Vitali Klitschko: Wirbel um Vorwürfe - Kiews Bürgermeister wehrt sich gegen Selenskyj

Russische Angriffe setzen dem Energiesektor in der Ukraine zu. Vor dem nahenden Winter sieht Selenkyj Kiew aber nicht gut vorbereitet. Bürgermeister Klitschko weist die Vorwürfe zurück. Was steckt hinter den Anschuldigungen gegen den früheren Boxer?

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Vitali Klitschko wehrt sich gegen die Vorwürfe des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. (Foto) Suche
Vitali Klitschko wehrt sich gegen die Vorwürfe des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Bild: picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt
  • Vitali Klitschko wehrt sich Wolodymyr Selenskyjs Vorwürfen
  • Ukraine-Präsident sieht Kiew für den Winter nicht richtig vorbereitet
  • Wirbel um mögliche Kampagne zur Entfernung von Klitschko

Russlands Angriffe auf den ukrainischen Energiesektor erschweren die Lage vor den Wintermonaten enorm. Am 13. Oktober warf der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Behörden der Hauptstadt Kiew eine schlechte Vorbereitung vor. Die Vorwürfe des ukrainischen Staatschefs ließ Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko nicht auf sich sitzen.

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Vitali Klitschko wehrt sich gegen Wolodymyr Selenskyjs Vorwürfe

Klitschko stellte sich im Parlament den Fragen. Der ehemalige Boxer wehrt sich ausdrücklich gegen Selenskyjs Aussagen. Er bestreitet, dass Kiew schlecht auf den Winter vorbereitet sei. "Das ist nicht wahr. Und alle sind heute schockiert", sagt er in einem vom Medienportal "Nexta" geteilten Video aus dem Parlament. Des Weiteren widersprach er den Vorwürfen, dass die Stadt für die Heizprobleme zuständig sei. "In der Zwischenzeit hört man im Fernsehen nur, dass in Kiew etwas nicht stimmt, dass etwas nicht richtig gemacht wurde. Sagen Sie, was Sie wollen – Sie können sogar Klitschko den Dritten Weltkrieg in die Schuhe schieben ...", verteidigte sich der Bürgermeister. Er fügte mit Blick auf Politiker in der Ukraine auf seinem Telegram-Kanal hinzu: "Kiew ist das Herz des Staates, das der Feind zu zerstören versucht. Aber nicht weniger schrecklich sind die Politiker im Land. Die es in Wirklichkeit auch zerstören." Damit deutet Klitschko an, dass in den obersten Reihen Korruption und Machtspiele herrschen. Das soll für die Probleme sorgen. Gleichzeitig fragte er, wo die Milliarden seien, die für die Luftabwehr der ukrainischen Hauptstadt gedacht seien.

Kiew beschrieb er auf seinem Telegram-Kanal als weiterhin funktionsfähig. Reparaturen an der Infrastruktur und in anderen Bereichen laufen, während Russlands Militär weiterhin auf die Städte zielt.

Selenskyj warf Kiew mangelhafte Vorbereitung auf den Winter vor

Zuvor sagte Selenskyj in einer Videobotschaft, dass jeder Kiewer sehe, "dass die Stadt wirklich nicht vorbereitet ist". Die Situation sei schlechter als in den Wintern der vorherigen Kriegsjahre. "Einzelne Drohnenangriffe führen zu Strom- und Wasserausfällen", führte Selenskyj als Beispiel an.

Es gebe auch Probleme bei Schutzräumen, der Vorbereitung von Schulen, dem Bau von Schutzanlagen für wichtige Objekte und auch der Funktion des öffentlichen Nahverkehrs. "Kiew hängt anderen Regionen bei der Umsetzung der Stabilitätspläne hinterher", resümierte der Präsident, ohne Bürgermeister Vitali Klitschko beim Namen zu nennen. Es seien Beschlüsse und eine Beschleunigung notwendig. Dazu habe er auch mit Vertretern anderer Regionen wie dem Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow, der zweitgrößten ukrainischen Stadt gesprochen.

Kampagne zur Entfernung von Klitschko?

Nach Stromausfällen infolge russischer Drohnen- und Raketenangriffe wird den Hauptstadtbehörden seit mehreren Tagen vor allem in sozialen Netzwerken eine mangelnde Vorbereitung vorgeworfen. Klitschko wies die Vorwürfe unter Verweis auf die besonders harten Angriffe der vergangenen Wochen zurück. "Das Stadtoberhaupt trägt nicht die Verantwortung für die Flugabwehr", sagte er Journalisten. Kiew sei das Hauptziel russischer Attacken. 

Ziel der Kampagne sei es, Klitschko durch ein loyaleres Stadtoberhaupt zu ersetzen. "Die Menschen haben mich gewählt und ich mache unter schwierigsten Bedingungen alles Mögliche, um das Vertrauen der Kiewer zu rechtfertigen, damit die Stadt in einer Situation verheerender Angriffe des Feindes weiter funktioniert", sagte Klitschko. Dies sei ein Angriff auf die kommunale Selbstverwaltung. Klitschko zufolge sind bereits 300 Bürgermeister in allen Landesteilen von der Zentralregierung durch genehmere Personen ersetzt worden.

Für den Samstag ist eine Demonstration für den Rücktritt von Klitschko vor dem Rathaus der Dreimillionenstadt angekündigt. Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen eine großangelegte russische Invasion.

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/news.de/dpa

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