Donald Trump veröffentlicht Handy-Nummer: Rache-Aktion des US-Präsidenten - Senator einfach bloßgestellt
Geheimdienstexperten schlagen Alarm: Weil ein Senator die Abschaffung der Zeitumstellung blockiert, stellt Donald Trump dessen Handynummer ins Netz – und ruft Millionen Bürger dazu auf, den Parteifreund unter Druck zu setzen.
Erstellt von Ines Fedder - Uhr
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- Donald Trump veröffentlicht private Handynummer von Senator Tom Cotton
- Streit um geplante Abschaffung der Zeitumstellung eskaliert
- Republikaner blockiert Trumps Gesetzesvorhaben im US-Senat
- Demokraten warnen vor Sicherheitsrisiken durch öffentliche Preisgabe der Nummer
Geht der amerikanische Präsident mit dieser Aktion viel zu weit? US-Präsident Donald Trump hat am Samstag die persönliche Handynummer des republikanischen Senators Tom Cotton aus Arkansas auf Truth Social veröffentlicht – und damit einen innerparteilichen Konflikt auf ein neues Level gehoben. Der Auslöser des Streits war eigentlich eher harmlos: Cotton blockiert im Senat den sogenannten "Sunshine Protection Act", der die dauerhafte Sommerzeit in den USA einführen soll.Eine Unstimmigkeit unter vielen - doch Donald Trump greift zum Äußersten.
Donald Trump veröffentlicht Handy-Nummer von US-Senator Tom Cotton
In seinem Beitrag auf der Plattform Truth Social wandte sich Trump direkt an die Bevölkerung von Arkansas. Cotton, den er als "Freund" bezeichnete, halte ein "sehr wichtiges Gesetz" auf, schrieb der Präsident. Wen Trump ebenfalls als "Freund" bezeichnete, war vor wenigen Tagen Nordkorea-Diktator Kim Jong Un. In einer absurden Rede hielt der US-Präsident regelrecht eine Lobeshymne auf den Machthaber.
In diesem Fall forderte Trump die Bürger des Bundesstaates auf, ihrem Senator Tom Cotton klarzumachen, dass das Vorhaben ein "großartiger überparteilicher Sieg" für den Senat und ganz Amerika wäre. Und dann veröffentlichte er auch noch die Telefonnummer des Senators.
Laut "CNN" war Cottons Mailbox bereits kurz darauf voll. Bei späteren Anrufversuchen meldete eine automatische Ansage, der Mobilfunkkunde sei nicht erreichbar. Aber worum ging es Donald Trump bei dieser perfiden "Racheaktion" eigentlich, die maximalen Druck auf den Abgeordneten ausübt?
Breite Mehrheit im Repräsentantenhaus – Trump will die Zeitumstellung abschaffen
Im Repräsentantenhaus hatte das Gesetz zur Abschaffung der Zeitumstellung im Sommer eine deutliche Mehrheit gefunden: 308 Abgeordnete stimmten dafür, nur 117 dagegen. Seitdem liegt das Vorhaben jedoch im Senat auf Eis.
"Absurd späte Sonnenaufgänge" - Zeitumstellung ein schwieriges Thema
Cotton gehört zu den entschiedensten Gegnern der Reform. Bereits 2025 hatte er per Einspruch verhindert, dass eine überparteiliche Senatorengruppe ein ähnliches Gesetz im Schnellverfahren verabschieden konnte. Kurz nach Trumps erstem Beitrag am Samstag verteidigte er seine Position auf X: "Niemand mag die Zeitumstellung, ich auch nicht", schrieb der Senator. Doch der Kongress habe die dauerhafte Sommerzeit in der Vergangenheit bereits mehrfach eingeführt und jedes Mal wieder zurückgenommen, sobald die Bevölkerung die "absurd späten Sonnenaufgänge im Winter" erlebt habe. Die Menschen in Arkansas wollten nicht, dass ihre Kinder "in völliger Dunkelheit zur Schule gehen", so Cotton.
"Nimm den Sieg an, Tom – du brauchst ihn!"
Trump ließ es nicht bei einem einzelnen Beitrag bewenden. In einer weiteren Nachricht auf Truth Social konterte er Cottons Argumente direkt: Wenn der Senator Arkansas wirklich an erste Stelle setzen würde, gäbe er den Menschen "eine zusätzliche Stunde Tageslicht" – und erspare ihnen das lästige Umstellen sämtlicher Uhren in Häusern, auf Farmen und an Arbeitsplätzen. Zur Untermauerung teilte Trump einen Brief von PGA-Tour-Chef Brian Rolapp, der die "starke Unterstützung der Tour für den Sunshine Protection Act" zum Ausdruck brachte.
US-Präsident liefert keine Erklärung - wie vertrauensvoll ist Trump noch?
Vor seinem Abflug zu einer republikanischen Wahlkampfveranstaltung in Ohio weigerte sich Trump, die Veröffentlichung von Cottons Nummer zu erklären. Stattdessen legte er beim Thema Zeitumstellung nach: "Es bringt alle durcheinander", sagte er. Sein abschließender Appell an Cotton auf Truth Social fiel unmissverständlich aus: "Nimm den Sieg an, Tom, nimm einfach den Sieg an! Du brauchst ihn, und unsere geliebte Republikanische Partei auch!"
Demokraten warnen: Cottons Handy als Einfallstor für Geheimdienste
Der demokratische Abgeordnete Joaquin Castro, Mitglied des ständigen Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, sieht in Trumps Aktion ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko. Trump habe Cotton damit "der Gefahr von Schaden ausgesetzt", erklärte Castro am Samstag gegenüber "CNN". Besonders besorgniserregend sei die Möglichkeit, dass Akteure aus China, Russland oder nichtstaatliche Gruppen das Gerät ins Visier nehmen könnten. "Wirklich, alles was sie brauchen, ist deine Nummer", warnte Castro. "Und dann sind sie versiert genug, um es zu schaffen."
Es ist nicht das erste Mal, dass Trump die Kontaktdaten eines Senatskollegen öffentlich macht. Während des republikanischen Vorwahlkampfs 2016 hatte er bei einer Kundgebung die private Handynummer von Senator Lindsey Graham vor versammeltem Publikum vorgelesen – damals waren die beiden noch Konkurrenten um die Präsidentschaftskandidatur.
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ife/news.de/stg
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