Donald Trump: US-Präsident schäumt wegen leeren Plätzen - und verwechselt seine Auftritte

Donald Trump nennt seine Kundgebungen "legendär" - doch Kamerabilder widerlegen den US-Präsidenten. Bei seinem wütenden Gegenangriff verwechselt Trump schließlich auch noch seine eigenen Auftritte.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Kritik an seinen Wahlkampfauftritten lässt Donald Trump nicht zu. (Foto) Suche
Kritik an seinen Wahlkampfauftritten lässt Donald Trump nicht zu. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Donald Trump donnert wegen Auftritten und geht zum Gegenangriff über
  • Donald Trump zieht aktuell keine Menschenmassen an
  • Trump wütet los - und verwechselt seine eigenen Auftritte

Donald Trump hält seine Kundgebungen für "legendär" - zumindest verkündet er das selbst. Der US-Präsident propagiert auf Truth Social den angeblich überwältigenden Zuspruch zu seinen Veranstaltungen. Diese werden regelmäßig von wenig schmeichelhaften Ausbrüchen und wütenden Attacken begleitet.

Weitere Artikel über Donald Trump finden Sie unter diesem Text.

Donald Trump donnert wegen Auftritten und geht zum Gegenangriff über

Donald Trump bleibt bei seiner Meinung. Die Realität zeichnet mitunter allerdings ein ganz anderes Bild. Aktuelle Videoaufnahmen bei seinen jüngsten Auftritten zeigen reihenweise unbesetzte Plätze. Der US-Präsident, der einst behauptete, "eine kleine Rally sind 20.000 Leute", reagiert auf entsprechende Berichterstattung zunehmend dünnhäutig.

  • "Meine Rallys, legendär sind sie bereits geworden, haben einen enormen Unterschied beim Enthusiasmus der Republikanischen Partei gemacht", donnert Trump bei Truth Social.

Statt die sinkenden Besucherzahlen einzuräumen, geht Trump zum Gegenangriff über - und verstrickt sich dabei in Widersprüche, die durch Kameraaufnahmen seiner eigenen Veranstaltungen belegt werden.

Donald Trump zieht aktuell keine Menschenmassen an

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Als Trump 2015 im Wahlkampf nach Mobile, Alabama, kam, strömten laut damaligen Schätzungen lokaler Behörden rund 30.000 Menschen ins Ladd-Peebles Stadium mit seinen über 40.000 Plätzen. Bei seinem jüngsten Auftritt in derselben Stadt wählte sein Team mit dem Mitchell Center eine Halle, die etwa 75 Prozent kleiner ist - und selbst dort kamen geschätzt 8.000 Zuschauer. Ein Rückgang von rund 73 Prozent schreibt "The Daily Beast".

Ähnlich das Bild in Vandalia, Ohio: Statt wie beim Vorwahlkampf 2016 einen Flugzeughangar mit 10.000 Anhängern zu füllen, versammelten sich diesmal etwa 4.000 Menschen im deutlich kompakteren Aktivitätszentrum der Butler High School. Damit war die Halle zwar zu rund 88 Prozent besetzt - doch das Gesamtniveau liegt weit unter früheren Dimensionen.

Trump wütet los - und verwechselt seine eigenen Auftritte

Auf die Berichterstattung über schwindende Besucherzahlen reagierte der Präsident zuletzt mit einem Wutausbruch auf Truth Social. Sein Ziel: die "New York Times", die zwei Tage zuvor über komplett leere Sitzreihen bei seiner Kundgebung in Alabama berichtet hatte. Pikant dabei: Trump bezog sich in seinem Gegenangriff irrtümlich auf seine Veranstaltung in Ohio statt auf die in Mobile.

"Die Fake-News New York Times 'berichtete' über meine großartige, VOLLE Rally in Ohio, dass 'der Ort nicht voll war'", schrieb er - obwohl der Artikel seine Alabama-Veranstaltung behandelt hatte. Die Arena sei "komplett AUSGELASTET" gewesen, behauptete er weiter.

Dann folgte eine kategorische Leugnung jeglicher Lücken im Publikum: "Es gibt keine leeren Sitze, es gab seit Jahren keine, und es wird nie welche geben." Die Rallys seien "HEISSER" als je zuvor.

Donald Trump entlarvt von Kamerabildern

Auch in San Antonio klafften Anspruch und Wirklichkeit auseinander. Vor Ort prahlte der US-Präsident mit einem restlos gefüllten Saal: "Schaut euch diesen Ort an. Jede Ecke." Die Presse werde sicher behaupten, "sie hätten einen leeren Sitz entdeckt", fügte er hinzu. Draußen stünden Schlangen von "zwei Meilen Länge" mit Menschen, die nicht mehr hineinkämen.

Genau in diesem Moment schwenkte die Kamera über die oberen Ränge der Arena - und zeigte zahlreiche unbesetzte Plätze. Das Bildmaterial, das beim Netzwerk X zu sehen ist, widersprach Trumps Worten in Echtzeit.

Ein vergleichbares Szenario spielte sich bereits am zweiten Abend des Republikaner-Parteitags in Dallas ab. Auch dort verkündete der US-Präsident, die Halle sei komplett ausverkauft. Videoaufnahmen belegten jedoch erneut das Gegenteil.

Lesen Sie außerdem noch diese Artikel:

/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.