Susan Collins: Er hatte "keinen guten Plan" - Senatorin wendet sich gegen "The Don"

In einer TV-Debatte rechnet die republikanische Senatorin Susan Collins offen mit Donald Trumps Iran-Krieg ab. Die Politikerin kämpft nun offenbar mit einer neuen Strategie um ihren Verbleib. 

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Senatorin Susan Collins wendet sich in einer TV-Debatte von US-Präsident Donald Trump ab. (Foto) Suche
Senatorin Susan Collins wendet sich in einer TV-Debatte von US-Präsident Donald Trump ab. Bild: picture alliance/dpa | J. Scott Applewhite
  • Senatorin Susan Collins stellt sich in TV-Debatte gegen Donald Trump
  • Republikanerin stimmt zu, dass der US-Präsident im Iran-Krieg keinen Plan hat
  • Kehrtwende, um Posten zu sichern? Senatorin liegt in Umfrage hinter ihrem demokratischen Kontrahenten

Die republikanische Senatorin Susan Collins aus Maine ist in die Offensive gegangen. Allerdings nicht gegen ihren demokratischen Herausforderer Troy Jackson, sondern gegen den eigenen Präsidenten. In einer hitzigen TV-Debatte am 13. Oktober ging die 73-Jährige deutlich auf Distanz zu Donald Trump, sowohl beim umstrittenen Iran-Krieg als auch bei den Strafzöllen gegen Kanada.

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Demokrat kritisiert Trumps Iran-Krieg scharf - dann erhebt er Vorwürfe gegen Republikanerin

Die Kritik gegen Trump kam zuerst von Jackson. Der Demokrat nutzte die Debatte für gezielte Attacken, die sich auch gegen seine Kontrahentin richteten. Trump habe die USA in den seit dem 28. Februar andauernden Iran-Krieg hineingezogen, "er hat keinen Plan, wie er da wieder rauskommt", so Jackson. Der Konflikt entwickle sich zu einem weiteren endlosen Krieg, der Menschen in den Bankrott treiben und um ihre Häuser bringen werde – "weil Donald Trump Kriegsspiele spielen wollte und Susan Collins die Chance hatte, ihn zu stoppen."

Als Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Senat – ein Posten, den Collins im Januar 2025 als erste republikanische Frau übernahm – hätte sie die Mittel dazu gehabt, argumentierte Jackson. Tatsächlich zeigt Collins' Abstimmungsverhalten ein wechselhaftes Bild: Im März und April stimmte sie laut "The Daily Beast" noch gegen Versuche, das US-Engagement einzuschränken. Erst als steigende Benzinpreise den Krieg bei den Wählern zunehmend unbeliebt machten, schwenkte sie um und votierte fortan gegen die Fortführung des Konflikts.

Der Präsident hatte "keinen guten Plan" - Susan Cillins wendet sich von Trump ab

Collins konterte mit einem bemerkenswerten Eingeständnis. "Ich stimme zu, dass der Präsident keinen guten Plan hatte", räumte sie in der Debatte ein. Trump hätte die Blockade der Straße von Hormus voraussehen müssen, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports fließe – "das war nicht gut antizipiert, obwohl es hätte sein müssen." Die Senatorin verwies darauf, nach Ablauf der 60-Tage-Frist für eine Einschränkung von Trumps Kriegsvollmachten gestimmt zu haben. "Troy und ich sind uns einig, dass der Krieg enden sollte", betonte Collins. Sie habe gemeinsam mit den Demokraten dagegen votiert, doch es seien schlicht nicht genügend Stimmen zusammengekommen.

Auch bei einem weiteren Reizthema markierte Collins Distanz zum Weißen Haus: Sie habe sich vehement gegen die Kanada-Zölle ausgesprochen und laut "PolitiFact" viermal mit den Demokraten für deren Abschaffung gestimmt.

Republikanerin in Erklärungsnot

Doch nicht nur der Iran-Krieg und die Zölle brachten Collins in Erklärungsnot. Bereits in einer Debatte in der Vorwoche geriet sie unter Druck, weil sie Trumps umstrittenen "Big Beautiful Bill" im Senat vorangetrieben hatte. Es handelt sich um eine Gesetzespaket, das Einschnitte bei Medicaid und höhere Gesundheitskosten zur Folge hat. Jackson nutzte die Gelegenheit für einen persönlichen Seitenhieb: Collins sei "ihr ganzes Leben lang Regierungsangestellte gewesen, sie hatte immer eine Krankenversicherung, sie hatte immer ein festes Einkommen." Für die meisten Menschen sehe die Realität anders aus, und Collins habe die Lage mit ihrer Unterstützung des Gesetzes verschlechtert. Die Senatorin versuchte sich mit einer kuriosen Entgegnung: Sie sei durchaus einmal ohne Versicherungsschutz gewesen – nämlich ein Jahr lang während ihrer Gouverneurskandidatur 1994, als sie sich keine leisten konnte.

Hilft die Distanz zum US-Präsidenten bei der Wiederwahl?

Collins kämpft um ihre sechste Amtszeit im US-Senat. Bislang war vor ihr noch niemand aus Maine so lange im Senat. Doch die Ausgangslage ist alles andere als komfortabel: Laut einer Erhebung der "Washington Post" vom Zeitraum 30. September bis 5. Oktober kommt der 58-jährige Jackson auf 50 Prozent Zustimmung, während Collins bei 46 Prozent liegt. Deshalb widersetzt sich Collins womöglich mit einer riskanten Strategie gegen Trump.Ob die späte Abkehr von Trump ausreicht, um den Rückstand in den Umfragen aufzuholen, bleibt die entscheidende Frage für Collins' politische Zukunft in Maine.

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