Bedrohung durch Russland: Putin-Angriff befürchtet - Nato-Staaten planen Evakuierung

In der Nato wächst die Sorge vor einem russischen Angriff. An der Ostgrenze des westlichen Verteidigungsbündnisses bereitet man sich bereits auf den Ernstfall vor. Polen und Litauen wollen einen gemeinsamen Evakuierungsplan für Zivilisten erarbeiten. Denn die Grenze zwischen beiden Ländern scheint besonders gefährdet.

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Wird Wladimir Putin die Nato über die sogenannte Suwałki-Lücke angreifen? In Polen und Litauen bereitet man sich bereits auf den Ernstfall vor. (Foto) Suche
Wird Wladimir Putin die Nato über die sogenannte Suwałki-Lücke angreifen? In Polen und Litauen bereitet man sich bereits auf den Ernstfall vor. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Alexander Kazakov
  • Sorge vor Putin-Angriff in Polen und Litauen
  • Die beiden Nato-Staaten bereiten einen gemeinsamen Evakuierungsplan für Zivilisten vor
  • Russland könnte dieSuwałki-Lücke als "Achillesferse" der Nato nutzen

Sicherheitsexperten und Politiker haben in den vergangenen Wochen vor einer zunehmenden russischen Bedrohung für die Nato gewarnt. Wladimir Putin könnte das westliche Verteidigungsbündnis bereits innerhalb weniger Wochen angreifen, hieß es. Nato-Länder, die unter Umständen zuerst betroffen wären, bereiten sich bereits auf ein solches Szenario vor.

Polen und Litauen bereiten Evakuierungsplan für möglichen Putin-Angriff vor

Wie unter anderem der "Daily Express" berichtet, entwickeln Polen und Litauen derzeit einen grenzüberschreitenden Evakuierungsplan, der im Ernstfall dieFlucht von Zivilisten aus den baltischen Staaten über polnisches Territorium ermöglichen soll. Vilmantas Vitkauskas, Chef des litauischen Nationalen Krisenmanagementzentrums, erklärte dazu: "Verfahren, Logistik und Infrastrukturkapazitäten werden gemeinsam mit Kollegen aus Polen analysiert, und der Plan selbst soll entwickelt werden, sobald eine Vereinbarung zwischen den beiden Ländern erzielt wird."

Nato-Staaten reagieren auf Bedrohung durch Wladimir Putin

Die Vorbereitungen laufen im Rahmen der litauischen Großübung "Vyčio Skliautas 2026", die am 25. September startete und bis Anfang Oktober andauert. Dabei werden Reaktionen auf potenzielle Bedrohungen wie hybride Kriegsführung, Cyberangriffe und Sabotageakte evaluiert. Rund 3.000 Beamte und Vertreter verschiedener Institutionen sowie etwa 1.000 Freiwillige nehmen laut "Daily Express" teil. Eine rund 20-köpfige polnische Delegation ist ebenfalls vor Ort.

Nutzt Russland die Suwałki-Lücke für einen Angriff?

Im Zentrum der Planungen steht die sogenannte Suwałki-Lücke – ein schmaler Landstreifen von nur rund 65 Kilometern Breite zwischen Polen und Litauen. Dieser Korridor bildet die einzige Landverbindung zwischen den baltischen Nato-Staaten und dem Rest des Bündnisses. Eingeklemmt zwischen der russischen Exklave Kaliningrad und dem mit Moskau verbündeten Belarus, gilt er seit Jahren als "Achillesferse" der Allianz.

Baltikum könnte von restlichem Nato-Gebiet abgeschnitten werden

Sollten russische und belarussische Truppen diesen Korridor abriegeln oder besetzen, wären Estland, Lettland und Litauen von jeglicher Verstärkung über den Landweg abgeschnitten. Vitkauskas betonte laut "AOL" die "enorme Bedeutung der Suwałki-Lücke, sowohl militärisch als auch logistisch". Im Krisenfall wäre die Region nicht nur für Truppenbewegungen und Nachschub entscheidend, sondern eben auch für die Evakuierung von Zivilisten.

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