Donald Trump: US-Präsident will Vertrauten opfern - und jammert vor seinen Anhängern

Noch bevor auch nur eine einzige Stimme ausgezählt wird, hat Donald Trump offenbar schon einen Schuldigen für eine mögliche republikanische Wahlniederlage gefunden. Der US-Präsident will einen Vertrauten opfern.

Von news.de-Redakteur - Uhr

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Sucht Donald Trump schon einen Sündenbock für die US-Zwischenwahlen? Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Donald Trump hat Schuldigen für mögliche Wahlpleite angeblich schon gefunden
  • Donald Trump reagiert kühl auf Enthüllung über Blair
  • Donald Trump jammert vor seinen Anhängern

Es klingt nach einem brisanten Plan: Wenige Wochen vor den entscheidenden US-Zwischenwahlen soll Donald Trump angeblich bereits einen Schuldigen auserkoren haben, falls die Republikaner eine Schlappe erleiden sollten. Es scheint ein angespannter Herbst für Donald Trump zu sein. Mit einem Wahlkampfauftritt in Ohio sorgte der US-Präsident zuletzt für Schlagzeilen - erst scheiterte er mit einem zweideutigen Spruch in Richtung von Basketball-Star Sophie Cunningham, später konnte er beim Anblick von Senator Jon Husted kaum wegsehen.

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Donald Trump hat Schuldigen für mögliche Wahlpleite angeblich schon gefunden

Wie das Politikmagazin "Puck" berichtet, richtet der US-Präsident seinen Blick auf James Blair, seinen ehemaligen Vize-Stabschef und Verantwortlichen für die - laut "The Daily Beast" - hektischen Bemühungen der Republikaner zur Neuziehung der Wahlkreisgrenzen.

"Trump bereitet James nur darauf vor, den Kopf hinzuhalten", erklärte ein republikanischer Stratege mit Nähe zum Weißen Haus gegenüber "Puck". Der 37-jährige Blair, der maßgeblich die Wahlbezirks-Strategie der GOP gesteuert hat, geriet zuletzt gleich von mehreren Seiten unter Druck - und scheint nun als idealer Sündenbock für Donald Trump zu dienen.

Donald Trump musste Abgang von Vize-Stabschef hinnehmen

Blair hatte im April 2025 dem Präsidenten persönlich den Plan vorgelegt, die Kongresswahlbezirke mitten in der Dekade neu zuzuschneiden - ein ungewöhnlicher und umstrittener Schritt. Ab Juni desselben Jahres traf er sich mit republikanischen Abgeordneten in Bundesstaaten wie Texas und Missouri, um die Umsetzung voranzutreiben. Letztlich zeichneten neun Staaten ihre Kongresskarten vor den Midterms neu.

Im April dieses Jahres verließ Blair seinen Posten als Vize-Stabschef, um die Leitung des Trump-nahen Super PACs MAGA Inc. zu übernehmen. Der US-Präsident spielte den Abgang damals herunter und sprach von einer "kurzen Auszeit". Nach der Wahl solle Blair ins Weiße Haus zurückkehren. Ob es dazu noch kommt, dürfte nun maßgeblich vom Wahlausgang abhängen.

Donald Trump reagiert kühl auf Enthüllung über Blair

Zusätzlichen Gegenwind erhielt Blair durch eine Enthüllung der "New York Times" in der vergangenen Woche. Demnach kassierten er und der hochrangige Trump-Berater Chris LaCivita Honorare für Beratungstätigkeiten zu Wahlfragen in der Republika Srpska - einem Putin-freundlichen Gebiet in Bosnien-Herzegowina.

Trumps Reaktion fiel bemerkenswert kühl aus. Die beiden seien "externe Berater" und würden "nicht für mich arbeiten", ließ der US-Präsident über seine Mitarbeiterin Natalie Harp auf Truth Social verbreiten. "Sie dürfen für andere arbeiten, genau wie alle Berater in Washington, D.C.", diktierte Trump weiter. Er habe "keine Ahnung", für wen sie sonst noch tätig seien, werde aber nachfragen - und sie "sofort entlassen", falls ein Interessenkonflikt bestehe.

Republikaner in Panik – Demokraten ziehen davon

Hinter den Kulissen herrscht bei den Republikanern laut "The Daily Beast" blanke Nervosität. In den meisten aktuellen Umfragen haben die Demokraten die Nase vorn, und hinter vorgehaltener Hand wird laut "Puck" bereits von einer möglichen blauen Welle gesprochen. Intern seien die Republikaner regelrecht "am Ausflippen".

Donald Trump jammert vor seinen Anhängern

Trump selbst hat in den vergangenen Wochen eine Offensive gestartet und tingelt mit Wahlkampfauftritten durch das ganze Land, um republikanische Kandidaten in umkämpften Rennen zu unterstützen. Seine Botschaft an die eigene Basis ist dabei so simpel wie bezeichnend: "Tut so, als stünde ich auf dem Wahlzettel", beschwor der US-Präsident seine Anhänger bei den Kundgebungen. Eine Formulierung, die sowohl Mobilisierung als auch Selbstinszenierung in einem Satz vereint.

Bei einer Kundgebung in Tennessee am vergangenen Wochenende ließ der US-Präsident keinen Zweifel daran, wie er die Lage einschätzt. Videos beim Netzwerk X dokumentieren die Szene.

  • "Wenn wir die Midterms nicht gewinnen, werden sie mir die Schuld geben", klagte Trump vor seinen Anhängern.
  • "Wenn wir gewinnen, bekomme ich keinerlei Anerkennung."

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