Wladimir Putin: Abgeschirmt vom Rest der Welt - so geheim lebt Putins Familie

Eine geheime Enkelin, die fast den Namen Selenskyj getragen hätte, eine Ex-Ehefrau, zwei Töchter und eine mutmaßliche Affäre, die weitreichende Folgen hat. Putins Familienbande sind verworren - und mit Absicht geheim gehalten ... fast.
 

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Der russische Machthaber Wladimir Putin (73) schweigt über sein Privatleben. Journalisten haben nun jedoch seine geheime Enkelin ausfindig gemacht. (Foto) Suche
Der russische Machthaber Wladimir Putin (73) schweigt über sein Privatleben. Journalisten haben nun jedoch seine geheime Enkelin ausfindig gemacht. Bild: picture alliance/dpa/Sputnik/Aleksey Nikolskyi
  • Wladimir Putin - Familiengheimnis um seine Enkelin durchgesickert
  • So lebt der russische Kreml-Nachwuchs im Geheimen
  • Ehefrau, Kinder, Affäre - das ist über die Familienbeziehungen des Machthabers bekannt

Russlands Präsident Wladimir Putin hält sein Privatleben streng unter Verschluss. Besonders seine Familie soll möglichst unsichtbar bleiben. Doch immer wieder gelingt es Investigativjournalisten, Teile dieses gut gehüteten Geheimnisses zu enthüllen. Zuletzt sorgte eine bislang unbekannte Enkelin für Aufsehen: Recherchen des russischen Investigativmediums "Proekt" zufolge soll Putin eine Enkelin namens Elza Igorewna Tichonowa haben.

Putins geheime Enkelin - Recherchen enthüllen Familiengeheimnis

Das Mädchen soll im Dezember 2017 geboren worden sein und ist demnach die Tochter von Putins Tochter Katerina Tichonowa und dem russischen Ballettstar Igor Selenskyj. Die Details über das Leben der Achtjährigen geben zugleich einen seltenen Einblick in die extreme Abschottung von Putins Familie.

Denn: Russlands Präsident Wladimir Putin hütet kaum etwas so streng wie die Identität seiner Familienangehörigen.

Privatjet, Kindermädchen und bewaffneter Schutz - so lebt der Kreml-Nachwuchs

Die Identität der mutmaßlichen Putin-Enkelin wurde laut der unabhängigen Nachrichtenagentur "Agentstvo" anhand einer geleakten Datenbank des russischen Grenzschutzes rekonstruiert. Diese Dokumente gewähren auch seltene Einblicke in den abgeschirmten Alltag der Familie: Im November 2019 soll Elza zusammen mit ihren Eltern in einem Geschäftsflugzeug nach München gereist sein, wo Igor Selenskyj zu jener Zeit das Bayerische Staatsballett leitete. Der Aufenthalt dauerte den Unterlagen zufolge rund zwei Monate.

Die Reisegruppe war dabei alles andere als klein: Mindestens vier Kindermädchen, zwei Fremdsprachenlehrer, eine persönliche Assistentin Tichonowas sowie Angehörige des russischen Föderalen Schutzdienstes sollen das Mädchen begleitet haben. Später folgte offenbar noch eine weitere Reise nach Kroatien.

Dieser aufwendige Sicherheitsapparat rund um ein Kleinkind fügt sich nahtlos in das bekannte Muster ein, mit dem der Kreml sämtliche Familienmitglieder des Präsidenten von der Öffentlichkeit abschirmt.

Wladimir Putin: Zwei Töchter, zwei falsche Namen – und jahrzehntelanges Schweigen

Elza ist kein Einzelfall. Auch Putins beide Töchter aus seiner Ehe mit Ljudmila lebten über zwei Jahrzehnte lang unter angenommenen Nachnamen, ohne jemals öffentlich mit ihrem Vater in Verbindung gebracht zu werden. Maria, 1985 in Leningrad geboren, nutzt den Namen Woronzowa. Katerina, ein Jahr später in Dresden zur Welt gekommen, tritt als Tichonowa auf. Bis 2015 wusste die breite Öffentlichkeit nicht einmal, wie die beiden aussehen – die letzten offiziellen Familienfotos stammten aus dem Jahr 2002, und auf diesen waren die Mädchen nur von hinten zu sehen.

Erst als internationale Medien 2015 Katerinas Rolle als Chefin der staatsnahen Firma Innopraktika aufdeckten, wurde ihre Identität bekannt. Beide Schwestern sind promoviert und leiten milliardenschwere, vom Kreml geförderte Projekte. Am 6. April 2022 verhängten die USA persönliche Sanktionen gegen sie – woraufhin Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erstmals indirekt bestätigte, dass es sich tatsächlich um Putins Töchter handelt.

Kreml-Chef und die Liebe - Scheidung im Staatsfernsehen, Gerüchte um TurnerinAlina Kabajewa

Putins Privatleben war stets eine Blackbox. Selbst die Trennung von seiner Frau Ljudmila inszenierte er 2013 auf ungewöhnliche Weise: Nach einem gemeinsamen Ballettbesuch im Kremlpalast verkündeten beide im Staatsfernsehen das Ende ihrer Ehe. "Unsere Ehe ist zu Ende, weil wir uns praktisch nicht sehen", erklärte Ljudmila damals. Die Scheidung wurde 2014 vollzogen.

Seither ranken sich hartnäckige Gerüchte um eine Beziehung zur ehemaligen Olympia-Turnerin Alina Kabajewa. Bereits 2008 hatte die Zeitung "Moskowski Korrespondent" über eine angebliche Verlobung der beiden berichtet – kurz darauf wurde das Blatt eingestellt. 2019 soll Kabajewa laut Boulevardberichten Zwillinge in Moskau zur Welt gebracht haben.

Darüber hinaus berichtete das Investigativmedium "The Project" 2020 über Swetlana Krivonogich und deren Tochter Elizaveta, die 2003 geboren wurde und das Patronym Wladimirowna trägt. Laut Reuters hat Putin selbst von mehreren jungen Familienmitgliedern gesprochen und dabei erwähnt, dass diese fließend Mandarin beherrschten – ohne deren Identität preiszugeben.

Der Kreml versprach ewiges Schweigen über sein Privatleben – vergebens

Die konsequente Verschleierung von Putins Familienverhältnissen folgt einer klaren Strategie. Kreml-Sprecher Peskow formulierte das Prinzip 2013 unmissverständlich: "Gerüchte gibt es zuhauf. Aber wir sagen nie etwas über Wladimir Putins Familie, und das werden wir auch nie tun." Putin selbst begründete die Abschottung seiner Töchter mit Sicherheitsbedenken und deren eigenem Wunsch, keine öffentliche Rolle einzunehmen.

Doch die Mauer der Geheimhaltung bekommt immer mehr Risse. Geleakte Grenzdatenbanken, internationale Investigativrecherchen und westliche Sanktionslisten haben in den vergangenen Jahren Stück für Stück offengelegt, was der Kreml verbergen wollte – von den Karrieren der Töchter über deren Ehepartner bis hin zur Existenz einer achtjährigen Enkelin. Selbst Putins eigene seltenen Andeutungen über seine Familie, etwa die Bemerkung über Mandarin sprechende junge Verwandte, liefern Rechercheuren mittlerweile Puzzleteile, die sich zu einem immer vollständigeren Bild zusammenfügen.

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