Donald Trump: "Beispiellose Vertuschung" - schwere Vorwürfe gegen Trump-Minister
Bei einem iranischen Marschflug-Angriff wurden acht US-Marines verletzt – doch das Pentagon schwieg tagelang. Demokraten im Kongress sprechen nun von einer gezielten Vertuschung der wahren Opferzahlen des Iran-Krieges.
Erstellt von Ines Fedder - Uhr
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- Pentagon wegen verzögerter Meldung von verletzten US-Marines in der Kritik
- Iranischer Raketenangriff auf US-Soldaten sorgt für neue Vorwürfe
- Demokraten sprechen von möglicher Vertuschung der Kriegsverluste im Iran
- Unter Donald Trump: Mehr als 50.000 US-Soldaten im Nahen Osten im Einsatz
Schwere Vorwürfe gegen Trumps US-Kriegsminister Pete Hegseth: Das Pentagon soll einen iranischen Raketenangriff auf amerikanische Soldaten vertuscht haben. Wie "NBC News" unter Berufung auf drei anonyme US-Regierungsvertreter berichtet, traf am 14. September ein iranischer Marschflugkörper ein Schiff in der Straße von Hormus, auf dem sich mindestens acht US-Marines befanden.
Besonders brisant: Weder das Verteidigungsministerium noch das US-Zentralkommando machten den Vorfall öffentlich bekannt. Erst rund zehn Tage nach dem Angriff wurden die verletzten Soldaten in das offizielle Verlustsystem des Ministeriums, das sogenannte Defense Casualty Analysis System (DCAS), eingetragen.
Demokratische Kongressabgeordnete erheben nun massive Vorwürfe gegen Hegseth, berichtet die "Daily Mail". Sie werfen dem Pentagon vor, die tatsächlichen Opferzahlen des Iran-Krieges systematisch zu verschleiern. Der Vorfall befeuert eine bereits seit dem Sommer schwelende Debatte über die mangelnde Transparenz der Regierung bei der Berichterstattung über Kriegsverluste.
US-Marines erlitten Rauchvergiftungen und mögliche Hirnverletzungen bei Iran-Angriff
Bei dem getroffenen Schiff handelte es sich laut den Regierungsvertretern um ein "maritimes Fahrzeug", dessen Typ, Flagge und Name nicht genannt wurden. Es war kein Schiff der US-Marine. An Bord befanden sich sieben Mannschaftsdienstgrade und ein Offizier, die einem Bataillons-Landungsteam angehörten.
Die acht Marines zogen sich durch den Einschlag Rauchvergiftungen, mögliche traumatische Hirnverletzungen sowie weitere erschütterungsbedingte Symptome wie Kopfschmerzen zu. Keine der Verletzungen wurde als schwerwiegend eingestuft. Sämtliche Betroffenen nahmen kurz nach dem Angriff ihren Dienst wieder auf.
Brisant ist vor allem die verzögerte Erfassung: Erst etwa zehn Tage nach dem Vorfall tauchten die Verwundeten im DCAS auf. Ein Regierungsvertreter erklärte gegenüber "NBC News", die Verzögerung könne darauf zurückzuführen sein, dass Soldaten Vorfälle nicht sofort in die Datenbank eintragen. Das System enthält weder Angaben zur Identität der Betroffenen noch zu Ort, Zeitpunkt oder Umständen der Verletzungen.
Demokraten werfen Pentagon "beispiellose Vertuschung" vor
Der New Yorker Kongressabgeordnete Pat Ryan bezeichnete die verspätete Meldung von Opferzahlen im DCAS als "offenkundige, beispiellose Vertuschung". Demokratische Mitglieder des Aufsichtsausschusses im Repräsentantenhaus richteten zudem ein Schreiben an Hegseth, in dem sie dem Pentagon vorwerfen, die Zahl der Kriegsopfer gezielt zu verschleiern.
Die Transparenzbedenken reichen bereits Monate zurück. Im Sommer hatte das Verteidigungsministerium die offiziellen Opferzahlen des Iran-Krieges nach unten korrigiert, indem bestimmte Todesfälle und Verletzungen neu klassifiziert wurden. Dieser Schritt löste heftige Kritik aus.
Nach den aktuellsten DCAS-Statistiken wurden seit Beginn des Konflikts 861 US-Soldaten verwundet und 19 getötet. Angesichts der nun bekannt gewordenen Verzögerungen bei der Erfassung stellt sich jedoch die Frage, ob diese Zahlen das tatsächliche Ausmaß der Verluste widerspiegeln.
Kritik aus Trumps eigenem Lager: "Leichtsinniges Spiel mit amerikanischen Leben"
Doch nicht nur Demokraten üben scharfe Kritik. Der Bericht löste auch Empörung bei ehemaligen Verbündeten des Präsidenten aus, die sich wegen des Konflikts von Trump abgewandt haben.
Joe Kent, ein früherer Geheimdienstmitarbeiter, der aus Protest gegen den Krieg aus der Trump-Regierung ausgetreten war, reagierte mit deutlichen Worten: "Wenn dieser Bericht stimmt, bedeutet das, dass wir US-Truppen einsetzen, um Öltanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren, wo das Öl vor diesem desaströsen Krieg frei geflossen ist."
Kent bezeichnete den Einsatz als "leichtsinniges und frivoles Spiel mit amerikanischen Leben". Die Soldaten würden nicht zum Schutz vor terroristischen Bedrohungen für die Heimat riskiert, sondern lediglich, um den Schaden einzudämmen, den man sich selbst und der Weltwirtschaft zugefügt habe. Mit seiner Kritik ist Kent nicht alleine. Bereits vor Wochen sickerte durch, dass Trumps Iran-Plan auf erheblichen Widerstand innerhalb seiner eigenen Regierung und ranghohen US-Militärvertretern stieß.
Über 50.000 US-Soldaten im Einsatz – Donald Trump lehnt iranisches Friedensangebot ab
Derzeit sind mehr als 50.000 amerikanische Soldaten unter dem Kommando des US-Zentralkommandos im Nahen Osten stationiert. Ihre Aufgaben umfassen die Unterstützung verbündeter Staaten bei der Abwehr von Angriffen, Offensivoperationen gegen Ziele in der Islamischen Republik sowie die Durchsetzung einer Blockade iranischer Schiffe in der Straße von Hormus.
Vergangene Woche blieb ein Treffen zwischen US-amerikanischen und iranischen Vertretern am Rande der UN-Generalversammlung in New York ohne greifbare Ergebnisse. Trump wies am Wochenende einen iranischen Sieben-Tage-Friedensplan zurück: "Ich lehne ihren Deal ab." Der Iran wolle die Meerenge sofort öffnen, "weil sie so schlecht verlieren", so der Präsident.
Ursprünglich hatte Trump einen raschen Kriegsabschluss binnen weniger Wochen in Aussicht gestellt. Inzwischen rechnet er damit, dass sich der Konflikt mindestens bis nach den Zwischenwahlen im November hinziehen wird.
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