Donald Trump: US-Präsident entsetzt mit Bürgerkriegs-Warnung - Bericht spricht von Panik

Sänger Kid Rock warnt vor einem "Bürgerkrieg wegen religiöser Ideologie" - und Donald Trump findet das so gut, dass er den Clip an einem einzigen Abend gleich zweimal auf Truth Social teilt. Im Visier: der muslimische Senatskandidat Abdul El-Sayed.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trump (links) hat im Netz eine Bürgerkriegs-Warnung von Kid Rock geteilt. (Foto) Suche
Donald Trump (links) hat im Netz eine Bürgerkriegs-Warnung von Kid Rock geteilt. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Donald Trump entsetzt mit falscher Scharia-Behauptung
  • Donald Trump verbal immer aggressiver: Republikaner in Alarmstimmung
  • Donald Trump tönt: "Ich bin der Präsident, ich kann ihn nennen, wie ich will"
  • Donald Trump attackiert als "schwach und verzweifelt"

Donald Trump hat auf Truth Social einen Videoclip des Musikers Kid Rock geteilt, in dem dieser vor einem drohenden "Bürgerkrieg wegen religiöser Ideologie" warnt. Zielscheibe der Attacke: der demokratische Senatskandidat Abdul El-Sayed aus Michigan, der als erster Muslim in den US-Senat einziehen könnte. Auch Trump selbst hatte El-Sayed zuletzt massiv attackiert.

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Donald Trump entsetzt mit falscher Scharia-Behauptung

In dem Ausschnitt aus einem Fox-News-Interview mit Lara Trump bezeichnete Kid Rock den 41-jährigen Demokraten El-Sayed als "Wolf im Schafspelz". Der US-Präsident beließ es nicht bei einem einzigen Post – er teilte den Clip gleich zweimal an einem Abend. Beim zweiten Mal verbreitete er den Beitrag eines pro-Trump-Accounts, der El-Sayed ohne jegliche Belege unterstellte, er wolle "die Scharia nach Amerika bringen".

Kid Rock warnt vor Bürgerkrieg wegen "religiöser Ideologie"

In dem Fox-News-Interview schilderte Kid Rock - bürgerlich Robert James Ritchie - seine persönliche Verbindung zu Dearborn, Michigan. "Ich wurde in Dearborn geboren, genau wie mein Vater. Mein Großvater hat ihn dort großgezogen", erklärte der Musiker. Vielen sei nicht bewusst, dass die Stadt eine der größten arabischen Gemeinden außerhalb des Nahen Ostens beherberge. Was folgte, war eine kaum verhüllte Warnung vor der muslimischen Bevölkerung:

  • "Ich nenne es eher eine religiöse Ideologie. Ich weiß, es gibt Extremisten und mildere Varianten davon", so Ritchie.
  • "Ich will nicht, dass meine Enkel eines Tages einen Bürgerkrieg wegen religiöser Ideologie führen müssen. Das ist beängstigend."
  • Anmerkung:Während Kid Rock selbst angab, in Dearborn geboren worden zu sein, nennen mehrere biografische Quellen Romeo im US-Bundesstaat Michigan als seinen Geburtsort.

Donald Trump verbal immer aggressiver: Republikaner in Alarmstimmung

Der Hintergrund für Trumps zunehmend aggressive Attacken lässt sich in Zahlen ablesen. Laut einer veröffentlichten Erhebung von Insider Advantage unter 1.200 wahrscheinlichen Wählern liegt El-Sayed mit 48 zu 46 Prozent knapp vor dem Republikaner Mike Rogers. Eine Umfrage von Wedgewood Polls zeichnet ein noch deutlicheres Bild: Dort führt der Demokrat mit sechs Punkten Vorsprung - 53 zu 47 Prozent.

Bis zu den Midterm-Wahlen am 3. November sind es nur noch wenige Wochen, und ein Verlust des Senatssitzes in Michigan wäre für die Republikaner ein schwerer Rückschlag. Wie "The Daily Beast" berichtet, greifen Trump und seine Vertrauten angesichts dieser Umfragewerte verstärkt zu islamfeindlicher Rhetorik gegen El-Sayed. Das Trump-kritische Medium schreibt in diesem Zusammenhang von "Panik" beim US-Präsidenten und den Republikanern.

Donald Trump tönt: "Ich bin der Präsident, ich kann ihn nennen, wie ich will"

Die Bürgerkriegs-Rhetorik von Kid Rock fügt sich nahtlos in ein Muster islamfeindlicher Angriffe ein, das Trump seit Wochen gegen El-Sayed fährt. Der US-Präsident hat den Demokraten wiederholt als "Terroristen-Sympathisanten" und "Dschihadisten" diffamiert, der "unser Land hasst".

Besonders auffällig: Trump verwendet beharrlich El-Sayeds zweiten Vornamen Mohamed - den er regelmäßig falsch schreibt. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Clarksville (Tennessee) verteidigte er diese Praxis unverblümt:

  • "Jemand sagte: 'Sein Name ist nicht Mohamed, sondern Abdul.' Ich sagte: Für mich ist er Mohamed. Ich bin der Präsident. Ich kann ihn nennen, wie zum Teufel ich will. Für mich ist er Mohamed. Und er ist ein radikaler Dschihadist."

Die Taktik erinnert an Trumps jahrelange Gewohnheit, seinen Amtsvorgänger demonstrativ als "Barack Hussein Obama" zu bezeichnen - verbunden mit der Verschwörungstheorie, Obama sei ein in Kenia geborener Muslim gewesen.

Donald Trump attackiert als "schwach und verzweifelt"

Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, reagierte mit scharfen Worten auf Trumps Kampagne gegen El-Sayed. "Abdul El-Sayed ist auf dem Weg, der nächste Senator aus Michigan zu werden - egal wie viel bigotten Mist ein schwacher und verzweifelter Donald Trump auf ihn wirft", schrieb Schumer vor wenigen Tagen auf X.

El-Sayed wurde in Michigan als Sohn ägyptischer Einwanderer geboren und ist seit dem Kindergarten unter seinem Vornamen Abdul bekannt, wie er in seinem Buch "Healing Politics" schildert. Sein vollständiger Name lautet Abdulrahman Mohamed El-Sayed. Sollte er am 3. November gewinnen, wäre er der erste muslimische Senator in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

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