Ukraine-Krieg aktuell: Nach Trumps Diesel-Deal mit Putin – Ukraine setzt Ölterminal in Brand
Nach Trumps Diesel-Deal mit Putin brennt ein wichtiges Ölterminal in Russland. Ukrainische Drohnen sollen die Anlage bei Rostow am Don getroffen haben. Selenskyj kritisiert die Vereinbarung scharf.
Erstellt von Mia Lada-Klein - Uhr
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- Nach einem mutmaßlichen Drohnenangriff steigt Rauch über Rostow am Don auf
- Trump kündigte umfangreiche russische Diesel Lieferungen an die USA an
- Selenskyj warnt, dass das Geschäft Russlands Kriegskasse stärken könnte
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Kaum kündigt Donald Trump umfangreiche Diesel-Lieferungen aus Russland an, steht eine wichtige Ölanlage nahe Rostow am Don in Flammen. In der Nacht zum 10. Oktober meldeten russische Behörden einen Drohnenangriff auf die Hafenregion. Auch eine zentrale Ölverteilstation in der Region Samara geriet erneut ins Visier ukrainischer Streitkräfte. Der zeitliche Zusammenhang mit Trumps Vereinbarung sorgt für zusätzliche Brisanz.
A massive fire has broken out at the Novoshakhtinsk oil loading terminal in Rostov-on-Don, Russia. The terminal is an important part of southern Russia’s oil infrastructure. It is used to receive, store, and load petroleum products onto river-sea tankers, with an annual handling capacity of up to 3.5 million tonnes.
— Anton Gerashchenko (@Gerashchenko_en) October 10, 2026
Großbrand an russischem Ölterminal
Videos aus Rostow am Don zeigen dichte Rauchwolken und ein größeres Feuer auf dem Gelände eines Ölterminals. Nach Angaben ukrainischer Medien und lokaler Beobachter wurde die Anlage in der Nacht von ukrainischen Drohnen angegriffen. Der Gouverneur der Region, Juri Sljussar, bestätigte laut "Focus" einen Drohnenangriff und berichtete von einem Brand. Die genaue Schadenshöhe war zunächst unklar. Das Terminal dient dem Umschlag von Erdölprodukten für den Export. Es verarbeitet unter anderem Lieferungen aus der Raffinerie Nowoschachtinsk und spielt damit eine wichtige Rolle für Russlands Treibstoffwirtschaft. Über solche Anlagen erzielt Moskau Deviseneinnahmen und versorgt nach Angaben ukrainischer Stellen auch seine Streitkräfte mit Kraftstoff.
Ukraine attackiert erneut Anlage in Samara
Neben dem Brand in Rostow am Don meldete der ukrainische Generalstab einen weiteren Angriff auf eine Ölverteilstation in der russischen Region Samara. Die Anlage nahe dem Ort Proswet ist ein bedeutender Knotenpunkt für die Lagerung und Mischung von Rohöl. Dort entsteht unter anderem die russische Exportqualität Urals. Die Station war bereits wenige Tage zuvor angegriffen worden. Nach ukrainischen Angaben wurden bei dem vorherigen Angriff vier große Lagertanks zerstört und ein Feuer ausgelöst. Die Folgen des erneuten Angriffs würden noch geprüft.
Trump kündigt umfangreiche Diesel-Lieferungen aus Russland an
Der Angriff auf die Ölinfrastruktur fällt in eine politisch heikle Phase. US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag erklärt, Russland werde große Mengen Diesel für den amerikanischen Markt und den Weltmarkt bereitstellen. Zunächst seien mehr als 300.000 Tonnen vorgesehen. Im November sollten weitere 500.000 Tonnen folgen, danach eine Million Tonnen. Unter bestimmten Voraussetzungen stellte Trump zudem weitere Lieferungen in Aussicht. Trump bezeichnete seine Gespräche mit Wladimir Putin als erfolgreich. Auf Truth Social schrieb er, Russland werde "umgehend" mehr als 300.000 Tonnen Diesel liefern. Die Vereinbarung steht im Zusammenhang mit den hohen Treibstoffpreisen in den USA, die den Präsidenten vor den Zwischenwahlen im November unter Druck setzen. Die US-Regierung lockerte dafür bestimmte Beschränkungen für russische Dieselimporte.
Selenskyj warnt vor einer Verlängerung des Krieges
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte die Vereinbarung scharf. Aus seiner Sicht könnte Russland durch die zusätzlichen Einnahmen wirtschaftlich gestärkt werden, während der Krieg gegen die Ukraine weitergeht.
"Russland wird den Diesel mit weiterem Terror und weiterer Niedertracht vergelten", warnte Selenskyj laut einem Bericht von "The Independent". Er bezeichnete den Handel mit russischen Erdölprodukten zudem als "Investition in einen Krieg, der beendet und nicht verlängert werden muss".
Ein ukrainischer Vertreter hatte laut der "Financial Times" außerdem angekündigt, die Angriffe auf russische Raffinerien fortzusetzen. Die Botschaft dahinter ist deutlich: Kiew will die Einnahmen und die Versorgungskapazitäten der russischen Ölindustrie weiter unter Druck setzen.
Energiegeschäft und Krieg verschärfen den Konflikt
Die jüngsten Angriffe verdeutlichen den Gegensatz zwischen Trumps Bemühungen um zusätzliche Treibstofflieferungen und der ukrainischen Strategie, Russlands Energieinfrastruktur zu schwächen. Während Washington auf eine Entlastung des angespannten Dieselmarktes hofft, befürchtet Kiew, dass neue Geschäfte Moskau zusätzliche finanzielle Spielräume verschaffen. Ob die Brände die russischen Exportmengen spürbar beeinträchtigen, war zunächst offen. Ebenso bleibt abzuwarten, ob die angekündigten Diesel-Lieferungen tatsächlich im genannten Umfang und Zeitrahmen erfolgen. Klar ist jedoch, dass die Energieinfrastruktur weiterhin ein zentrales Ziel im Krieg zwischen Russland und der Ukraine bleibt.
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mlk/news.de
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