Donald Trump: Kurz vor Mitternacht bricht es aus ihm heraus - er kann nicht an sich halten

Kurz vor Mitternacht setzt Donald Trump innerhalb von zehn Minuten zwei wütende Posts gegen demokratische Senatskandidaten ab - mit erfundenen Spitznamen, haltlosen Anschuldigungen und wilden Spekulationen über Essgewohnheiten.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trump konnte sich bei einer Attacke im Netz nur schwer zügeln.  (Foto) Suche
Donald Trump konnte sich bei einer Attacke im Netz nur schwer zügeln.  Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Donald Trump wütet bei Truth Social: Doppelschlag kurz vor Mitternacht
  • Donald Trump spricht gezielt von "Mohammed"
  • Donald Trump verspottet Talarico mit neuem Namen
  • Talarico kontert Trump nach Wut-Nachricht

Knapp vier Wochen vor den US-Zwischenwahlen hat Donald Trump zwei demokratische Senatskandidaten ins Visier genommen. Auf seiner Plattform Truth Social feuerte der US-Präsident kurz vor Mitternacht (Ortszeit) gegen Abdul El-Sayed in Michigan und James Talarico in Texas - mit Beleidigungen, Spitznamen und unbelegten Anschuldigungen.

Zuvor war Trump mit mehreren verbalen Ausfällen bei einem Wahlauftritt in San Antonio aufgefallen. Zum einen wiederholte er eine irritierende Aussage über Los Angeles und San Diego. Zum anderen beschwerte er sich über seine nicht perfekt sitzende Haarpracht.

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Donald Trump wütet bei Truth Social: Doppelschlag kurz vor Mitternacht

Beide Demokraten gelten als aufstrebende Figuren ihrer Partei und könnten den Republikanern bei den Zwischenwahlen empfindliche Verluste im Senat zufügen. Besonders in Texas sieht es für Trumps bevorzugten Kandidaten Ken Paxton laut aktuellen Umfragen nach einem knappen Rennen aus. Die beiden Posts setzte Trump innerhalb von zehn Minuten ab - den ersten um 23:13 Uhr Ortszeit. Was folgte, war ein Doppelschlag aus persönlichen Angriffen und dringlichen Wahlempfehlungen für seine republikanischen Wunschkandidaten.

Donald Trump spricht gezielt von "Mohammed"

In seinem ersten Post nahm sich Trump den 41-jährigen Arzt El-Sayed vor, der als Sohn ägyptischer Einwanderer in Michigan geboren wurde. Statt dessen Vornamen zu verwenden, sprach der Präsident gezielt von "Mohammed" - El-Sayeds zweitem Vornamen. Er bezeichnete den Demokraten als "radikalen Extremisten" und "Terrorismus-Sympathisanten" und zog eine direkte Linie zum umstrittenen Twitch-Streamer Hasan Piker, den er als El-Sayeds "besten Freund" darstellte.

Die Republikaner nutzen die Verbindung zu Piker schon länger als Angriffsfläche. Der Streamer hatte in der Vergangenheit unter anderem suggeriert, Amerika habe die Anschläge vom 11. September "verdient". El-Sayed trat dennoch gemeinsam mit Piker im Wahlkampf auf. Trump schloss seinen Angriff mit einer unmissverständlichen Wahlempfehlung für den ehemaligen Kongressabgeordneten und Ex-Polizeibeamten Mike Rogers ab, dem er seine "vollständige und totale Unterstützung" aussprach.

Donald Trump verspottet Talarico mit neuem Namen

Nur zehn Minuten später knöpfte sich der US-Präsident den demokratischen Senatskandidaten in Texas vor. James Talarico, 37 Jahre alt, bedachte Trump mit dem Spottnamen "TalaFREAKo" und behauptete, der Demokrat sei "verschollen".

  • "Niemand hat ihn über einen längeren Zeitraum gesehen. Wo ist er? Was stimmt nicht mit ihm? Schlechte Gerüchte kursieren", schrieb Trump auf Truth Social.

Gleichzeitig forderte er eine Fernsehdebatte zwischen Talarico und seinem Favoriten Ken Paxton, dem amtierenden und von Skandalen begleiteten Generalstaatsanwalt von Texas. Paxton sei "bereit, willens und fähig" und einer der besten Generalstaatsanwälte des Landes, so Trump.

Talarico kontert Trump nach Wut-Nachricht

Talaricos Team erklärte gegenüber "Fox News Digital", der Kandidat habe mit einer Grippe zu kämpfen und werde am Wochenende zurückkehren. Der demokratische Kandidat reagierte auf Trumps nächtliche Attacke mit trockenem Konter. "Präsident Trump hat gerade gesagt, Ken Paxton solle debattieren. Ich stimme zu. Der Ball liegt bei dir, @KenPaxtonTX", schrieb Talarico auf X und nahm den Präsidenten beim Wort.

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