Oleksandr Syrskyj: Ex-Ukraine-General offenbart Putin-Misere - und warnt Europa vor dem nächsten Krieg
Der ehemalige ukrainische Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyi sieht Probleme für Russland. Die Angriffskraft sei gebrochen und die Geländegewinne fallen minimal aus. Gleichzeitig warnt er Europa vor Putins möglichen nächsten Zielen.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Ex-Ukraine-General sieht Russlands Angriffskraft aufgrund der hohen Verluste gebrochen
- Oleksandr Syrskyi offenbart minimale Geländegewinne für Putins Militär
- Der frühere Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte warnt Europa: Kremlchef macht nicht vor anderen Ländern Halt
Der frühere ukrainische Oberbefehlshaber General Oleksandr Syrskyi hat in seinem ersten Interview seit seiner Absetzung im Sommer gegenüber der "BBC" erklärt, die Ukraine habe Russlands Angriffskraft durch die hohen Verluste der russischen Streitkräfte gebrochen und die Front stabilisiert.
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Ex-Ukraine-General offenbart Putins Problem - Verluste brechen Russlands Angriffsfähigkeit
Moskaus Gesamtverluste im Krieg seien sechsmal höher als die der Ukraine, so Syrskyi. "Wenn man nur die Gefallenen zählt, ist das Verhältnis sogar eins zu elf", sagte er. Britische Geheimdienstschätzungen gehen von rund einer halben Million getöteten russischen Soldaten seit 2022 aus, während das US-amerikanische Center for Strategic and International Studies die ukrainischen Verluste bis Juni 2026 auf bis zu 150.000 Gefallene beziffert. Gesicherte Daten liegen nicht vor. Weder Russland noch die Ukraine veröffentlichen offizielle Zahlen zu ihren Toten.
Auch die Gebietsgewinne fallen laut dem früheren Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte niedrig aus. In der ersten Jahreshälfte 2026 habe Russland insgesamt lediglich 61 Quadratkilometer erobert, erklärte der General. "Das zeigt, dass die Frontlinie stabilisiert worden ist." Auch das Institute for Study of War bestätigt diesen Trend: Moskau habe im September 2026 mehr Territorium verloren als gewonnen.
"Alle Illusionen ablegen" – Syrskyi warnt Europa
Deutliche Worte fand der ehemalige Oberbefehlshaber auch in Richtung der europäischen Verbündeten. Wer bezweifle, dass Russlands territoriale Ambitionen über die Ukraine hinausreichen könnten, begehe einen gefährlichen Fehler. Syrskyi riet den europäischen Partnern eindringlich, bereits jetzt mit Kriegsvorbereitungen zu beginnen und "alle Illusionen abzulegen, dass er nicht kommen wird".
Damit reiht sich der General in eine wachsende Zahl ukrainischer Stimmen ein, die Europas Verteidigungsbereitschaft als unzureichend betrachten. Syrskyi stützt seine Warnung auf die Erfahrungen aus mehr als vier Jahren Krieg gegen eine Armee, die Russland mit vier Millionen militärisch ausgebildeten Reservisten weiter massiv verstärken könne.
Roboter, KI und die Zukunft des Schlachtfelds im Ukraine-Krieg
Der Krieg werde künftig noch stärker von Technologie geprägt sein, prognostizierte Syrskyi. Roboter, automatisierte Systeme und künstliche Intelligenz würden eine immer größere Rolle spielen. "Selbst herkömmliche Waffen erhalten inzwischen KI-gestützte Steuerungssysteme, um ihre Fähigkeiten zu verbessern", erklärte er. Solche Technologien könnten auch konventionellen Waffensystemen wie Panzern neues Potenzial verleihen. Sowohl Russland als auch die Ukraine arbeiteten derzeit mit Hochdruck an "aktiven Verteidigungssystemen" zum Schutz gepanzerter Fahrzeuge, so der General.
Trotz aller technologischen Fortschritte bleibe der Mensch auf dem Schlachtfeld jedoch unverzichtbar. "Die menschliche Rolle wird entscheidend bleiben, weil Menschen diese Systeme kontrollieren müssen", betonte Syrskyi. Die Zukunft des Krieges liege demnach nicht im Ersatz des Soldaten durch Maschinen, sondern in deren Zusammenspiel.
Er verteidigte Kiew - Syrskyj von Selenskyj abgesetzt
Syrskyi war 2024 zum Oberbefehlshaber ernannt worden, nachdem er sich bei der Verteidigung Kiews zu Beginn der russischen Großinvasion und bei der erfolgreichen Gegenoffensive östlich von Charkiw einen Namen gemacht hatte. Im Sommer 2026 setzte Präsident Wolodymyr Selenskyj ihn jedoch ab – inmitten eines eskalierenden Konflikts mit dem damaligen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow.
Fedorow hatte Syrskyi vorgeworfen, die Armee habe sich unter dessen Führung nicht an die veränderten Kriegsrealitäten angepasst und seine Initiativen blockiert. Selenskyj entließ zunächst Fedorow, als der Streit öffentlich eskalierte. Massenproteste auf den Straßen zwangen den Präsidenten jedoch, auch Syrskyi abzusetzen. Sein Nachfolger wurde der 43-jährige Generalmajor Mychajlo Drapatyj.
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bos/news.de/stg
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