Dmitri Medwedew: Flugzeug-Crash und zerstörte Atomkraftwerke – Ex-Kremlchef warnt vor Katastrophe

Dmitri Medwedew zeichnet ein düsteres Bild von der Zukunft künstlicher Intelligenz und warnt vor katastrophalen Folgen für die Menschheit. Der ehemalige russische Präsident hält sogar Szenarien mit zerstörten Atomkraftwerken und kollidierenden Flugzeugen für denkbar.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Ex-Kremlchef Dmitri Medwedew warnt vor künstlicher Intelligenz. (Foto) Suche
Ex-Kremlchef Dmitri Medwedew warnt vor künstlicher Intelligenz. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik | Ekaterina Shtukina
  • Dmitri Medwedew warnt vor den Gefahren einer immer mächtigeren künstlichen Intelligenz
  • Er hält unter anderem Katastrophen durch KI-gesteuerte Industrieanlagen, Verkehrssysteme und Atomkraftwerke für möglich
  • Eine globale Regulierung hält er wegen wirtschaftlicher Interessen für kaum realistisch – am Ende könne nur die "Gnade" der KI bleiben

Die künstliche Intelligenz soll unser Leben einfacher machen, doch Dmitri Medwedew blickt auf eine Zukunft, in der sie zur Bedrohung für die gesamte Menschheit werden könnte. Der ehemalige russische Präsident und heutige Vizechef des russischen Sicherheitsrates warnt vor außer Kontrolle geratener KI, zerstörten Atomkraftwerken und Flugzeugkatastrophen. Sein persönliches Schlusswort fällt dabei bemerkenswert fatalistisch aus: Vielleicht müsse die Menschheit am Ende einfach auf die Gnade der Maschine hoffen.

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Dmitri Medwedew warnt vor künstlicher Intelligenz

Dmitri Medwedew hat auf Telegram einen Beitrag veröffentlicht, der vor den Gefahren künstlicher Intelligenz warnt. Dabei griff der ehemalige russische Präsident eine Debatte auf, die auch innerhalb der Tech-Branche geführt wird: Wie gefährlich könnte eine immer leistungsfähigere KI tatsächlich werden?

Die Nachrichtenlage sei geprägt von Warnungen der KI-Entwickler selbst. Diese räumten inzwischen ein, dass die Menschheit es möglicherweise überstürzt habe. Künstliche Intelligenz sei "gefährlich, unberechenbar" und entwickle sich "nach Gesetzen, die uns nicht vollständig klar sind", schrieb Medwedew. Sind diese Befürchtungen tatsächlich berechtigt? "Die Antwort ist einfach: Sie sind real", erklärte der Ex-Kremlchef. Schließlich hätten "viele Schlauköpfe wie Musk und andere" bereits seit Langem davor gewarnt. Doch Medwedew glaubt offenbar, dass hinter den öffentlichen Warnungen der Tech-Branche noch ein ganz anderes Kalkül steckt.

Flugzeug-Crash und zerstörte Atomkraftwerke: Ex-Kremlchef sieht konkrete Katastrophen statt Weltuntergang

Nach Ansicht Medwedews geht es den Entwicklern generativer KI keineswegs ausschließlich um das Schicksal der Menschheit. Die Vorstellung, dass eine übermächtig gewordene künstliche Intelligenz eines Tages die gesamte Menschheit auslöschen könnte, sei "ziemlich nebulös". Viel konkreter sei dagegen die Gefahr, dass KI-gesteuerte Systeme bei der Kontrolle großer Industrieanlagen oder wichtiger Verkehrsknotenpunkte schwere Katastrophen verursachen. Und die Folgen könnten verheerend sein.

Als mögliche Szenarien nennt Medwedew unter anderem Flugzeugkollisionen in der Luft oder die Zerstörung von Atomkraftwerken. In einem solchen Fall wäre schnell die Frage geklärt, wer die Verantwortung trägt – zumindest aus Sicht des ehemaligen Kremlchefs. Die Entwickler der generativen KI könnten mit "Milliardenklagen" konfrontiert werden. Oder es könnte noch schlimmer kommen. Man werde ihnen schlicht "die Gehirne (menschliche) an die Wand schmieren", schrieb Medwedew. Seiner Einschätzung nach sei genau das die eigentliche Angst der Tech-Größen. Nicht unbedingt der Untergang der Menschheit, sondern die möglichen Konsequenzen, wenn ihre Technologie eine Katastrophe verursacht.

KI-Regulierung? Medwedew glaubt nicht an eine globale Lösung

Was könnte die Menschheit gegen diese Gefahren unternehmen? Medwedew nennt zunächst einen naheliegenden Lösungsansatz: Die Staaten müssten sich auf gemeinsame Regeln für die Kontrolle künstlicher Intelligenz einigen. Nur eine internationale Vereinbarung könne die Entwicklung der Technologie seiner Ansicht nach in geordnete Bahnen lenken. Doch genau daran glaubt der ehemalige russische Präsident nicht. Eine solche Übereinkunft werde "wegen der Gier der Konzerne und der Unersättlichkeit menschlicher Leidenschaften" niemals zustande kommen, schrieb er auf Telegram.

Aus Sicht Medwedews stehen damit die wirtschaftlichen Interessen der großen Technologieunternehmen einer wirksamen Regulierung im Weg. Solange Profitstreben stärker wiege als Vorsicht, sei eine globale Kontrolle der KI zum Scheitern verurteilt. Damit zeichnet Medwedew ein Szenario, in dem die Menschheit zwar die Gefahren der Technologie erkennt, gleichzeitig aber nicht in der Lage ist, sie wirksam einzudämmen.

Medwedews bizarre Hoffnung auf die "Gnade" der KI

Und was bleibt, wenn eine internationale Regulierung tatsächlich scheitert? Medwedews Antwort fällt bemerkenswert düster aus. Die Menschheit könne dann nur noch "auf die Gnade des Siegers rechnen" – auf den Humanismus, den die von Menschen geschaffene künstliche Intelligenz eines Tages womöglich entwickeln könnte. Noch habe KI keine erkennbaren Emotionen, räumte der Ex-Kremlchef ein. Wie sich ein künftiger Superintellekt verhalten werde, sei jedoch vollkommen offen. Seine eigene Hoffnung formulierte Medwedew schließlich mit einer gehörigen Portion Fatalismus: "Vielleicht wird er seine Eltern verschonen."

Ein bemerkenswertes Schlusswort, vor allem angesichts der Szenarien, die Medwedew zuvor selbst entworfen hat. Flugzeugkollisionen, zerstörte Atomkraftwerke und eine möglicherweise nicht mehr kontrollierbare Technologie: Viel beruhigender wird die Zukunft durch seine KI-Prognose jedenfalls nicht.

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