Donald Trump: Experte ist sicher - Trump wird von seinem schlimmsten Skandal eingeholt

Wenn Donald Trump sich für mutmaßliche Vergewaltiger starkmacht, geschieht das laut Politikexperte David Rothkopf nicht aus Impuls - sondern als Vorbereitung auf den Tag, an dem er von seinem schlimmsten Skandal eingeholt wird.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trump könnte laut einem Experten von seinem größten Skandal eingeholt werden. (Foto) Suche
Donald Trump könnte laut einem Experten von seinem größten Skandal eingeholt werden. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
  • Donald Trump irritiert: Mitleid für Beschuldigten - nicht das Opfer
  • Donald Trump: Experte rechnet mit seiner Haltung ab
  • Die Epstein-Akten als Trumps wunder Punkt
  • Donald Trump verfolgt einen kalkulierten Plan

Der Politikexperte David Rothkopf erhebt einen brisanten Vorwurf: Donald Trump stelle sich nicht zufällig immer wieder schützend vor Männer, denen Übergriffe vorgeworfen werden. Vielmehr verfolge der US-Präsident damit eine gezielte Strategie, um seine eigene Verteidigung gegen die Anschuldigungen rund um die Epstein-Akten aufzubauen.

Es ist nicht die einzige Schlagzeile, mit der Donald Trump für Aufsehen sorgt. Zuletzt war unter anderem spekuliert worden, dass seine Vertrauten sich wegen der US-Zwischenwahlen von ihm abwenden würden. Selbst seine Schwiegertochter Lara warnte den US-Präsidenten vor der Möglichkeit einer Wahlpleite.

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Donald Trump irritiert: Mitleid für Beschuldigten - nicht das Opfer

Jüngster Anlass für diese Einschätzung: Donald Trumps Reaktion auf einen wieder aufgerollten Vergewaltigungsfall an der Cornell University, bei dem der 80-Jährige erneut Partei für die Beschuldigten ergriff. Im konkreten Fall geht es um eine junge Frau, die unter dem Pseudonym Jane Doe aussagt, sie sei an einem Verbindungshaus der Cornell University unter Drogen gesetzt und anschließend von mehreren Männern über Stunden hinweg vergewaltigt worden.Sieben Studenten werden beschuldigt; bislang wurde gegen keinen von ihnen strafrechtliche Anklage erhoben.

  • "Ich denke einfach, Trump ist der verlässlichste pro-Missbrauch-Präsident, den Amerika je hatte", erklärte Rothkopf im Podcast von "The Daily Beast". "Jedes einzelne Mal, wenn er die Gelegenheit hat, sich für Personen einzusetzen, die des Missbrauchs beschuldigt werden, tut er es."

New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul beauftragte Generalstaatsanwältin Letitia James mit der strafrechtlichen Aufsicht über den Fall - eine Entscheidung, die Trump sichtlich missfiel. Gegenüber Reportern attackierte der Präsident nicht etwa die mutmaßlichen Täter, sondern die Ermittlerin: "Letitia James ist eine korrupte Person", wetterte Trump, wie Videos bei X belegen, und fügte hinzu, er empfinde Mitleid mit denjenigen, gegen die sie ermittle, da diese "keine faire Behandlung" bekommen würden.

Donald Trump: Experte rechnet mit seiner Haltung ab

Rothkopf, der als Experte für Außenpolitik bekannt ist, sieht in Trumps Verhalten ein durchgängiges Muster. Der Präsident betrachte es als selbstverständliches Recht von Mächtigen, sich zu nehmen, was sie wollen - auch gegenüber Frauen.

  • "Hier ist dieser Cornell-Fall, in dem ein Haufen privilegierter Cornell-Studenten Aufsätze geschrieben hat, um sich aus dem Angriff auf und dem Missbrauch von Frauen herauszuwinden. Und Trump sagt: 'Na, das ist nicht fair'", fasste Rothkopf die Haltung des Präsidenten zusammen.
  • Trump halte dies für die natürliche Ordnung der Dinge, so der Politikanalyst. Jede sich bietende Gelegenheit nutze der US-Präsident, um Beschuldigte in Schutz zu nehmen.

Die Epstein-Akten als Trumps wunder Punkt

Den Schlüssel zu Trumps Verhalten sieht Rothkopf in dessen Verbindung zu Jeffrey Epstein. "Donald Trumps Verteidigung der Cornell-Studenten erfolgt, weil die Anschuldigungen gegen sie wie die Anschuldigungen gegen Trump klingen, die in mehreren Fällen erhoben wurden, aber besonders im Zusammenhang mit den Epstein-Akten weiterhin im Raum stehen", erklärte der Analyst. "Egal was Donald Trump versucht, er kann in seinem eigenen Kopf die Seite nicht umblättern", so Rothkopf. Der US-Präsident wisse, dass Opfer existierten, die eines Tages vor dem Kongress aussagen könnten, mutmaßt er.

Donald Trump verfolgt einen kalkulierten Plan

Rothkopf ist überzeugt: Hinter Trumps reflexhafter Solidarität mit Beschuldigten steckt Kalkül.

  • "Jedes Mal, wenn er die Chance hat zu sagen: 'Das ist eigentlich eine politische Sache' oder 'Das ist unfair' oder 'Hier wird das Gesetz missbraucht', tut er es, weil er den Grundstein für seine eigene fortlaufende Verteidigung in dieser Epstein-Sache legt, die im Zentrum von allem stehen wird", so der Politikexperte.

Trump sei sich bewusst, dass er und Melania [Trumps Ehefrau, Red.] Teil einer Halbwelt im Umfeld Jeffrey Epsteins gewesen seien, die den meisten Amerikanern zutiefst zuwider sei. Die Anschuldigungen würden unweigerlich erneut an die Oberfläche kommen - und darauf bereite sich der US-Präsident mit jeder einzelnen Verteidigung eines Beschuldigten systematisch vor.

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