US-Präsident für Todesstrafe: "Sie sollten erschossen werden" – Trump wünscht sich "alte Zeiten" zurück

Donald Trump fordert die Erschießung von Menschen, die geheime Informationen über Militäroperationen an Medien weitergeben. Seine Worte treffen auf eine aufgeheizte Debatte über die Todesstrafe, eine geplante Militärhinrichtung und einen gescheiterten Exekutionsversuch.

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Donald Trump fordert die Erschießung von Informanten, die Militärgeheimnisse an Journalisten weitergeben. (Foto) Suche
Donald Trump fordert die Erschießung von Informanten, die Militärgeheimnisse an Journalisten weitergeben. Bild: Jacquelyn Martin/AP/dpa/dpa
  • Trump fordert bei einem Wahlkampfauftritt die Erschießung von Informanten
  • Die Äußerung bezieht sich offenbar auf geleakte Informationen zum Iran-Angriff
  • Geplante Militärhinrichtung und ein gescheiterter Hinrichtungsversuch verschärfen Debatte über Todesstrafe

Bei einem Wahlkampfauftritt in Arizona hat Donald Trump den Tod für Personen gefordert, die geheime Informationen über Militäroperationen an Medienvertreter weitergeben. "Informanten sollten meiner Meinung nach erschossen werden", erklärte der US-Präsident vor seinen Anhängern und fügte hinzu, so habe man das schließlich auch "in den alten Zeiten" gehandhabt.

Die Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Vereinigten Staaten ohnehin eine hitzige Auseinandersetzung über staatlich sanktioniertes Töten führen – von der Militärgerichtsbarkeit bis hin zur zivilen Hinrichtungspraxis.

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"Operation Midnight Hammer": Insider verrät Details zum Angriff auf den Iran

Auslöser seiner Empörung war offenbar ein bislang nicht identifizierter Insider, der die genauen Angriffszeiten auf iranische Nuklearanlagen an Journalisten durchgestochen haben soll. Im Juni 2025 hatten die US-Streitkräfte im Zuge der "Operation Midnight Hammer" mehrere iranische Nuklearstandorte unter Beschuss genommen. Ziele waren unter anderem die Urananreicherungsanlagen in Natans und Fordo sowie eine weitere Atomeinrichtung in Isfahan.

Trump verteidigt den Militärschlag und den gesamten Krieg gegen den Iran stets mit dem Argument, die mit Israel verfeindete Islamische Republik dürfe unter keinen Umständen in den Besitz von Nuklearwaffen gelangen. Teheran weist das zurück und betont, sein Atomprogramm verfolge ausschließlich zivile Zwecke. Diese Beteuerungen stoßen allerdings weit über die USA und Israel hinaus auf Skepsis.

Bei derselben Veranstaltung in Arizona scherzte Trump zudem, er sei womöglich "ein bisschen zu weit" gegangen und fragte das Publikum, ob jemand die Führung des Iran übernehmen wolle. Bei den amerikanisch-israelischen Angriffen zu Kriegsbeginn waren Ajatollah Ali Chamenei und weite Teile der iranischen Führungsspitze getötet worden.

USA planen erste Militärhinrichtung seit 65 Jahren

Trumps Forderung nach Erschießungen trifft auf eine ohnehin aufgeheizte Debatte über die Todesstrafe in den USA. Denn das Pentagon bereitet derzeit die erste militärische Exekution seit mehr als sechs Jahrzehnten vor. Am 3. Dezember soll Nidal Hasan hingerichtet werden, der 2009 auf dem Armeestützpunkt Fort Hood in Texas 13 Menschen erschoss. Besonders brisant: Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte an, die Vollstreckung per Live-Stream zu übertragen. Die Hinrichtung soll ausgerechnet am Ort des damaligen Massakers stattfinden. Vor allem die geplante Live-Übertragung rief massive Kritik hervor.

Dass der US-Präsident in genau diesem Klima öffentlich die Erschießung von Informanten ins Spiel bringt, verleiht der Kontroverse um staatlich vollstreckte Todesurteile eine zusätzliche Dimension – zumal auch auf ziviler Ebene jüngst ein aufsehenerregender Fall für Schlagzeilen sorgte.

Hinrichtung von Christa Pike scheitert: Zwei Dosen Gift und die Verurteilte lebt noch

Für zusätzlichen Zündstoff in der Todesstrafen-Debatte sorgte ein Fall aus Tennessee, der die Grenzen staatlicher Hinrichtungspraxis auf drastische Weise offenlegte. Dort sollte die verurteilte Mörderin Christa Pike exekutiert werden – als erste Frau, die in dem Bundesstaat seit über zwei Jahrhunderten hingerichtet wird. Doch die Vollstreckung scheiterte: Laut Behördenangaben verabreichte man der 50-Jährigen zwei Dosen des Betäubungsmittels Pentobarbital, ohne dass der Tod eintrat. Pike überlebte.

Der Fall wirft grundlegende Fragen über die Zuverlässigkeit der Giftspritze als Hinrichtungsmethode auf und dürfte jenen Kritikern Auftrieb geben, die schon länger vor fehlerhaften Exekutionen warnen. Zusammen mit der geplanten Livestream-Hinrichtung von Nidal Hasan entsteht so ein Gesamtbild, in dem die USA gleich auf mehreren Ebenen mit der Praxis des staatlichen Tötens ringen.

Donald Trump: Wahlkampf-Provokation trifft auf Hinrichtungsrealität

Trumps Forderung, Informanten zu erschießen, seine Scherze über die Auslöschung der iranischen Führungsspitze und die gleichzeitig laufenden Vorbereitungen für die erste Militärhinrichtung seit Jahrzehnten - all das verdichtet sich zu einem bemerkenswerten Moment in der amerikanischen Debatte über Leben und Tod durch Staatshand.

Auf der einen Seite steht ein US-Präsident, der bei Wahlkampfauftritten wenige Wochen vor den Kongresswahlen am 3. November die Todesstrafe als rhetorisches Mittel einsetzt. Auf der anderen Seite zeigt der gescheiterte Vollzug an Christa Pike in Tennessee, wie fehleranfällig die tatsächliche Hinrichtungspraxis ist. Dazwischen plant das Pentagon unter Verteidigungsminister Hegseth eine Exekution, die per Live-Stream in die Wohnzimmer der Nation übertragen werden soll. Die Kluft zwischen markiger Rhetorik und der Wirklichkeit staatlich vollstreckter Todesurteile könnte kaum deutlicher zutage treten.

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