Donald Trump: Er nannte ihn "ein Monster" - Trump-Minister entsetzt mit Schrei-Duell

Donald Trump nannte seinen Finanzminister ein "Monster". Fliegende Aktenordner, ein Schrei-Duell mit Elon Musk und eine Fluchtbewegung, wie sie das US-Finanzministerium noch nie erlebt hat, scheinen das zu bewahrheiten.

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Donald Trump freut sich über die Wutausbrüche seines Finanzministers. (Foto) Suche
Donald Trump freut sich über die Wutausbrüche seines Finanzministers. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • Donald Trumps Finanzminister hat angeblich heftige Wutausbrüche
  • Trump-Minister geht auf Beamten los
  • US-Finanzminister liefert sich Schrei-Duell im Weißen Haus
  • Trump-Sprecher stellen sich hinter Bessent

"Ich habe ein Monster erschaffen" - mit diesen Worten kommentierte Donald Trump das Verhalten seines Finanzministers Scott Bessent bereits im April bei einer Veranstaltung in Nevada. Was wie ein lockerer Scherz des US-Präsidenten klang, hat offenbar einen sehr realen Hintergrund. Für Wutanfälle ist auch Donald Trump bekannt - jüngst wetterte er zum Beispiel erst gegen die "New York Times" und danach gegen eine TV-Moderatorin, die ihn kritisiert hatte.

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Donald Trumps Finanzminister hat angeblich heftige Wutausbrüche

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, haben Bessents heftige Wutausbrüche eine beispiellose Fluchtbewegung aus den Führungsebenen des US-Finanzministeriums ausgelöst. Mehr als 30 aktuelle und ehemalige Beamte sowie Vertraute des Ministers schilderten der Zeitung das Bild eines Ressortchefs, der Mitarbeiter auf sämtlichen Hierarchieebenen zusammenstaucht. Bis Ende August hatten sieben vom Senat bestätigte Spitzenbeamte das Ministerium verlassen - ein Ausmaß, das in der jüngeren Geschichte Washingtons ohne Beispiel ist, analysiert das "WSJ". In den vier vorangegangenen Regierungen waren es im vergleichbaren Zeitraum jeweils null bis zwei gewesen.

Doch die Abwanderung betrifft nicht nur jene, die bereits im Amt waren. Dem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge winkten auch mehrere potenzielle Kandidaten ab, als ihnen Positionen im Finanzministerium angeboten wurden. Der Grund: Bessents Umgang mit Untergebenen hatte sich offenbar herumgesprochen.

Trump-Minister geht auf Beamten los

Besonders drastisch traf es offenbar John Hurley, den damaligen Spitzenbeamten für Terrorismusbekämpfung und Finanzaufklärung. Bessent soll ihn im Januar lautstark und mit Kraftausdrücken angefahren haben, weil er eine von Trump angeordnete Untersuchung aus Bessents Sicht zu schleppend vorantrieb. Mitarbeiter in angrenzenden Büros konnten die Tirade dem Bericht zufolge mithören. Hurley wechselte kurz darauf auf einen Botschafterposten - seine Aufgaben übernahm ein ehemaliger Angestellter von Bessents Investmentfirma.

Im vergangenen Jahr soll ein schlecht zusammengestelltes tägliches Briefing-Dokument den Minister derart in Rage versetzt haben, dass er den Ordner gegen eine Wand schleuderte. Bessent bestritt diesen Vorfall. Unter den Mitarbeitern habe sich laut "Wall Street Journal" eine regelrechte Angstkultur etabliert: Vor Terminen mit dem Minister erkundigen sie sich bei Kollegen nach seiner aktuellen Stimmungslage und tauschen Strategien aus, um ihm bei schlechter Laune aus dem Weg zu gehen.

US-Finanzminister liefert sich Schrei-Duell im Weißen Haus

Bessents aufbrausendes Temperament beschränkt sich keineswegs auf die eigenen vier Wände im Finanzministerium. Dem Bericht zufolge musste er bei einem Schrei-Duell mit Elon Musk im West Wing des Weißen Hauses von Anwesenden getrennt werden. Bei einem Abendessen soll er zudem Wohnungsbau-Chef Bill Pulte körperlich bedroht haben.

Selbst Verbündete räumen das Problem ein. Steve Bannon, ehemaliger Trump-Chefstratege und seit fast einem Jahrzehnt mit Bessent bekannt, verteidigte ihn zwar grundsätzlich als guten Menschen - lieferte dem "Wall Street Journal" aber zugleich eine entlarvende Charakterisierung: "Er ist ein guter Mensch, aber er hat einen kurzen Zünder und Temperament." Bannons Zusammenfassung von Bessents Botschaft an die Belegschaft fiel noch unverblümter aus: "Wenn eure Gefühle verletzt sind, tut mir leid, aber dann schert euch zum Teufel raus hier."

Trump-Sprecher stellen sich hinter Bessent

Das Weiße Haus stellte sich offiziell hinter den Minister. Sprecherin Taylor Rogers erklärte gegenüber dem "Wall Street Journal": "Das Maß an Professionalität und Verantwortlichkeit, das Minister Bessent im gesamten Ministerium etabliert hat, gehört zu den großen Errungenschaften dieser Regierung." Bessents eigener Sprecher blieb ausweichend: Der Minister habe "hohe Erwartungen an die Leistungsfähigkeit des US-Finanzministeriums". Zum Umgang mit Mitarbeitern äußerte er sich nicht.

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