Ukraine-Krieg aktuell: Experte warnt nach Drohnenabschuss vor Putins neuer Billig-Rakete
Kaum hat Kiew eine neue Abfangdrohne gegen Russlands schnelle Shaheds erfolgreich getestet, warnt ein Berater des ukrainischen Verteidigungsministeriums: Moskau entwickle bereits Billig-Marschflugkörper. Das könnte für die Ukraine zum Problem werden.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Selenskyj verkündet: Ukraine schießt Russlands Shahed-Drohne ab
- Experte warnt nach dem Abschuss vor Russlands Waffenentwicklung
- Neue Rakete könnte bereits in fünf bis sechs Monaten einsatzbereit sein
Die Ukraine widersetzt sich Russland weiter mit seiner Drohnenstrategie. Das führte auf der russischen Seite zuletzt zu einem millionenschweren Verlust. Jetzt hat die Ukraine einen wichtigen Schritt in der Drohnenabwehr gemacht – doch die Erleichterung könnte nur von kurzer Dauer sein.
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Rückschlag für Putin - Ukraine schießt russische Abfangdrohne ab
Präsident Wolodymyr Selenskyj verkündete am Montag den erfolgreichen Test einer neuen Abfangdrohne, die speziell gegen Russlands schnelle, jetgetriebene Shahed-Drohnen entwickelt wurde. "Eine Shahed wurde erfolgreich getroffen, aber einige Aspekte der Steuerung des Abfangjägers müssen noch verfeinert werden. Die Arbeit geht weiter", schrieb Selenskyj auf der Plattform X.
Today, Commander-in-Chief of the Armed Forces of Ukraine Mykhailo Drapatyi reported on a new step by our manufacturers – another interceptor against Russian jet-powered drones has been successfully tested. A “shahed” was hit successfully, but some aspects of controlling the… pic.twitter.com/GFJJYmWMgX
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) September 15, 2026
Putins nächster Schachzug: billige Marschflugkörper mit 750 km/h
Doch während Kiew diesen Fortschritt feiert, schlägt der Militärexperte Serhiy Beskrestnow bereits Alarm. In einem Interview mit dem Sender "Radio NV" warnte der Berater des ukrainischen Verteidigungsministeriums, dass Moskau an der nächsten Eskalationsstufe arbeiten könnte. Das Putin-Regime könnte seiner Einschätzung nach in nur fünf bis sechs Monaten über einsatzfähige feststoffgetriebene Marschflugkörper verfügen, mit denen ukrainische Städte und kritische Infrastruktur angegriffen werden könnten."Auch die Russen wissen, dass wir nun über diese jetgetriebenen Abwehrraketen verfügen. Deshalb arbeiten sie derzeit an der Entwicklung der nächsten Generation und setzen auf kleine, kostengünstige Flügelraketen", zitiert das Portal "shelter.in.ua" den Spezialisten für elektronische Kriegsführung. Diese neuen Waffen könnten Geschwindigkeiten von bis zu 750 Kilometern pro Stunde erreichen – und damit nochmals deutlich schneller sein als die aktuellen jetgetriebenen Shahed-Varianten. Die zentrale Herausforderung bestehe darin, dem Gegner stets einen Schritt voraus zu bleiben, betonte Beskrestnow.
Konkret setzt Moskau laut Beskrestnow auf eine ganze Reihe neuer Flügelraketen-Typen. Dazu zählen die Modelle "Banderole", "Dan T", "Dan M" und "Gerbera 5", die mit Geschwindigkeiten zwischen 500 und 750 Kilometern pro Stunde in niedriger Flughöhe operieren können.
Neue Putin-Waffe könnte zu einem Problem für Ukraine werden
Das Problem für die Ukraine: Die gerade erst erfolgreich erprobte Abfangdrohne gegen jetgetriebene Shaheds wäre gegen diese schnelleren Marschflugkörper nicht mehr wirksam. Die Neuentwicklung wäre damit bereits nach wenigen Monaten überholt, noch bevor sie in größerem Umfang zum Einsatz kommen könnte.
Fast 800 Drohnen in vier Tagen – Russlands Luftangriffe erreichen neue Dimension
Der Hintergrund dieser Entwicklung verdeutlicht die aktuelle Lage: Russland hat seinen Drohnenkrieg gegen die Ukraine im Sommer 2026 massiv ausgeweitet. Der Einsatz jetgetriebener Drohnen stieg im Juli im Vergleich zum Vormonat um das Fünffache, wie Luftwaffen-Sprecher Jurij Ihnat Ende August mitteilte, berichtete "Kyiv Independent". Allein Ende August feuerte Russland laut Selenskyj innerhalb von nur vier Tagen knapp 800 solcher Drohnen auf ukrainisches Gebiet ab.
Wie verheerend die Angriffe sind, zeigte sich erst am 15. September erneut in Kiew: Russische Drohnen trafen unter anderem zwei Tankstellen, töteten mindestens eine Person und verletzten zwölf weitere. Auch ein Rechenzentrum wurde beschädigt.
Kiew braucht ein mehrschichtiges Abwehrsystem
Die Ukraine arbeitet bereits mit Hochdruck an Gegenmaßnahmen. Verteidigungsminister Jewhen Chmara erklärte Ende August, dass insgesamt vier verschiedene Abfangdrohnen-Prototypen gegen die russischen jetgetriebenen Shaheds im Feld erprobt worden seien. Welche Unternehmen hinter den Projekten stehen und wie weit die Entwicklung jeweils fortgeschritten ist, ließ er offen.
Beskrestnow forderte unterdessen den raschen Aufbau eines mehrschichtigen Verteidigungssystems mit Hochgeschwindigkeits-Interzeptoren, um insbesondere die Hauptstadt Kiew zu schützen. Anatolij Hraptschinskij, stellvertretender Direktor eines Unternehmens für elektronische Kriegsführung und Reserveoffizier der Luftwaffe, ordnete die Lage gegenüber "Kyiv Independent" nüchtern ein: Der Einsatz jetgetriebener Drohnen durch Russland sei absehbar gewesen, da Moskau systematisch nach Wegen suche, die ukrainische Flugabwehr zu überlasten.
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bos/loc/news.de/stg
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