussion über freiwilliges "Kriegsregister"

Neben möglichen Szenarien für die Nato-Ostflanke sprach Swift auch über die Debatte in Großbritannien. Dort wird über ein freiwilliges Register diskutiert, in dem Bürger ihre Bereitschaft zu einer Unterstützung im Verteidigungsfall erklären könnten. Ein solches Modell wäre nicht mit einer allgemeinen Wehrpflicht gleichzusetzen. Stattdessen könnten sich Freiwillige registrieren lassen und im Krisenfall für militärische oder zivile Aufgaben zur Verfügung stehen. Swift hält insbesondere eine solche freiwillige Beteiligung für denkbar, sollte Russland tatsächlich ein Nato-Mitglied angreifen. "Wenn es etwas Explizites und Offensichtliches gäbe, wie Bodentruppen oder Luftangriffe gegen ein Nato-Land, dann würden wir eine ernsthafte Reaktion und ein neues Gefühl der Dringlichkeit sehen", sagte er.

Auch die britische Wehrpflicht-Debatte spielt eine Rolle

Sollte Großbritannien irgendwann erneut über eine Wehrpflicht nachdenken, erwartet Swift zudem Ausnahmen für bestimmte Berufsgruppen. Angesichts des Bedarfs an einer leistungsfähigen Rüstungs- und Industrieproduktion könnten Fachkräfte dort dringend benötigt werden. Seiner Einschätzung zufolge könnten deshalb nicht nur klassische militärische Tätigkeiten eine Rolle spielen. Auch der Einsatz in strategisch wichtigen Industriezweigen könnte im Mittelpunkt einer möglichen künftigen Personalplanung stehen. Die Diskussion zeigt vor allem, wie stark die Sicherheitslage in Europa inzwischen auch innenpolitische Debatten über Verteidigung, Freiwilligendienste und gesellschaftliche Krisenvorsorge beeinflusst.

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