Katie Zacharia: Lüge von Trumps Neuer fliegt auf – sie hat eine Ausrede parat

Donald Trumps neue Pressesprecherin Katie Zacharia steht bereits kurz nach ihrem Amtsantritt in der Kritik. Sie hat die kalifornische Anwaltsprüfung nicht bestanden, wurde vom US-Präsidenten aber als "Attorney" bezeichnet.

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Katie Zacharia, die neue Pressesprecherin von US-Präsident Donald Trump, steht nach ihrem ersten Auftritt im Weißen Haus und Fragen zu ihrer juristischen Laufbahn unter Druck. (Foto) Suche
Katie Zacharia, die neue Pressesprecherin von US-Präsident Donald Trump, steht nach ihrem ersten Auftritt im Weißen Haus und Fragen zu ihrer juristischen Laufbahn unter Druck. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • Katie Zacharia hat die kalifornische Anwaltsprüfung 2011 nicht bestanden
  • Nach ihrem holprigen Debüt im Weißen Haus steht sie auch wegen ihrer juristischen Qualifikationen in der Kritik
  • Selbst Fox-News-Moderator Sean Hannity hakte bei der Trump-Vertrauten nach

Die neue Pressesprecherin des Weißen Hauses steht keine Woche nach ihrem Amtsantritt bereits massiv unter Beschuss. Katie Zacharia musste öffentlich zugeben, dass sie die kalifornische Anwaltsprüfung im Jahr 2011 nicht bestanden hat. Brisant daran: Über Jahre hinweg bezeichnete sie sich öffentlich als "Lawyer" – also als Juristin – ohne jemals eine Zulassung als Anwältin besessen zu haben.

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Lüge von Katie Zacharia entlarvt: Neue Trump-Sprecherin unter Beschuss

Ihr holpriges Debüt am Podium des Weißen Hauses sorgte intern für vernichtende Kritik, wie durchgestochene Nachrichten aus dem Trump-Umfeld zeigen. Selbst Fox-News-Moderator Sean Hannity, eigentlich ein verlässlicher Verbündeter der Trump-Regierung, stellte die naheliegende Frage: Warum habe sie die Sache nicht einfach von Anfang an offen zugegeben, statt sich in umständliche Erklärungen über den Unterschied zwischen "Lawyer" und "Attorney" zu verstricken?

Zacharias Premiere am Dienstag hinter dem Podium des Weißen Hauses geriet zum Desaster. Die Nachfolgerin von Karoline Leavitt wirkte sichtlich unwohl, stolperte durch ihr vorbereitetes Skript und leistete sich dabei einen bemerkenswerten Fauxpas: Sie bezeichnete Präsident Trump versehentlich als ihren Ehemann. Nach gerade einmal 14 Minuten war der Auftritt bereits beendet – in dieser Zeit ließ Zacharia lediglich drei Reporterfragen zu, bevor sie das Podium verließ. Beobachter beschrieben sie als unvorbereitet und überfordert. Das Weiße Haus und das Kommunikationsteam des Präsidenten versicherten anschließend, man sei von Zacharias Debüt angetan gewesen. Hinter den Kulissen zeichneten durchgesickerte Nachrichten aus dem engsten Regierungsumfeld allerdings ein völlig anderes Bild.

"Konnte kaum lesen" – Trumps eigene Leute rechnen mit Zacharia ab

Wie die "Daily Mail" berichtete, äußerten sich mehrere Regierungsmitarbeiter in geleakten Nachrichten schonungslos über den Auftritt. Ein hochrangiger Beamter der Trump-Administration formulierte es unverblümt: "Sie konnte kaum lesen." Ein anderer Insider meinte, Zacharia habe gewirkt, "als hätte man ihr in letzter Minute ein Blatt Papier in die Hand gedrückt, ohne sie richtig vorzubereiten." Manche witterten sogar gezielte Sabotage. "Wer im Gebäude wollte sie also scheitern sehen?", fragte ein Mitarbeiter. Ein republikanischer Kommunikationsexperte verzichtete gleich ganz auf Worte und antwortete stattdessen mit Emojis, die einen brennenden Müllcontainer darstellten. Besonders brisant war die Einschätzung eines weiteren hochrangigen Beamten: "Ihre Einstellung und das Briefing zeigen, dass dieses Weiße Haus jetzt zusammenbricht, wo es unter echtem Druck steht." Mit Blick auf den Iran-Konflikt fügte er hinzu: "Wir befinden uns im Kriegsmodus, und sie sind völlig ungerüstet."

Liebe als Ausrede für die durchgefallene Prüfung

In einem Interview mit dem rechten Sender Real America's Voice lieferte Zacharia am Donnerstag ihre Version der Ereignisse. Der Grund für das Scheitern bei der Anwaltsprüfung? Ihre Fernbeziehung. Ihr Mann Tyler habe damals für eine Private-Equity-Firma in Peking gearbeitet, während sie an der Pepperdine University in Kalifornien Jura studierte. Sie sei "unglaublich abgelenkt und überwältigt" gewesen, frisch verheiratet nach anderthalb Jahren Fernbeziehung. Das Ergebnis der Prüfung sei "ziemlich bedeutungslos" gewesen, da sie ohnehin nach China ziehen wollte. Dort arbeitete sie anschließend bei der Kanzlei Zhong Lun – allerdings beschrieb ein Partner der Firma gegenüber der "New York Times" ihre Tätigkeit als etwas, das eher einem bezahlten Praktikum ähnelte.

Selbst Sean Hannity zeigte sich bei Fox News wenig überzeugt: "Warum nicht einfach sagen: Ich war auf der Pepperdine Law School, habe die Prüfung einmal gemacht und nicht bestanden? Warum diese langgezogene Unterscheidung zwischen Lawyer und Attorney?"

Wenn der eigene Chef sie "Attorney" nennt

Besonders heikel: US-Präsident Trump selbst hatte Zacharia in seinem Ernennungspost auf Truth Social ausdrücklich als "Attorney" bezeichnet – also als zugelassene Anwältin. Eine Darstellung, die nachweislich falsch ist. Als Reporter sie am Dienstag vor dem Weißen Haus fragten, in welchem Bundesstaat sie die Anwaltsprüfung bestanden habe, antwortete Zacharia: "Als ich nach China gezogen bin." Später erklärte sie gegenüber der "New York Times", sie habe die Frage wegen des Lärms von Marine One falsch verstanden und geglaubt, man habe sie gefragt, wohin sie nach dem Jurastudium gegangen sei. Die Enthüllungen gehen auf Recherchen des Newsletters "Popular Information" zurück, dessen Autor Judd Legum keinerlei Belege dafür fand, dass Zacharia jemals eine Anwaltszulassung besaß. Inzwischen hat die Watchdog-Organisation "Campaign for Accountability" die kalifornische Anwaltskammer aufgefordert, mögliche Verstöße gegen das Berufsrecht zu prüfen.

Ein Weißes Haus unter Druck – und ohne stabile Stimme

Kommunikationsdirektor Steven Cheung stellte sich demonstrativ hinter die neue Pressesprecherin und nannte sie eine "wunderbare Ergänzung für das Team". Doch die Glaubwürdigkeitskrise dürfte damit kaum ausgestanden sein. Zacharia selbst wies den Vorwurf zurück, hinter dem Ganzen stecke "eine Art Verschwörung". Sie habe stets darauf geachtet, sich nicht als zugelassene Anwältin darzustellen. Immerhin räumte ein wohlwollender Insider ein: "Katie hat das noch nie gemacht, und ich finde es wahnsinnig, dass die Presseabteilung jemanden einfach so den Wölfen zum Fraß vorwirft. Aber es wird immer besser."

Ob diese Hoffnung berechtigt ist, bleibt abzuwarten. Die Kombination aus angezweifelten Qualifikationen, einem desaströsen Debüt und dem wachsenden Druck durch den Iran-Konflikt stellt das Weiße Haus vor eine Kommunikationskrise zur denkbar ungünstigsten Zeit.

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