Drohnenangriff im Ukraine-Krieg: Schwarzmeer-Stadt brennt -  Putins Ölterminal offenbar unter Beschuss

Eine Drohnenwelle hat Noworossijsk erschüttert und Teile der südrussischen Hafenstadt in Brand gesteckt. Dabei soll ein Ölterminal getroffen worden sein. Es ist nicht der einzige Schlag gegen den Schwarzmeerhafen für Putin.

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Ukrainische Drohnen sollen in der Hafenstadt Noworossijsk ein Ölterminal getroffen haben. (Foto) Suche
Ukrainische Drohnen sollen in der Hafenstadt Noworossijsk ein Ölterminal getroffen haben. Bild: picture alliance/dpa/AP
  • Ukrainische Drohnen haben nach Behördenangaben die russische Hafenstadt Noworossijsk attackiert
  • Videos zeigen Brände
  • Drohnen trafen mutmaßlich Putins Ölterminal und weitere Ziele an der Schwarzmeerküste

In der Nacht zu Mittwoch haben ukrainische Drohnen die südrussische Hafenstadt Noworossijsk attackiert. Dabei kamen mindestens vier Menschen ums Leben, 29 weitere wurden verletzt. Das teilte der Gouverneur der Region Krasnodar, Weniamin Kondratjew, über Telegram mit. Es ist nicht der erste Angriff auf den Schwarzmeerhafen. Dabei soll den Truppen offenbar auch ein weiterer Schlag gegen ein russisches Ölterminal gelungen sein.

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Ukraine-Krieg aktuell – Tote nach Drohnenangriff auf HafenstadtNoworossijsk

Der Bürgermeister von Noworossijsk, Andrej Krawtschenko, bestätigte die Drohnenattacke. Trümmer abgeschossener Drohnen seien auf "das Gelände von Unternehmen" sowie in die Nähe eines Wohngebäudes gestürzt, erklärte er, ohne die betroffenen Standorte genauer zu benennen. Die Drohnenangriffe richteten erhebliche Zerstörungen im Stadtgebiet an. Nach Angaben von Gouverneur Kondratjew wurden acht Wohngebäude sowie ein Kindergarten in Mitleidenschaft gezogen. Drei der 29 Verletzten befinden sich demnach in einem kritischen Zustand. Augenzeugenaufnahmen, die der unabhängige russische Nachrichtenkanal "Astra" auswertete, zeigen Schäden an einem Wohnhaus in der Stadt. Noworossijsk liegt an der Schwarzmeerküste und beherbergt einen Stützpunkt der Russischen Schwarzmeerflotte.

Attacke auf Ölterminal? Videoaufnahmen offenbaren Flammen

Bei dem Angriff geriet ein Ölterminal in Brand, wie "Astra" berichtete. Noworossijsk zählt zu den wichtigsten Umschlagplätzen für Rohöl an der russischen Schwarzmeerküste und ist daher ein strategisch relevantes Ziel für die ukrainischen Streitkräfte. Auf der Plattform X verbreiteten sich schnell Videos. Darauf lodern Flammen am Nachthimmel. In der Ferne brennt es, wie der  frühere Berater des ukrainischen Innenministeriums Anton Gerashchenko in einem Clip zeigt. Ein anderer Account teilte zwei Bilder. Auf einem davon brennen Teile der Stadt. Auf einer Satellitenaufnahme sind bestimmte Gebiete markiert, vermutlich sollen sie die getroffenen Areale kennzeichnen. "Lokale russische Behörden behaupten, dass 'herabfallende Drohnen-Trümmer' Schäden an Stätten in der gesamten Stadt verursacht hätten", heißt es in dem Beitrag.

Faktisch lässt sich diese Meldung aber nicht gesichert überprüfen. Das gilt auch für alle anderen Angaben rund um den Vorfall. 

Weitere Ziele an der russischen Schwarzmeerküste getroffen

Noworossijsk war in der Nacht nicht das einzige Ziel an der russischen Schwarzmeerküste. Örtliche Behörden registrierten ebenfalls ukrainische Drohnenanflüge auf die Badeorte Gelendschik und Anapa. Gelendschik liegt südlich, Anapa nördlich der Hafenstadt. Über mögliche Schäden oder Opfer an diesen Orten liegen bislang keine näheren Informationen vor.

Die Angriffe auf die Region haben eine strategische Dimension. Noworossijsk dient als einer der Standorte der russischen Schwarzmeerflotte. Nachdem die Ukraine den Marinestützpunkt Sewastopol auf der besetzten Krim wiederholt unter Beschuss genommen hatte, gewann der Hafen am Nordostufer des Schwarzen Meeres für die russische Marine zusätzlich an Bedeutung. 

Ukrainische Drohnenoffensive trifft russische Infrastruktur

Die Attacken auf Noworossijsk reihen sich in eine Serie ukrainischer Angriffe auf strategisch wichtige Ziele in Russland ein. Das ukrainische Militär setzt vor allem Drohnen ein, um militärische und wirtschaftliche Infrastruktur weit hinter der Frontlinie zu treffen und Moskaus Kriegsfähigkeit zu schwächen.

Erst in der Nacht zum 8. September trafen ukrainische Drohnen Berichten vom "Kyiv Independent" zufolge die Ölraffinerie im russischen Saratow. Einen Tag zuvor meldete der ukrainische Generalstab einen Treffer auf eine Eisenbahnbrücke über den Nordkrimkanal im besetzten Teil der Halbinsel nahe dem Ort Wladyslawiwka – einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt in der Region. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 haben die zivilen Opferzahlen auf beiden Seiten durch Angriffe im russischen Hinterland zuletzt zugenommen.

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/fka/news.de/dpa/stg

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