An Putins Geburtstag: "Es ist die Hölle hier" - Russlands Militär entfachte tödliche Ukraine-Angriffe
An Wladimir Putins 74. Geburtstag überzieht das russische Militär die Ukraine mit einer massiven Angriffswelle. Bomber und nordkoreanische Raketen hinterließen nicht nur ein Bild der Zerstörung. In Kiew kamen zwei Menschen ums Leben.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Russland attackiert Kiew an Putins 74. Geburtstag
- Bürgermeister Wladimir Klitschko spricht von zwei Toten
- Das russische Militär setzte auf Bomber und nordkoreanische Raketen
- Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte einen Tag vorher vor dem Angriff
Russland hat die Ukraine am Morgen des 7. Oktober mit einer massiven Angriffswelle überzogen. Der Großangriff fällt auf den 74. Geburtstag von Russlands Präsident Wladimir Putin. In der Hauptstadt Kiew kamen nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens zwei Menschen ums Leben. Ihre Leichen wurden in den Trümmern zerstörter Garagen im östlichen Bezirk Darnyzja geborgen. Zwei weitere Personen konnten lebend aus den Überresten gerettet werden.
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Ukraine-Krieg aktuell - tödlicher Angriff auf Kiew an Putins Geburtstag
Bereits gegen 3.15 Uhr Ortszeit erschütterten die ersten Detonationen die Millionenstadt. "Die Raketen schlagen eine nach der anderen ein. Soweit ich zählen kann, sind es mindestens zehn bis zwölf Explosionen. In der Innenstadt ist es ziemlich laut", schilderte Tim Zadorozhnyy vom "Kyiv Independent" die Lage vor Ort. Rund zwei Stunden später folgte eine zweite Angriffswelle mit weiteren Raketeneinschlägen. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereits am Vorabend eindringlich vor der bevorstehenden Attacke gewarnt.
Russlands Militär attackierte mit Bombern und nordkoreanischen Raketen
Für den Angriff mobilisierte Russland ein gewaltiges Arsenal. Laut "The Sun" ließ Putin zehn strategische Bomber vom Typ Tu-95MS sowie drei Tu-160M aufsteigen – beides Flugzeugtypen, die auch Atomwaffen tragen können. Die ukrainische Luftwaffe hatte zuvor vor herannahenden Tu-95-Bombern an der Grenze gewarnt.
Zum Einsatz kamen nach Angaben ukrainischer Militärblogs ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen in großer Zahl. Unter den verwendeten Waffen befanden sich demnach Kh-101-Marschflugkörper, die in dichten Formationen tief fliegend ihre Ziele ansteuerten. Auch Iskander-M-Raketen sowie nordkoreanische KN-23-Geschosse wurden abgefeuert – Videoaufnahmen zeigen den Einschlag einer solchen Rakete in Dnipro. Die schiere Menge der gleichzeitig eingesetzten Flugkörper belastete offenbar die ukrainische Flugabwehr.
Kiews Industrieviertel steht in Flammen
In der Hauptstadt richteten die Einschläge schwere Verwüstungen an. Im nördlichen Industriegebiet brachen nach mindestens drei Treffern durch Iskander-Raketen großflächige Brände aus. "Es ist die Hölle hier", berichtete ein verängstigter Bewohner. Bürgermeister Klitschko teilte mit, dass im Bezirk Obolon nicht zu Wohnzwecken genutzte Gebäude getroffen wurden. Im historischen Stadtviertel Podil schlugen Geschosse in Lagerhallen ein. Genauere Angaben zu den betroffenen Objekten machten die Behörden bewusst nicht. Im Bezirk Schewtschenkiwskyj brannten Trümmerteile abgefangener Raketen.
Während der stundenlangen Angriffe suchten zahlreiche Einwohner Zuflucht in den Stationen der Kiewer Metro. Das russische Militär erklärte seinerseits in Moskau, man habe gezielt Produktionsstätten des ukrainischen Raketen- und Drohnenherstellers Fire Point in Kiew und weiteren Städten angegriffen.
Schwere Angriffe auf Infrastruktur und Zivilisten in der Ukraine
Nicht nur Kiew war Ziel der Angriffswelle. In der nordukrainischen Stadt Pryluki im Gebiet Tschernihiw schlug ein Marschflugkörper in einen fünfstöckigen Wohnblock ein. Menschen wurden unter den Trümmern verschüttet. Die örtliche Polizei bestätigte Tote und Verletzte, nannte jedoch keine konkreten Zahlen. Der frühere Berater des ukrainischen Innenministeriums Anton Gerashchenko teilte auf der Plattform X erschütternde Aufnahmen von der Rettung.
Pryluky ???? Rescuers getting people out from the residential building that Russia destroyed. People were sleeping when Russia attacked. https://t.co/1ObjrtKGs7
— Anton Gerashchenko (@Gerashchenko_en) October 7, 2026
In Krementschuk traf ein Schwarm von Raketen das dortige Wasserkraftwerk – eine zentrale Anlage für die Energieversorgung des gesamten Landes. Auch die Industriestadt Dnipro wurde heftig beschossen. Videoaufnahmen dokumentieren dort den Einschlag einer nordkoreanischen KN-23-Rakete.
Darüber hinaus erlitt die Stadt Oleksandriia in der Region Kirowohrad erhebliche Schäden an kritischer Infrastruktur. Bürgermeister Serhij Kusmenko sprach von mehreren Opfern. Auch in Saporischschja wurde Verkehrsinfrastruktur bei dem Großangriff beschädigt.
Selenskyj warnte vorher vor der Attacke
Der ukrainische Präsident hatte seine Landsleute schon am Tag zuvor aufgefordert, Luftalarm ernst zu nehmen. "Bitte, bitte, passt auf euch auf. Bitte reagiert auf die Signale bei Raketengefahr", appellierte Selenskyj unter Verweis auf aktuelle Geheimdiensterkenntnisse. Der ukrainische Nachrichtendienst hatte demnach mit einem groß angelegten Angriff zum Geburtstag des Kremlchefs gerechnet.
Der ukrainische Sicherheitsexperte Andrij Kowalenko warf Russland vor, die Attacke bewusst als eine Art Geburtstagsgeschenk für Putin geplant zu haben. Russische "Kriminelle" hätten vorgehabt, "Putins Geburtstag mit der Terrorisierung von Zivilisten zu feiern", erklärte er.
Bereits am Vorabend des Großangriffs hatte Russland die nordostukrainische Großstadt Sumy mit Drohnen attackiert. Dabei starb laut dem Bürgermeister ein Mensch, mehrere weitere wurden verletzt. Die Ukraine verteidigt sich seit über viereinhalb Jahren gegen die russische Invasion.
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bos/gom/news.de/dpa/stg
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