Wladimir Putin: Milliarden-Rechnung - sein Gaskrieg kommt Deutschland teuer zu stehen
Jahrelang war Deutschland enorm abhängig von russischem Öl und Gas. Als Wladimir Putin nach Beginn des Ukraine-Kriegs die Lieferungen einschränkte, gab es Probleme durch steigende Energiepreise. Für den Staat wurde es teuer.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Energiekrise infolge des Ukraine-Kriegs wurde für Deutschland teuer
- Staat gab rund 600 Euro pro Bürger für Entlastungsmaßnahmen aus
- Experten kritisieren frühere deutsche Abhängigkeit von russischem Gas
Die Folgen des Ukraine-Kriegs sind auch in Deutschland spürbar. Zuletzt wuchsen die Spannungen zwischen Moskau und Berlin erneut, nachdem die Bundesrepublik neue Sanktionen gegen den Kreml verhängte - als Reaktion auf einen versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle. Bereits kurz nach Beginn der russischen Invasion stiegen hierzulande die Energiepreise, weil Putin die Gaslieferungen nach Europa einschränkte. Der Staat musste daraufhin die Bürgerinnen und Bürger entlasten - und das wurde richtig teuer, wie eine neue Analyse zeigt.
Wladimir Putins Gaskrieg wird für Deutschland teuer
50,4 Milliarden Euro hat der Bund für Entlastungs- und Stabilisierungsmaßnahmen während der Energiekrise ausgegeben. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Robin Wagener hervor, die der "Bild" nun exklusiv vorliegt. Rund 600 Euro pro Kopf musste der Staat somit allein für die direkten Hilfsmaßnahmen aufwenden. Darin enthalten sind unter anderem die Gas- und Strompreisbremsen sowie die Dezember-Soforthilfe – jenes Rettungspaket, das Kanzler Olaf Scholz seinerzeit als "Doppelwumms" angekündigt hatte.
Hohe wirtschaftliche Kosten für die Bundesrepublik durch Ukraine-Krieg
Wirtschaftsweise Veronika Grimm ergänzte gegenüber der "Bild":"Die tatsächlichen wirtschaftlichen Folgen der Energiekrise dürften allerdings deutlich höher gewesen sein."Die staatlichen Hilfen seien dennoch nötig gewesen, um Firmenpleiten und übermäßige Belastungen privater Haushalte abzuwenden.
Sicherheitsexperte Frank Umbach von der Universität Bonn verwies darauf, dass weder die Kosten für neue LNG-Terminals noch die Folgen dauerhaft gestiegener Energiepreise in der Summe auftauchen. Zudem räumt er mit einer verbreiteten Legende auf: Das russische Gas sei schon vor der Erpressung keineswegs günstig gewesen – nachweislich bereits seit 2012 nicht mehr.
Deutschland war von Putins Gas enorm abhängig
Energieökonomin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht in den Milliardenhilfen schlicht "die Rechnung für eine jahrelang unterschätzte energiepolitische Abhängigkeit" – Deutschland hatte schließlich rund 55 Prozent seines Gasbedarfs aus Russland gedeckt. Grünen-Politiker Wagener machte deutlich, dass die Abhängigkeit vom russischen Öl und Gas Putins Krieg gegen die Ukraine erst möglich gemacht habe.
Laut dem Ukraine-Tracker des Kiel-Instituts belaufen sich Deutschlands bilaterale Hilfen an Kiew bis Ende Juni 2026 auf 30,6 Milliarden Euro – die Bewältigung der Energiekrise verschlang also nahezu das Doppelte.
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