Blamage für Donald Trump: US-Präsident von republikanischen Bürgermeistern vorgeführt
Der Senatswahlkampf in Georgia wird für US-Präsident Donald Trump zum Spießroutenlauf. Ausgerechnet sein Erzfeind Jon Ossof läuft ihm den Rang ab. Gleich mehrere republikanische Bürgermeister sicherten ihm ihre Unterstützung zu. Ein Affront.
Erstellt von Ines Fedder - Uhr
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- US-Präsident Donald Trump von republikanischen Bürgermeistern vorgeführt
- Senatswahl in Georgia als Sinnbild des Problems: Donald Trump verliert an Unterstützung
- Erzfeind Jon Ossof als Kandidat für die Präsidentschaftswahl gehandelt
US-Präsident Donald Trump verliert nicht nur den Rückhalt in der eigenen Bevölkerung - aktuelle Umfrage-Auswertungen zeigen ein erschreckendes Ergebnis - auch unter seinen Partei-Kollegen gibt es zahlreiche Kritiker:innen. Im US-Bundesstaat Georgia zeichnet sich eine bemerkenswerte Entwicklung ab.
Mindestens drei republikanische Bürgermeister haben sich öffentlich hinter den demokratischen Amtsinhaber Jon Ossoff gestellt – und damit gegen den von Präsident Donald Trump unterstützten Herausforderer Mike Collins.
Affront gegen Donald Trump - republikanische Bürgermeister wenden sich von ihm ab
Die Stadtoberhäupter Gail Fry (Toccoa), James Matheson (Valdosta) und Julie Smith (Tifton) begründen ihren ungewöhnlichen Schritt mit Ossoffs konkreter Arbeit für ihre Gemeinden, wie der "Daily Beast" unter Berufung auf die "New York Times" berichtet.
Für Trump ist das ein empfindlicher Rückschlag. Der Präsident hatte Collins wiederholt als seinen Wunschkandidaten beworben und Ossoff mit persönlichen Attacken überzogen. Dass nun ausgerechnet konservative Kommunalpolitiker dem Demokraten den Rücken stärken, untergräbt Trumps Einfluss in einem der am stärksten beobachteten Senatsrennen des Landes.
Beispiel Gail Fry - von der Gegnerin zur Unterstützerin
Besonders aufschlussreich ist der Wandel von Gail Fry. Die Bürgermeisterin der Kleinstadt Toccoa im Nordosten Georgias mit weniger als 10.000 Einwohnern hatte vor sechs Jahren noch gegen Ossoff gestimmt. Inzwischen hat sich ihr Bild grundlegend verändert. "Wir haben von Senator Ossoff mehr Unterstützung bekommen als von jedem anderen Amtsträger, den wir kontaktiert haben", erklärte sie gegenüber der "New York Times".
Als konkretes Beispiel nannte Fry einen Bundeszuschuss in Höhe von 8,4 Millionen Dollar, den Ossoff für die Erdgasinfrastruktur ihrer Gemeinde eingeworben hatte. Besonders beeindruckt zeigte sie sich von seiner Eigeninitiative: "Er ruft uns an und fragt: 'Was braucht ihr?'"
Ähnlich äußerten sich die Bürgermeister von Valdosta und Tifton in einem Gespräch mit der "Atlanta Journal-Constitution". Julie Smith betonte, dass nicht sie den Senator aufspüren müsse, sondern er sich proaktiv bei ihr melde. "Er war sehr gut für Südgeorgia, und in meiner überparteilichen Rolle als Bürgermeisterin muss ich auf jemanden setzen, der sich um seine Wähler kümmert", sagte sie. Als Republikanerin erkenne sie an, dass manche Persönlichkeiten über Parteigrenzen hinauswachsen würden.
James Matheson bezeichnete sich selbst als "knallharten Konservativen", nannte Ossoff aber zugleich einen Freund. "Ich werde für diese Unterstützung Gegenwind bekommen, und das ist mir egal", erklärte er. Den Wählern gegenüber könne er dem Senator unmöglich den Rücken kehren: "Dieser Mann war absolut unglaublich."
Donald Trump spottet über demokratischen Gegenkandidaten Ossof
Der US-Präsident reagierte auf das umkämpfte Rennen mit demonstrativer Unterstützung für seinen Kandidaten. "Mike wird von den angesehensten MAGA-Patrioten in Georgia und darüber hinaus unterstützt. Er ist ein KRIEGER und GEWINNER!", schrieb Trump im Juni. Inhaltliche Argumente gegen Ossoff blieb er dabei schuldig.
Stattdessen griff Trump den demokratischen Senator mit persönlichen Schmähungen an. Unter anderem verunstaltete er dessen Nachnamen zu einem vulgären Wortspiel. Auf Truth Social verglich er Ossoffs Aussehen zudem mit der Comedyfigur Pee-wee Herman. "Ich weiß nicht, ob es einen genetischen Stammbaum gibt, aber die Ähnlichkeit ist frappierend!", spottete der Präsident und fügte hinzu, Collins solle "Pee-wee" problemlos schlagen können.
Ossoff auch als Präsidentschaftskandidat im Gespräch
Die parteiübergreifende Rückendeckung durch konservative Kommunalpolitiker dürfte Ossoffs Chancen im Senatsrennen weiter verbessern. Dass republikanische Amtsträger trotz des zu erwartenden Drucks aus der eigenen Partei öffentlich für einen Demokraten eintreten, unterstreicht die Wirkung seiner pragmatischen Arbeit vor Ort.
Doch die politische Bedeutung reicht möglicherweise über Georgia hinaus. Laut Online-Prognosemärkten zählt Ossoff bereits zu den aussichtsreichsten Anwärtern auf die demokratische Präsidentschaftskandidatur 2028. Sollte er sich im Senatswettbewerb gegen Trumps Wunschkandidaten Collins durchsetzen – womöglich mit Stimmen republikanischer Wähler –, würde das seinen Ruf als parteiübergreifend anschlussfähiger Politiker weiter festigen.
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