Juri Jewitsch: Muss Moskau erst brennen? Russischer Militärarzt sorgt mit Napoleon-Vergleich für Wirbel

Würde Russland erst "ernsthaft" gegen die Ukraine und den Westen kämpfen, falls Moskau niederbrennt? Mit solchen Aussagen irritiert der russische Militärarzt Juri Jewitsch in einem Video, das in den sozialen Medien verbreitet wurde. Dabei zog der Putin-Unterstützer auch einen bizarren Napoleon-Vergleich

Von news.de-Redakteur - Uhr

Ein russischer Militärarzt sprach über die mögliche Zerstörung Moskaus. (Foto) Suche
Ein russischer Militärarzt sprach über die mögliche Zerstörung Moskaus. Bild: Adobe Stock/romanevgenev
  • Russischer Militärarzt spricht über die mögliche Zerstörung Moskaus
  • Laut Juri Jewitsch könnte ein solcher Vorfall den Kampfwillen der Russen sogar erhöhen
  • Bizarrer Napoleon-Vergleich auf X veröffentlicht

Während Sicherheitsexperten aktuell vor einer zunehmenden Bedrohung durch Wladimir Putin für Europa warnen, herrscht in Russland weiterhin eine ganz eigene Sicht auf die weltpolitische Lage. Unterstützer des Kremls stellen Kiew und den Westen als eigentliche Aggressoren im Ukraine-Konflikt dar. Dazu zählt auch der russische Militärarzt Juri Jewitsch, der nun mit irritierenden Aussagen für Schlagzeilen sorgt.

Russischer Militärarzt zieht bizarren Napoleon-Vergleich zum Ukraine-Konflikt

Der estnische Kriegsblogger "WarTranslated" teilte auf X (vormals Twitter) ein 40 Sekunden langes Video, in dem Jewitsch über mögliche Angriffe auf Russland aus dem Westen spricht. "Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass wir dem Ansturm des feindlichen Stahls mit unserem eigenen Fleisch und Blut begegnen werden, so wie wir es schon immer getan haben. Ich habe fast keinen Zweifel daran, dass die Ergebnisse fantastisch sein werden", sagte der Militärarzt, der laut "WarTranslated" bereits 2014 an der Folterung ukrainischer Soldaten beteiligt gewesen sein soll. Anschließend zog Jewitsch einen bizarren Vergleich zur früheren russischen Geschichte. "Wir erinnern uns doch daran, oder? Früher haben alle über Napoleon gelacht, diesen Niemand aus Korsika. Aber als er Moskau einnahm, waren alle sprachlos, weil sie fest davon überzeugt waren, dass so etwas niemals passieren könnte. Kurz gesagt: Es würde mich nicht überraschen, wenn es so weit käme, dass der Feind Moskau bis auf die Grundmauern niederbrennt."

Juri Jewitsch spricht über mögliche Folgen einer Zerstörung Moskaus

Für den Putin-Unterstützer könnte ein westlicher Angriff für Russland jedoch auch positive Folgen haben. "Dann werden wir denken: Verdammt, wir müssen das jetzt ernst nehmen. Und so werden wir schließlich doch damit beginnen, Kampfaufklärung, Kampfsysteme und alles andere zu entwickeln. Es ist unsere gesamte nationale Mentalität, die uns so zögerlich macht, wenn es darum geht, an die Arbeit zu gehen", so Jewitsch weiter. "WarTranslated" interpretiert die Aussagen des Militärarztes wie folgt: "Juri Jewitsch ... brachte Napoleon ins Spiel und deutete an, dass nach dessen Logik die Ukrainer zunächst Moskau niederbrennen müssten, damit die Russen anfangen würden, 'ernsthaft zu kämpfen'. Und kein einziger Gedanke daran, wie man den Krieg beenden könnte."

Gibt es im Westen Angriffspläne gegen Russland?

Die Echtheit der Aufnahmen ließ sich bislang nicht unabhängig überprüfen. Zu beachten ist, dass sowohl Russland als auch die Ukraine während des Krieges auf Propagandamaterial zurückgreifen können, um die jeweils andere Seite in ein schlechtes Licht zu rücken. Abgesehen davon entbehren Jewitschs angebliche Aussagen jeder faktischen Grundlage. Öffentlich ist nichts über Angriffspläne des Westens oder der Ukraine bekannt, die auf eine komplette Zerstörung Moskaus abzielen. Die ukrainische Armee hatte jedoch in den vergangenen Monaten immer wieder Drohnenattacken gestartet, die sich gezielt gegen die russische Energieinfrastruktur richteten.

Auch diese News rund um den Ukraine-Krieg könnten Sie interessieren:

/bua/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.