Wladimir Putin gegen den Westen: So schätzen Experten die Nato-Kriegspläne des Kreml-Chefs ein
Selbst wenn Wladimir Putin mit seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine alle Hände voll zu tun hat, sind sich Experten sicher, dass der Kreml-Chef in naher Zukunft auch Deutschland der Nato den Krieg erklären wird. Die Warnungen sind alarmierend.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Wladimir Putin plant nächsten Krieg gegen die Nato
- Experten legen sich fest: Kreml-Chef wird den Westen bis 2029 angreifen
- Russlands hybrider Krieg gegen die Nato hat schon begonnen
Seit Februar 2022 führt Wladimir Putin seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine, ohne seitdem einem Triumph an der Front nahe gekommen zu sein. Dass die Kriegslust des Kreml-Chefs sich mit den Gefechten im russischen Nachbarland erschöpft, halten Militärexperten längst für ausgeschlossen - und sind sich inzwischen einig, dass der russische Präsident über kurz oder lang auch der Nato den Krieg erklären wird.
"Putin schaut auf uns": Militärexperten rechnen mit russischem Angriff auf die Nato
Fachleute wie Carsten Breuer, seines Zeichens Generalinspekteur der Bundeswehr, der Militärhistoriker Sönke Neitzel oder Carlo Masala, der als Politikwissenschaftler an der Universität der Bundeswehr München einen internationalen Ruf als Experte für bewaffnete Konflikte genießt, gehen fest davon aus, dass Wladimir Putin den Westen in kriegerischer Absicht im Visier hat. Breuer brachte es im Herbst 2025 auf den Punkt: "Putin schaut auf uns. Seine Pläne gehen über die Ukraine hinaus."
Experten schlagen Alarm: Deshalb hat Wladimir Putin vorrangig Deutschland im Visier
Dass Wladimir Putin vorrangig die Bundesrepublik Deutschland aufs Korn genommen hat, fasst auch der Mitte September 2026 veröffentlichte Jahresbericht des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) zur aktuellen Sicherheitslage zusammen. Deutschland steht demnach im besonderen Fokus russischer Geheimdienste. Der Militärgeheimdienst stuft die Bundesrepublik als "priorisiertes Aufklärungsziel russischer Spionageaktivitäten" ein. Als Gründe nennt der Bericht die zentrale geostrategische Position Deutschlands innerhalb Europas und der Nato, den laufenden Ausbau der Bundeswehr sowie die Beschaffung neuer Waffensysteme. Gleichzeitig habe sich die hybride Bedrohungslage weiter zugespitzt.
Besorgniserregend dabei: Das Sabotagerisiko durch angeworbene Auftragsagenten – sogenannte "Low-Level-Agents" oder "Wegwerf-Agenten" – sei "erheblich" gestiegen. Konkrete Vergleichszahlen enthält der Bericht bewusst nicht, um gegnerischen Diensten keine Erkenntnisse zu liefern. Der MAD verzichtet damit gezielt auf Transparenz zugunsten der operativen Sicherheit.
So sammelt Wladimir Putin Informationen für seinen Nato-Krieg
Laut dem Jahresbericht nutzt Moskau sogenannte Legalresidenturen als zentrales Werkzeug zur Informationsgewinnung im Ausland. Dabei handelt es sich um verdeckte Außenposten russischer Nachrichtendienste, die in Botschaften, halbstaatlichen Einrichtungen oder auch Presseagenturen angesiedelt sind. Mit besonderer Sorge blickt der MAD zudem auf Reisen von Bundeswehrangehörigen nach Russland und Belarus. Trotz der angespannten Sicherheitslage seien in den vergangenen Jahren zahlreiche Soldaten in diese Länder gereist – und dabei ins Visier der dortigen Geheimdienste geraten. Betroffen seien häufig Militärangehörige mit familiären Verbindungen nach Russland oder Belarus. Daraus ergebe sich ein erhebliches Risiko: Die Sicherheitsbehörden vor Ort könnten diese Kontakte gezielt für Erpressungen und Drohungen ausnutzen, warnt der Abschirmdienst.
Wladimir Putin führt schon jetzt hybriden Krieg gegen die Nato und setzt auf Sabotage durch angeworbene Agenten
Im Zentrum der MAD-Warnung steht die zunehmende Bedrohung durch Sabotageakte, die von rekrutierten Einzelpersonen ohne geheimdienstliche Ausbildung ausgeführt werden. Diese sogenannten "Low-Level-Agents" werden gezielt angeworben, um Anschläge oder Störaktionen durchzuführen. Das Bedrohungspotenzial in diesem Bereich habe "erheblich zugenommen", so der Militärgeheimdienst.
Die hybride Kriegsführung, vor der der MAD warnt, umfasst dabei ein breites Spektrum an Angriffsformen. Dazu zählen Cyberattacken, der Einsatz von Drohnen, Versuche politischer Einflussnahme sowie gezielte Störangriffe auf Verkehrsinfrastruktur, Energieversorgung und Telekommunikationsnetze. Ziel dieser Kombination aus militärischen, wirtschaftlichen, geheimdienstlichen und propagandistischen Mitteln sei die Destabilisierung Deutschlands. "Die hybride Bedrohungslage in Deutschland hat sich weiter verschärft", stellt der Abschirmdienst in seinem Jahresbericht unmissverständlich fest.
Experten wagen Prognose: Wladimir Putin könnte Deutschland und die Nato schon vor 2029 angreifen
Der MAD-Jahresbericht fügt sich in eine seit Monaten geführte Debatte über die wachsende militärische Bedrohung durch Russland ein. Inzwischen wagen Experten bereits Prognosen, wann Wladimir Putin Deutschland und die Nato offen angreifen könnte. So hatte Bundeswehr-Generalinspekteur Carsten Breuer im Hinblick auf Wladimir Putins Kriegsvorbereitungen gegen den Westen in der "Süddeutschen Zeitung" gewarnt: "Die verschiedenen Indikatoren – Aufrüstung, Personalaufbau, wirtschaftliche und politische Entwicklungen – laufen auf einen Punkt zu: 2029. Könnte es früher passieren? Ja." Militärexperte Carlo Masala unterstrich diese Einschätzung in der "Welt am Sonntag" und forderte eine sofortige "Fight Tonight"-Fähigkeit der Bundeswehr.
Um der verschärften Lage zu begegnen, baut auch der MAD seine Kapazitäten aus. Ende 2025 zählte der Dienst rund 1.600 Mitarbeiter, weitere Standorte im Inland sind geplant. Zudem wurden die Vorbereitungen für eine dauerhafte MAD-Präsenz in Litauen abgeschlossen – dort soll eine gefechtsbereite Panzerbrigade die Nato-Ostflanke sichern.
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loc/news.de/dpa/stg
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