Putin nicht zu stoppen: Drohnenangriff bei Merz-Besuch - Einschlag reißt Loch in Brücke

Entgegen einer russischen Reisewarnung stattet Bundeskanzler Friedrich Merz der Ukraine einen weiteren Solidaritätsbesuch ab. Während seines Aufenthalts in Kiew kam es zu einer heftigen Drohnen-Attacke - eine Brücke ging in Flammen auf.

Erstellt von - Uhr

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kommt am frühen Morgen auf dem Hauptbahnhof der ukrainischen Hauptstadt Kiew an. (Foto) Suche
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kommt am frühen Morgen auf dem Hauptbahnhof der ukrainischen Hauptstadt Kiew an. Bild: Kay Nietfeld/dpa/dpa
  • Trotz russischer Warnung – Merz trifft in Kiew ein
  • Drohnenangriff erschüttert die ukrainische Hauptstadt
  • Tausende Abfangdrohnen – Deutschland sichert weitere Militärhilfe zu
  • Klare Ansage an Putin – Merz setzt auf Stärke statt Einschüchterung

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) ist am Sonntagmorgen trotz einer ausdrücklichen Warnung des russischen Außenministeriums mit dem Zug in der ukrainischen Hauptstadt eingetroffen. Nur kurze Zeit nach seiner Ankunft wurde Kiew erneut von einem russischen Drohnenangriff erschüttert.

Drohne reißt Loch in Kiewer Nordbrücke

Bürgermeister Vitali Klitschko (55) meldete über Telegram einen Einschlag auf der Fahrbahn der Nordbrücke. Die Drohne hinterließ ein Loch in dem Bauwerk, Rettungskräfte rückten umgehend aus. Zudem stürzten Trümmer eines abgefangenen Flugobjekts auf das Dach eines Wohngebäudes.

Der Solidaritätsbesuch des Kanzlers war bewusst überraschend angesetzt worden. Merz will der Ukraine vor Ort umfassende weitere Militärhilfe zusichern, darunter tausende Abfangdrohnen gegen die zunehmend schnelleren russischen Angriffsdrohnen.

Moskau warnte Diplomaten kurz vor Merz' Ankunft

Der Besuch fand unter extrem angespannten Sicherheitsbedingungen statt. Wenige Stunden bevor der Kanzler-Zug in Kiew einfuhr, hatte das russische Außenministerium ausländische Diplomaten und Besucher aufgefordert, die ukrainische Hauptstadt zu verlassen. Insbesondere sollten sie sich von militärischen Einrichtungen und Regierungsgebäuden fernhalten.

Die Bedrohungslage hat sich in den vergangenen Wochen deutlich verschärft. Russische Drohnenangriffe treffen mittlerweile verstärkt auch Kiew selbst sowie Personenzüge. Auch am Sonntag waren neben der Hauptstadt weitere Landesteile betroffen: In der nordöstlichen Region Sumy schlug eine russische Gleitbombe in ein Wohnhaus ein und verletzte fünf Menschen. Landesweit wurde Luftalarm ausgelöst.

Tausende Abfangdrohnen für die Ukraine

Mit seinem Besuch in Kiew untermauerte Merz die Zusage massiver Militärhilfe. Deutschland will der Ukraine unter anderem tausende Abfangdrohnen liefern, um die immer schnelleren russischen Flugobjekte abzuwehren. Ziel ist es, den militärischen Druck auf den Kreml aufrechtzuerhalten und Russlands Präsidenten Wladimir Putin (73) an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Deutschland ist der mit Abstand wichtigste Unterstützer der Ukraine in Europa. Seit mehr als viereinhalb Jahren wehrt sich das Land gegen den russischen Angriffskrieg. Auch die Ukraine selbst geht offensiv vor: Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums attackierten ukrainische Streitkräfte russische Ziele zuletzt mit Hunderten Drohnen.

Merz: "Russland versteht nur die Sprache der Stärke"

Der Kanzler begründete seine Reise mit der dramatischen Lage vor dem bevorstehenden fünften Kriegswinter. "Die Ukraine braucht für die kommenden Wochen all unsere Unterstützung", erklärte Merz. Russland bombardiere systematisch Städte, Wohngebäude und Heizkraftwerke.

In einer Rede in Münster stellte Merz zudem klar, dass Deutschland sich weder durch "Russlands hybride Angriffe" noch durch "Parolen der AfD und ihrer russischen Hintermänner" auseinandertreiben lasse. Damit wies er sowohl die Einschüchterungsversuche des Kremls als auch innenpolitische Kritik an der Ukraine-Unterstützung entschieden zurück.

Weitere aktuelle Themen lesen Sie auch hier:

/news.de/dpa/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.