Wladimir Putin: Atom-Schaltanlagen im Visier des Kremls? Geheimdokument geleakt

Laut einem mutmaßlichen Geheimdokument plant Russland koordinierte Angriffe mit bis zu 1.000 Raketen und Drohnen auf die ukrainische Energieversorgung – darunter auch Schaltanlagen, die weniger als 1,6 Kilometer von Atomreaktoren entfernt liegen.

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Kreml-Chef Wladimir Putin (73): Er soll die Ukraine regelrecht "einfrieren" wollen. (Foto) Suche
Kreml-Chef Wladimir Putin (73): Er soll die Ukraine regelrecht "einfrieren" wollen. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP/Vyacheslav Prokofyev
  • Geheimplan enthüllt offenbar Wladimir Putins Strategie für den Winter
  • Bis zu 1.000 Raketen, Drohnen und Bomben gegen die Energieversorgung
  • Warum selbst Anlagen in der Nähe von Atomkraftwerken ins Visier geraten
  • Ukrainische Luftabwehr am Limit – droht Millionen Menschen ein eisiger Winter?

Russland verfolgt offenbar einen konkreten Plan, die ukrainische Energieversorgung noch vor Wintereinbruch durch massive Angriffe lahmzulegen. Das geht aus einem mutmaßlichen Geheimdokument hervor, über das die "New York Times" berichtet.

Demnach hat der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal das auf Russisch verfasste Dokument an europäische Partner weitergeleitet. Die Echtheit konnte von der US-Zeitung bislang nicht verifiziert werden. Kremlchef Wladimir Putin hatte allerdings bereits vor Wochen öffentlich damit gedroht, die Energieinfrastruktur des Nachbarlandes gezielt ins Visier zu nehmen.

Dem Plan zufolge sollen koordinierte Kampagnen mit bis zu 1.000 Raketen, Drohnen und Bomben die Ukraine zum Winterbeginn regelrecht "einfrieren". Ziele seien unter anderem Kraftwerke, Schaltstationen und sogar Anlagen in unmittelbarer Nähe von Atomreaktoren, berichtet auch "t-online.de".

Atomkraftwerke im Fadenkreuz von Wladimir Putin

Besonders brisant: Das Dokument beschreibt laut "New York Times" auch geplante Raketenangriffe auf Schaltanlagen von Kernkraftwerken. Diese befinden sich demnach in weniger als 1,6 Kilometern Entfernung von den Reaktoren selbst.

Neben der Stromversorgung nimmt der Plan auch die Wasserinfrastruktur ins Visier. Pumpstationen und Abwasseranlagen für die Zivilbevölkerung werden darin als legitime Angriffsziele eingestuft.

Putins Ukraine-Plan - Isolation, kein Strom, Heizung oder Wasser

Das übergeordnete Ziel der Strategie ist dem Dokument zufolge die vollständige Isolation sämtlicher ukrainischer Großstädte. Die Bevölkerung soll systematisch von Strom, Heizung und Wasserversorgung abgeschnitten werden. Experten vermuten, dass der Kreml damit die Zivilbevölkerung unter Druck setzen will, um die ukrainische Regierung zur Kapitulation zu drängen.

Frontlage zwingt Moskau zum Strategiewechsel

Die verstärkten Angriffe auf die Energieinfrastruktur fallen in eine Phase, in der Russlands Bodentruppen kaum noch Geländegewinne erzielen. In mehreren Frontabschnitten, etwa in der Region Donezk, konnten ukrainische Einheiten sogar Terrain zurückerobern. Die Gegenoffensive mit dem Codenamen "Operation Vivaldi" zeigt nach Einschätzung des Instituts für Kriegsstudien zunehmend Wirkung.

Selbst russische Militärblogger bezweifeln inzwischen, ob die von Putin angekündigte Einnahme der gesamten Region Donezk in den kommenden Monaten realistisch ist.

Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha wertete die jüngste Angriffswelle auf die Energieversorgung als "absichtliche" Ablenkung von der ins Stocken geratenen Offensive im Osten des Landes. Dort habe Russland seit dem vergangenen Jahr deutlich an Dynamik eingebüßt.

Ukrainische Luftabwehr am Limit

Die Ukraine kämpft unterdessen mit einem wachsenden Problem bei der Flugabwehr. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Bestände an Abwehrraketen zur Neige gehen. Ohne ausreichende Luftverteidigung drohen die geplanten Massenangriffe mit Raketen und Drohnen noch verheerendere Schäden anzurichten.

Erschwerend kommt hinzu, dass Russland seine Attacken zunehmend auf weniger gut geschützte Landesteile im Westen der Ukraine verlagert. Während die Ballungsräume im Osten und Zentrum des Landes über stärkere Abwehrsysteme verfügen, sind westliche Regionen deutlich verwundbarer.

Die Engpässe bei der Luftverteidigung machen die ohnehin angespannte Lage für die ukrainische Energieinfrastruktur noch prekärer – gerade mit Blick auf die bevorstehende Winterperiode.

Ukraine-Krieg aktuell - Kiew rüstet sich für den Ernstfall

Bereits im vergangenen Winter litten Millionen Ukrainer unter massiven Strom- und Heizungsausfällen. Diesmal will das Land besser vorbereitet sein. Über zahlreichen Umspannwerken, die den Strom landesweit verteilen, wurden Schutzvorrichtungen errichtet.

Zudem haben die Behörden Hunderte Millionen Euro in die Reparatur beschädigter Kraftwerke und den Aufbau dezentraler Energiequellen investiert. Darunter fallen etwa gasbetriebene Turbinen, die als kleinere Anlagen schwerer zu treffen sind. Auch das Stromnetz wurde verstärkt, um bei Angriffen auf Übertragungsleitungen den Strom umleiten zu können.

Viele Bürger sorgen zudem privat vor. Batterien und tragbare Gasheizungen gehören mittlerweile zur Grundausstattung zahlreicher ukrainischer Haushalte – in Erwartung eines erneut harten Winters.

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