Wladimir Putin: Ex-BND-Chef warnt vor Eskalation mit der Nato - Putin gefährdet sein Überleben

Der frühere BND-Chef Schindler zeigt sich alarmiert. Russlands hybrider Krieg gegen den Westen könnte eskalieren. Digitale Angriffe seien bereits gefährlicher als jeder Panzer. Sollte sich der Konflikt verschärfen, würde Putin sein Überleben riskieren.

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Ex-BND-Chef warnt vor Putin: Der Kremlchef könnte den hybriden Krieg gegen den Westen eskalieren lassen. (Foto) Suche
Ex-BND-Chef warnt vor Putin: Der Kremlchef könnte den hybriden Krieg gegen den Westen eskalieren lassen. Bild: picture alliance/dpa/Pool AP | Alexander Zemlianichenko
  • Ex-BND-Chef warnt davor, dass Putins hybrider Krieg gegen den Westen eskaliert
  • Moskau testet das Militärbündnis mit einem Kalttest - könnte Putin in eine "heiße Phase" eintreten, würde er es machen
  • Kremlchef würde mit einem Nato-Konflikt sein Überleben riskieren

Putin reizt den Westen. Nach dem Drohnenvorfall am Flughafen Halle/Leipzig hat Deutschland Russland dafür verantwortlich gemacht.Berlin geht davon aus, dass Deutschland wegen seiner Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine Ziel verdeckter Einsätze russischer Nachrichtendienste ist. Das ist nur einer der jüngsten Vorfälle gegen die kritische Infrastruktur hierzulande. Die verdeckte Kriegsführung Russlands gegen westliche Staaten nimmt nach Einschätzung des früheren Chefs des Bundesnachrichtendienstes, Gerhard Schindler, dramatisch zu.

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Ex-BND-Chef warnt vor Putins hybriden Krieg gegen die Nato

Der ehemalige BND-Chef sieht eine neue Dynamik. "Der hybride Krieg gegen uns eskaliert. Und das ist erst der Anfang", erklärte Schindler im "Bild"-Podcast "Vertraulich!" Die hybride Kriegsführung ist nicht neu, wie unter anderem der Flugzeugabsturz von Smolensk zeigt. Sollte der Kreml seinen derzeitigen Kurs beibehalten, nehme Wladimir Putin eine direkte militärische Konfrontation mit dem Westen bewusst in Kauf, so der ehemalige Geheimdienstchef.

Putins kalter Test – Konflikt könnte das Überleben des Kremlchefs riskieren

Hinter den zunehmenden Attacken auf den Westen erkennt Schindler ein systematisches Muster. Digitale Angriffe, Sabotagen und gezielte Provokationen russischer Streitkräfte gegen die Bundeswehr im Ostseeraum dienen demnach einem einzigen Ziel: die Verteidigungsfähigkeit der NATO auszuloten. "Was wir erleben, ist der kalte Test für die Bündnisfähigkeit der Nato", warnte der frühere BND-Chef. Falle dieser Test negativ aus, drohe eine Verschärfung der Lage. "Wenn Putin glaubt, Russland ist stark genug, um jetzt aus dem Kalttest in die heiße Phase eintreten zu können, dann wird er es machen."

Gleichzeitig verwies Schindler auf ein strategisches Dilemma des Kreml-Chefs: Ein offener Konflikt mit dem Bündnis würde Putins eigene Überlebenschancen deutlich verringern.

Ex-BND Chef fordert Gegenmaßnahmen

Schindler fordert deshalb weitreichende Gegenmaßnahmen. Konkret plädiert der 73-Jährige dafür, eine verfassungsrechtliche Eskalationsstufe zu aktivieren. "Wir sollten uns überlegen, den Spannungsfall auszurufen", sagte Schindler. Dieser Zustand liegt rechtlich eine Stufe unterhalb des Verteidigungsfalls. Der entscheidende Vorteil: Mit der Feststellung des Spannungsfalls könnte die Bundeswehr zur Absicherung kritischer Infrastruktur herangezogen werden. Pipelines, Kommunikationsnetze und andere sensible Einrichtungen ließen sich so militärisch schützen.

Geheimdienstagenten sollen im Ernstfall schießen dürfen

Die geplante Reform der deutschen Nachrichtendienste stößt bei Schindler auf Zustimmung. Zumal der BND gut ausgebildete Soldaten hat. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Agenten im Verteidigungsfall sogenannte "kinetische Mittel" einsetzen dürfen – also zum Beispiel Schusswaffen oder Drohnen zur Gefahrenabwehr. Darüber hinaus sollen die Dienste künftig im Ausland technische Systeme infiltrieren sowie Daten verändern oder vernichten können. 

Digitale Russland-Angriffe gefährlicher als Panzer

Besonders besorgt zeigt sich Schindler über den Einsatz künstlicher Intelligenz als Waffe. Durch Deepfakes ließen sich täuschend realistische Videos und Tonaufnahmen erzeugen, in denen Personen Aussagen tätigen, die sie niemals getroffen haben. Noch gravierender: Die Technologie führe dazu, dass Bürger so manipuliert werden können, dass sie echte Aufnahmen nicht mehr von den falschen unterscheiden. Die digitalen Möglichkeiten wie Cyberangriffe oder Künstliche Intelligenz seien zu neuen Waffen geworden. Das Ziel dieser Maßnahmen ist klar: Vertrauensverlust in die Regierung. Das sei Russlands Ziel. Deshalb fällt Schindlers Fazit unmissverständlich aus: "Der Angriff über die digitale Welt ist viel gefährlicher als zehn Panzer, die angreifen."

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/ife/news.de/stg/dpa

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