Wladimir Putin: Militärexperte sieht Europa schon im 3. Weltkrieg - Kremlchef zu schwach?

Die Warnungen vor einer direkten Konfrontation mit Russland wurden zuletzt wieder lauter. Für einen spanischen Militärexperten hat der 3. Weltkrieg jedoch schon längst begonnen. Angst vor Putins Armee müsse man in Europa laut Ramón Cuerda Riva jedoch nicht haben.

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Könnte Wladimir Putin aktuell einen Krieg gegen die Nato gewinnen? Ein Militärexperte hat große Zweifel. (Foto) Suche
Könnte Wladimir Putin aktuell einen Krieg gegen die Nato gewinnen? Ein Militärexperte hat große Zweifel. Bild: picture alliance/dpa/Indian Foreign Ministry | Uncredited
  • Laut einem spanischen Militärexperten befindet sich Europa "bereits im Dritten Weltkrieg"
  • Konventioneller Angriff Russlands auf die Nato sei aber unwahrscheinlich
  • Krieg finde derzeit im hybriden Bereich statt
  • Putins Verluste im Ukraine-Krieg haben Schwächen der russischen Armee offenbart

In Russland sank laut Umfragen zuletzt die Zustimmung für Wladimir Putin. Mit einem klaren Sieg der Kreml-Partei "Einiges Russland" will sich der Kremlchef bei der dreitägigen Parlamentswahl vom 18. bis 20. September nun Unterstützung zurückholen und so auch seinen Krieg gegen die Ukraine legitimieren. Währenddessen verschärfte Moskau zuletzt erneut den Ton gegenüber dem Westen. Putins Berater Nikolai Patruschew etwa drohte Polen mit der Auslöschung des gesamten Landes innerhalb von wenigen Tagen, sollte es sich aggressiv gegenüber Russland verhalten. Riskiert der Kreml tatsächlich eine direkte militärische Konfrontation mit der Nato?

Militärexperte behauptet: 3. Weltkrieg ist bereits da

Der spanische Militärexperte Ramón Cuerda Riva hat dazu eine klare Meinung. Ihm zufolge befinde sich die Europäische Union (EU) "bereits im Dritten Weltkrieg", der momentan im hybriden Bereich ausgetragen werde. Die Gefahr, dass es bald zu einer Wehrpflicht für Zivilisten im Kampf gegen Russland kommt, schätzt der Ex-Offizier jedoch gering ein. "Die Erschöpfung Russlands und die militärische Überlegenheit der Nato machen einen konventionellen Krieg unwahrscheinlich", schreibt er in einem aktuellen Artikel für "Escudo Digital".

Wladimir Putin chancenlos gegen Europa?

Ramón Cuerda Riva zufolge habe die Kreml-Propaganda "jahrzehntelang das Bild kolossaler, moderner und unbesiegbarer russischer Streitkräfte vermittelt". Die Invasion der Ukraine habe jedoch die Realität offenbart. Putins Truppen sei es nicht gelungen, Kiew "wie geplant innerhalb von drei Tagen einzunehmen". Zudem sei Moskau nun in einen "brutalen Abnutzungskrieg verwickelt, der seine konventionellen militärischen Kapazitäten zunichtegemacht hat". Der Experte verweist auf die schweren Verluste während des Ukraine-Kriegs, die Russland dazu zwangen, auf alte Panzer aus der Zeit der Sowjetunion zurückzugreifen. "Und sie können diese weder modernisieren noch durch neue Modelle ersetzen, da sich ihre Kriegswirtschaft am Rande des Bankrotts befindet."

Russische Verluste im Ukraine-Krieg könnten Sieg über die Nato unwahrscheinlich machen

Putins Armee sei zudem durch die vielen Toten und Verwundeten an der Front geschwächt. Der Kreml verlor darüber hinaus viele gut ausgebildete Menschen, die aus Angst vor einer Einberufung ins Militär aus dem Land flohen. Soldaten, die aktuell in der Ukraine kämpfen, seien laut Ramón Cuerda Riva keine Elitetruppen. "Eine Armee unter diesen Bedingungen kann zwar verschanzte Stellungen verteidigen, verfügt jedoch überhaupt nicht über die logistischen und operativen Kapazitäten, um eine Invasion in das übrige Europa zu starten." Man wäre in Europa in der Lage, jede russische Armee "zu Lande, zu Wasser und in der Luft" zu vernichten, so der Experte weiter.

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