Pistorius und Hegseth: Verteidigungsminister schließt Rüstungsdeal mit USA - das sind die Eckpunkte
Deutschland und die USA haben ihre Absicht erklärt, ihre Zusammenarbeit bei Rüstungsprojekten deutlich ausbauen zu wollen. Dazu unterzeichneten Verteidigungsminister Boris Pistorius und sein US-Amtskollege Pete Hegseth einen Deal.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Boris Pistorius unterzeichnet Rüstungsabkommen mit den USA
- Deutschland will in Sachen Verteidigung stärker mit den Vereinigten Staaten kooperieren
- Diese Punkte sind in der Absichtserklärung von Pistorius und Hegseth festgehalten
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und sein amerikanischer Amtskollege Pete Hegseth haben am 15. September 2026 in Washington eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel des Abkommens ist eine deutlich intensivere Zusammenarbeit der deutschen und US-amerikanischen Rüstungsindustrien.
Boris Pistorius unterzeichnet Rüstungsdeal mit den USA - darum geht's
Beide Seiten wollen künftig bei der Herstellung moderner Waffensysteme, Munition und Komponenten enger kooperieren. Laut dem Verteidigungsministerium erfordern die gegenwärtigen sicherheitspolitischen Herausforderungen "eine robuste und zum gegenseitigen Nutzen eng verzahnte Verteidigungsindustriebasis auf beiden Seiten des Atlantiks".
"Doch unser gemeinsames Potenzial reicht weiter", betonte Pistorius. Die Bundesrepublik bringe eine starke industrielle Grundlage, hochqualifizierte Fachkräfte und technologisches Spitzenwissen mit. Durch die Bündelung der jeweiligen Stärken könnten Abschreckungs- und Verteidigungssysteme "schneller und in größerer Zahl" bereitgestellt werden, so der Minister.
Deutschland und USA schmieden Rüstungspläne von Patriot-Raketen bis Tomahawk-Marschflugkörpern
Die Vereinbarung schafft einen politischen Rahmen für eine Vielzahl konkreter Rüstungsvorhaben. Im Kern geht es um die gemeinsame Entwicklung, Herstellung, Lizenzproduktion und Wartung von Verteidigungsgütern. Darüber hinaus sollen Lieferketten gestärkt, Regelungen zum Technologietransfer überprüft und die Kooperation bei Forschung und Entwicklung ausgebaut werden.
Bereits bestehende Projekte untermauern die neue Partnerschaft: In Deutschland ist die Fertigung von Lenkflugkörpern für das Flugabwehrsystem Patriot geplant. Auch beim Tarnkappenjet F-35 arbeiten beide Länder bereits zusammen.
Deutschland plant Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern aus den USA
Zusätzlich strebt die Bundesregierung den Erwerb von Tomahawk-Marschflugkörpern aus den USA an. Eine prinzipielle Einigung darüber wurde bereits beim Nato-Gipfel im Juli in Ankara erzielt. Der wachsende Bedarf an Rüstungsgütern mache höhere Produktionskapazitäten und verlässliche Versorgungswege auf beiden Seiten des Atlantiks unverzichtbar, so das Ministerium.
Pistorius nutzt Entspannungsphase für Rüstungsabkommen mit den USA
Die Unterzeichnung fällt in eine Phase, in der sich das Verhältnis zwischen Washington und Berlin spürbar entspannt hat. Noch vor nicht allzu langer Zeit hatten US-Präsident Donald Trump (80) und seine Regierung der Bundesrepublik und anderen europäischen Nato-Partnern vorgeworfen, sich bei der eigenen Verteidigung auf die USA zu verlassen. Inzwischen hat sich der Ton grundlegend verändert.
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Im August bezeichnete US-Staatssekretär Elbridge Colby (46) Deutschland im Nato-Hauptquartier sogar als Vorbild für andere Bündnispartner. Die Entwicklung der vergangenen anderthalb Jahre nannte er "eine außergewöhnliche tektonische Verschiebung" und einen "historischen Wandel". Das Land habe den Weg von einer weitgehenden Abrüstung hin zu einer zügigen militärischen Aufrüstung eingeschlagen. Zudem erlebe man ein kooperatives Deutschland, mit dem sehr ergebnisorientierte Gespräche über gemeinsame Rüstungsproduktion geführt würden.
Bundesaußenminister trifft UN-Generalsekretär in New York
Von der US-Hauptstadt aus reist der Verteidigungsminister zunächst weiter nach New York. Dort stehen Gespräche mit hochrangigen Vertretern der Vereinten Nationen auf dem Programm, darunter ein Treffen mit UN-Generalsekretär António Guterres. Im Mittelpunkt der Konsultationen steht die Zukunft internationaler Friedensmissionen. Dabei geht es auch um die weitere Beteiligung der Bundeswehr im Libanon, wo deutsche Soldaten bislang an der UN-Mission Unifil mitwirken.
Pistorius hatte seinen US-Amtskollegen Hegseth zuletzt im Sommer 2025 in Washington getroffen. Bei einem Nordamerika-Besuch im Mai dieses Jahres kam kein Treffen zustande – Hegseth nahm zu diesem Zeitpunkt am Shangri-La-Dialog in Singapur teil, der bedeutendsten Sicherheitskonferenz im asiatisch-pazifischen Raum. Stattdessen warb Pistorius damals in Kanada für eine Rüstungskooperation im Bereich deutscher U-Boote.
Boris Pistorius holt ersten F-35-Tarnkappenjet für die Bundeswehr nach Deutschland
Den Abschluss seiner USA-Reise bildet am Freitag ein Besuch beim Rüstungskonzern Lockheed Martin im texanischen Fort Worth. Dort nimmt Pistorius den ersten für die Bundeswehr bestimmten Tarnkappenbomber vom Typ F-35 offiziell entgegen.
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Insgesamt hat das Verteidigungsministerium im Rahmen eines milliardenschweren Modernisierungsprogramms 35 dieser Kampfjets geordert. Sie sollen die in die Jahre gekommene Tornado-Flotte der Luftwaffe ablösen. Die zuerst ausgelieferten Maschinen verbleiben vorerst in den Vereinigten Staaten, wo sie für die Pilotenausbildung eingesetzt werden.
Die F-35 zählt zu den fortschrittlichsten Kampfflugzeugen weltweit. Dank ihrer besonderen Formgebung und speziellen Außenbeschichtung ist sie für feindliche Radarsysteme kaum zu orten. Zudem spielt der Jet eine zentrale Rolle bei der nuklearen Teilhabe Deutschlands innerhalb der Nato – einem Abschreckungskonzept, das Bündnispartnern Zugang zu amerikanischen Atomwaffen gewährt.
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loc/news.de/dpa/stg
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