Donald Trump: Mit einem Mal macht Trump einen Rückzieher - und stellt seinen Kriegsminister bloß

Noch zuletzt fand Donald Trump die Idee einer live übertragenen Hinrichtung "absolut" großartig - wenig später befragte er sein Umfeld, ob das Ganze nicht doch eine schlechte Idee sein könnte. Seinen Kriegsminister stellte er so bloß.

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Donald Trump (links) könnte Pete Hegseth bloßstellen. (Foto) Suche
Donald Trump (links) könnte Pete Hegseth bloßstellen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • Donald Trump stellt Pete Hegseth mit Absage bloß
  • Pete Hegseth prescht vor - Donald Trump jubelt zunächst
  • Selbst Republikaner-Gegenwind für Donald Trump
  • Donald Trumps innerer Zirkel warnt vor öffentlicher Inszenierung

Donald Trump rückt offenbar von der umstrittenen Idee ab, die Hinrichtung des Fort-Hood-Attentäters Nidal Hasan live im Internet zu übertragen. Wie "Axios" berichtet, signalisiert Trump im privaten Kreis, dass die geplante Livestream-Übertragung "möglicherweise nicht stattfinden" werde.

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Donald Trump stellt Pete Hegseth mit Absage bloß

Besonders aufschlussreich: Trump klingt bei dem Thema laut einem Vertrauten, den "Axios" zitiert, alles andere als begeistert. Stattdessen greift er zum Hörer und macht das, was der Insider als "das Trump-Ding" bezeichnet - er ruft reihenweise Leute an und fragt sie nach ihrer Meinung.

Die parteiübergreifende Welle an Kritik aus dem Kongress sowie negative Rückmeldungen von Beratern innerhalb und außerhalb des Weißen Hauses haben den US-Präsidenten angeblich zunehmend verunsichert. Und plötzlich schiebt Trump die Verantwortung für den brisanten Vorstoß zunehmend seinem Verteidigungsminister Pete Hegseth zu und stellt diesen damit bloß.

Pete Hegseth prescht vor - Donald Trump jubelt zunächst

US-Kriegsminister Pete Hegseth hatte jüngst für einen Paukenschlag gesorgt: Der 56-jährige Nidal Hasan, einst Major der US-Armee, soll am 3. Dezember durch ein Erschießungskommando sterben - die erste militärische Hinrichtung in den Vereinigten Staaten seit 1961. Doch damit nicht genug: Hegseth kündigte an, das Ganze live zu übertragen.

  • "Die Leute müssen verstehen, dass solche Taten ernsthafte Konsequenzen haben", erklärte er gegenüber "Real American News".

Trump zeigte sich zunächst regelrecht begeistert von der Idee und bestätigte Reportern im Weißen Haus, dass er den Plan "absolut" befürworte. Bereits einen Tag später klang das deutlich anders: Er werde "letztendlich eine Entscheidung treffen", sagte der US-Präsident. Es gebe zwei Denkrichtungen - zeigen oder nicht zeigen. Denn eine öffentliche Hinrichtung könnte zwar abschreckend wirken, aber eben auch unerwünschte Folgen haben.

Selbst Republikaner-Gegenwind für Donald Trump

Der Gegenwind kommt dabei keineswegs nur von Demokraten. Der scheidende republikanische Senator Thom Tillis aus North Carolina nannte Hegseths Pläne "jenseits des Widerlichen". Sein Parteikollege John Curtis aus Utah zog einen historischen Vergleich, der es in sich hat: Die Idee erinnere an das antike Rom, warnte er - und mahnte, dass "die Zivilisation erodiert", sobald eine Gesellschaft Hinrichtungen als Unterhaltung betrachte.

Curtis wurde dabei noch deutlicher:

  • "Hegseths Plan, die Hinrichtung von Fort Hood live zu übertragen, droht genau diesen Appetit zu nähren." Die Opfer hätten Gerechtigkeit verdient, die mit Würde vollzogen werde.
  • Eine Hinrichtung zu übertragen, entwürdige die gesamte Gesellschaft und wirke zudem nicht abschreckend. Er forderte den Verteidigungsminister auf, seinen Kurs zu überdenken.

Donald Trumps innerer Zirkel warnt vor öffentlicher Inszenierung

In Trumps innerem Zirkel prallen derzeit zwei gegensätzliche Argumentationslinien aufeinander. Auf der einen Seite steht der Wunsch nach maximaler Bestrafung:

  • "Der Präsident will, dass der Mistkerl bezahlt, und eine öffentliche Hinrichtung könnte die zusätzliche Demütigung sein, die er verdient", gab ein Vertrauter die Stimmung gegenüber "Axios" wieder.

Auf der anderen Seite wächst die Sorge, Hasan durch eine öffentliche Inszenierung seines Todes ungewollt zum Märtyrer zu erheben. Besonders ein Detail bereitet offenbar Unbehagen: Hasan sitzt seit seiner Festnahme im Rollstuhl, nachdem Polizisten ihn bei dem Angriff 2009 anschossen und teilweise lähmten.

  • "Das ist ein alter Typ im Rollstuhl, den wir erschießen", brachte es eine Quelle auf den Punkt. "Wollen wir das wirklich live übertragen?"

Trump-Vize Vance will bei Hinrichtung lieber wegschauen

Auch US-Vizepräsident J.D. Vance bringt sich vorsichtig in Sicherheit. Zunächst betonte er zwar, man solle bei aller Debatte um die Methode nicht vergessen, "dass dieser Mann brutal viele unschuldige Menschen ermordet hat". Gleichzeitig stellte er unmissverständlich klar: Sollte die Hinrichtung tatsächlich per Livestream übertragen werden, werde er persönlich nicht zuschauen, sagte er laut "The Daily Beast" gegenüber Reportern. Eine bemerkenswerte Distanzierung des zweiten Mannes im Staat von einem Vorhaben, das der Präsident selbst noch vor wenigen Tagen enthusiastisch abgenickt hatte.

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