Donald Trump: "Der größte Fehler!" Fox-Moderator stellt sich offen gegen Trump
Donald Trump bekommt Gegenwind ausgerechnet bei Fox News, einem wichtigen Sprachrohr des konservativen Lagers. Moderator Brian Kilmeade kritisiert den Russland-Kurs des US-Präsidenten scharf.
Von news.de-Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Brian Kilmeade kritisiert Trumps Russland-Kurs und warnt vor einer Zusammenarbeit mit Putin
- Rachel Campos-Duffy verteidigt den US-Präsidenten und stellt Selenskyjs Vorgehen infrage
- Der Streit bei Fox News dreht sich um russische Energieimporte, den Ukraine-Krieg und mögliche Friedensbemühungen
Es war ein Moment, der selbst hartgesottene Fox-News-Zuschauer überrascht haben dürfte: Brian Kilmeade, seit Jahrzehnten einer der treuesten konservativen Stimmen des Senders, ging am Sonntagmorgen (11.10.2026) bei "Fox & Friends Weekend" auf Konfrontationskurs mit Donald Trump. Der 62-jährige Moderator wetterte gegen die Russland-Politik des US-Präsidenten und fand dabei drastische Worte.
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"Der größte Fehler!" Fox-Moderator rechnet mit Trump-Politik an
Wladimir Putin sei "der moderne Hitler unserer Generation", erklärte Kilmeade vor laufender Kamera. Eine Kooperation mit dem Kreml wäre "der größte Fehler" von Trumps Amtszeit. Was folgte, war ein hitziges Wortgefecht mit Co-Moderatorin Rachel Campos-Duffy, die Trumps Position verteidigte – ein seltener offener Riss im sonst so geschlossenen konservativen Medienblock.
Sie können den Video-Mitschnitt der Fox-Sendung nicht sehen? Dann hier entlang.Must-watch 3:30 exchange between Brian Kilmeade and Rachel Campos-Duffy on FOX this Sunday is the clearest picture of the Republican split over Ukraine. Campos-Duffy: “We’re probably going to get peace there because President Trump is now working with Russia because Zelensky is so arrogant.” Kilmeade: “It would be the biggest mistake of his administration to work with Russia. That is the modern Hitler of our generation.” Two completely opposed worldviews on the same network. One says Zelensky should face an election for blowing up refineries and not helping Trump before the midterms. The other says those refineries are the war machine bombing apartment buildings, and that “There’s one person who was responsible, Vladimir Putin.” This is the GOP’s Ukraine fight—America First vs. the case for engagement—unfiltered. My take? Thank goodness for Kilmeade’s clarity. Watch the whole thing.
— Gerald Posner (@geraldposner) October 11, 2026
Auslöser der hitzigen Auseinandersetzung war Trumps Entscheidung, 500 Millionen Tonnen Diesel aus Russland zu beziehen. Ein Schritt, den der ukrainische Präsident Selenskyj öffentlich kritisierte. Kilmeade verwies darauf, dass dieser Kauf möglicherweise sogar gegen ein von Senator Lindsey Graham eingebrachtes Gesetz verstoße, das Sanktionen und Zölle auf russische Energieimporte vorsieht. "Werden wir uns selbst mit Zöllen belegen?", fragte er ungläubig. Trump reagierte verärgert auf Selenskyjs Widerspruch. Der US-Präsident brachte daraufhin ins Spiel, dass es in der Ukraine Zeit für Wahlen und einen neuen Staatschef sein könnte – unter anderem, weil Selenskyj trotz ausdrücklicher Bitten aus Washington weiterhin russische Raffinerien mit Drohnen angreifen ließ. Campos-Duffy argumentierte, dieses Vorgehen schade der Trump-Regierung, die sich gegenüber Kiew durchaus großzügig gezeigt habe.
"Bist du für Amerika oder die Ukraine?" Schlagabtausch zwischen Fox-Moderatoren
Campos-Duffy, die vor ihrer Fernsehkarriere als Reality-TV-Darstellerin bekannt wurde, vertrat in der Debatte eine klar pro-Trump-Linie. Selenskyj trage die Verantwortung dafür, dass die Friedensbemühungen ins Stocken geraten seien, argumentierte sie. Der ukrainische Präsident habe sich trotz seiner Abhängigkeit von amerikanischer Unterstützung über Trumps ausdrückliche Wünsche hinweggesetzt und weiterhin russische Raffinerien bombardiert.
Mit der provokanten Frage "Bist du für Amerika oder die Ukraine?" versuchte sie, Kilmeade in die Defensive zu drängen. Selenskyjs Verhalten sei schlicht "arrogant", befand sie. Gerade weil er sich so verhalte, werde Trump nun eben mit Russland zusammenarbeiten – und genau das könnte paradoxerweise den Frieden bringen. Campos-Duffy verwies zudem auf einen früheren Friedensversuch unter türkischer Vermittlung, den Selenskyj auf Anraten des damaligen britischen Premierministers Boris Johnson ausgeschlagen habe.
Brian Kilmeade wettert gegen Putin-Kurs von Trump
Kilmeade ließ sich von den Vorhaltungen seiner Kollegin nicht beirren und konterte mit einer leidenschaftlichen Verteidigung der ukrainischen Kriegsführung. Auf den Vorwurf, Selenskyj sabotiere mit den Drohnenangriffen auf russische Raffinerien die Friedenschancen, entgegnete er: "Kann man es ihm verübeln? Das ist die Kriegsmaschinerie, die sein Volk tötet und Wohnhäuser bombardiert." Die Dieselknappheit habe zudem einen ganz anderen Ursprung, so Kilmeade: Der Iran habe Ölanlagen und Raffinerien der Golfstaaten angegriffen und damit die Versorgungsengpässe ausgelöst. Erst danach sei Russland als Lieferant ins Spiel gekommen. Die ukrainische Drohnentechnologie gegen russische Treibstoffinfrastruktur nannte er "phänomenal" – darüber werde man noch in Fachzeitschriften für Kriegsführung schreiben. Vor allem aber stellte Kilmeade unmissverständlich klar, wer die alleinige Schuld am Krieg trage: "Es gibt eine einzige verantwortliche Person: Wladimir Putin. Das war's."
Risse im konservativen Bollwerk
Kilmeades Ausbruch endete nicht beim Ukraine-Konflikt allein. Er weitete seinen Blick auf die geopolitische Gesamtlage und stellte klar: "China und Russland sind das Problem." Dabei verwies er auf einen Bericht des "Wall Street Journal", wonach China Drohnen an die Huthi-Rebellen liefere – ein weiterer Beleg dafür, dass Moskau und Peking gemeinsam gegen westliche Interessen arbeiteten. Dass ein Moderator von Kilmeades Kaliber – jahrelang ein verlässlicher Verbündeter des Präsidenten – derart offen vor Trumps Russland-Kurs warnt, ist für Fox News höchst ungewöhnlich. Putin sei nicht nur für den Krieg in der Ukraine verantwortlich, sondern unterstütze auch den Iran, der amerikanische Soldaten gefährde und US-Stützpunkte bedrohe, warnte er. Campos-Duffy räumte immerhin ein, dass die Situation rund um China und Russland "eine große Geschichte" werden dürfte – ohne allerdings von ihrer grundsätzlichen Position abzurücken.
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