Friedrich Merz: Kanzler schürt Wut mit Schulbesuch - den Spott kann er nicht stoppen

Als Friedrich Merz zum 100-jährigen Jubiläum an sein altes Gymnasium zurückkehrte, hagelte es auf Instagram Spott, Häme und einen Vergleich mit nordkoreanischer Propaganda. Selbst ein harmloser Auftritt des Kanzlers wird zum Politikum.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Friedrich Merz kehrte an seine alte Schule zurück. (Foto) Suche
Friedrich Merz kehrte an seine alte Schule zurück. Bild: picture alliance/dpa | Bernd Thissen
  • Friedrich Merz war kein Musterschüler
  • Merz bestach beim Kartenspielen in der letzten Reihe
  • Friedrich Merz spricht im Verborgenen
  • Friedrich Merz erntet Wut, Spott und Häme statt Sympathie

Bundeskanzler Friedrich Merz, der sich bei seinem jüngsten Ukraine-Besuch mit einem russischen Drohnenangriff konfrontiert sah, stattete seinem ehemaligen Gymnasium einen Besuch ab, der wohl gemischte Erinnerungen geweckt haben dürfte. Anlass war das 100-jährige Bestehen des Friedrich-Spee-Gymnasiums im sauerländischen Rüthen - jener Schule, an der Merz einst sein Abitur ablegte. Allerdings nur mit Ach und Krach. Die Reaktionen im Netz waren einmal mehr geprägt von Spott, Häme und Wut.

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Friedrich Merz war kein Musterschüler

Denn der heutige Regierungschef war während seiner Schulzeit alles andere als ein Musterschüler. Im Unterricht galt er als notorischer Störenfried, das Abitur bestand er nach eigener Aussage nur mit "Mühe und Not". Seinen konkreten Notendurchschnitt hält er bis heute unter Verschluss - das Zeugnis lagere in seinem heimischen Safe und komme dort "nicht raus", wie er einmal scherzte. Dass er trotz dieser wenig ruhmreichen Vergangenheit an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte, sorgte nicht überall für Begeisterung.

Merz bestach beim Kartenspielen in der letzten Reihe

Wie schlecht es um Merz' schulische Leistungen tatsächlich stand, hat sein Biograf Volker Resing in "Friedrich Merz - Sein Weg zur Macht" nachgezeichnet. Demnach verbrachte der spätere Kanzler den Unterricht bevorzugt in der hintersten Reihe - beim Kartenspielen. Statt den Lehrern Aufmerksamkeit zu schenken, herrschte bei ihm und seinen Freunden eine "große Gleichgültigkeit" und keinerlei Ehrgeiz. "Wir wollten Spaß haben und unsere Partys feiern", erinnerte sich Merz selbst an diese Phase der "trotzigen Antihaltung".

Friedrich Merz spricht hinter verschlossenen Türen

Was Friedrich Merz den Schülerinnen und Schülern des Friedrich-Spee-Gymnasiums über seinen eigenen Bildungsweg erzählte, blieb zunächst weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Journalisten waren bei dem Gespräch mit dem Kanzler nicht zugelassen. Anschließend berichteten Schülerinnen und Schüler jedoch über den Austausch mit dem prominenten Gast. Unter anderem gab Merz ihnen Ratschläge für ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg.

Ganz ohne Öffentlichkeit sollte der Termin dann aber doch nicht bleiben: Das Bundeskanzleramt veröffentlichte im Nachgang Bilder und Videos des Besuchs auf Instagram. Der Auftritt des Kanzlers an seiner alten Schule erreichte damit ein breites Publikum - in den Kommentaren überwogen allerdings Spott und Kritik.

Friedrich Merz erntet Wut, Spott und Häme statt Sympathie

In der Kommentarspalte unter den Kanzleramts-Posts entlud sich eine Welle aus Kritik, Spott und beißender Ironie. "Arme Kinder", schrieb ein Nutzer knapp. Andere warfen Merz vor, sich als kinderfreundlicher Politiker zu inszenieren, während seine Politik "genau das Gegenteil" widerspiegle. Ein Kommentar war besonders bissig: "Chat GPT: Mach einen Propagandafilm aus Nordkorea aber in Deutschland und mit Friedrich Merz."

Weitere Nutzer merkten an, der Kanzler solle lieber einmal "sogenannte Brennpunkt Schulen" besuchen, statt an seinem alten Gymnasium aufzutreten. Auch die Freude der Schüler wurde hinterfragt: Die Kinder hätten sich lediglich darüber gefreut, keinen Unterricht zu haben, wurde gemutmaßt. Selbst ein harmloser Auftritt des Kanzlers wird mittlerweile zum Politikum.

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