Wladimir Putin: Bericht behauptet - Russen-Militär belügt Kremlchef systematisch

Russlands Militär konnte die Oblast Donezk immer noch nicht erobern - doch Wladimir Putins Generäle berichten dem Kremlchef weiterhin von einer zusammenbrechenden ukrainischen Verteidigung. Experten sprechen von systematischen Lügen.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Wladimir Putin führt seit Februar 2022 Krieg gegen die Ukraine. (Foto) Suche
Wladimir Putin führt seit Februar 2022 Krieg gegen die Ukraine. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Gavriil Grigorov
  • Wladimir Putin glaubt wegen Lügen seines Militärs an Donezk-Eroberung
  • Wladimir Putin malte US-Gesandten ein geschöntes Bild der Frontlage
  • Wladimir Putin fordert eine Kapitulation

Das russische Militär täuscht Wladimir Putin nach Erkenntnissen der US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) systematisch über die tatsächliche Lage an der Front in der Ukraine. Diese Falschinformationen haben weitreichende Konsequenzen: Der Kremlchef lehnt auf Basis einer fiktiven Realität jegliche Zugeständnisse bei den Friedensverhandlungen ab. Die Rückschläge für Wladimir Putin sind derweil nicht zu übersehen.

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Wladimir Putin glaubt wegen Lügen seines Militärs an Donezk-Eroberung

Laut der ISW-Analyse führen die Lügen und Verzerrungen russischer Militärkommandeure auf sämtlichen Ebenen dazu, dass Putin in seiner Überzeugung bestärkt wird, die gesamte Oblast Donezk noch bis Ende 2026 erobern zu können. Kompromisse hält er deshalb für unnötig. Die Realität auf dem Schlachtfeld zeichnet jedoch ein völlig anderes Bild.

Die Zahlen des ISW entlarven Putins Zeitplan als Illusion. Im August 2026 kamen russische Truppen in der Oblast Donezk durchschnittlich nur 2,36 Quadratkilometer pro Tag voran. Bei diesem Tempo würde die Einnahme der verbliebenen 19 Prozent des Gebiets - falls das überhaupt gelingt - bis zum Oktober 2032 dauern - mehr als ein Jahr nach den nächsten Duma-Wahlen im September 2031.

Besonders aufschlussreich ist die Lage an den Festungsgürtel-Städten: Um Kostyantyniwka wird seit Oktober 2025 gekämpft, ohne dass die Stadt nach elf Monaten gefallen wäre. Die weiteren Schlüsselstädte Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka haben russische Truppen nicht einmal erreicht, geschweige denn betreten.

Wladimir Putin malte US-Gesandten ein geschöntes Bild der Frontlage

Am 5. September empfing Putin die Trump-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau. Dabei präsentierte er den amerikanischen Vertretern eine verzerrte Darstellung der militärischen Situation. Kreml-Berater Jurij Uschakow erklärte am Folgetag, Wladimir Putin habe den Gesandten eine umfassende Einschätzung angeblich "bedeutender Fortschritte" entlang der Frontlinie gegeben - eine übertriebene Behauptung, die laut ISW nicht mit der Realität vor Ort übereinstimmt.

Zudem bekräftigte Uschakow, dass Putin an der Erreichung sämtlicher russischer Kriegsziele mit militärischen Mitteln festhalte. Der Kreml bestehe darauf, die sogenannten "Grundursachen" des Konflikts zu adressieren. Eine kremlnahe Quelle hatte bereits vor dem Besuch der US-Gesandten erklärt, ein Friedensabkommen werde es erst geben, wenn russische Truppen die gesamte Oblast Donezk unter Kontrolle gebracht hätten. Wladimir Putin sei überzeugt, dieses Ziel bis Ende 2026 erreichen zu können.

Wladimir Putin fordert eine Kapitulation

Wladimir Putins Forderungskatalog, den er bereits am 14. Juni 2024 formulierte, lässt keinen Spielraum für Verhandlungen. Der Kremlchef verlangt den vollständigen Abzug ukrainischer Truppen aus den Oblasts Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson - einschließlich Gebieten, die Russland selbst gar nicht kontrolliert.

Darüber hinaus fordert Moskau die Entmilitarisierung und "Entnazifizierung" der Ukraine. Hinter letzterem Begriff verbirgt sich laut ISW nichts anderes als der Sturz der gewählten ukrainischen Regierung und deren Ersetzung durch ein pro-russisches Regime. Außerdem müsse die Ukraine dauerhaft neutral bleiben und dürfe der Nato unter keinen Umständen beitreten.

Uschakows Äußerungen nach dem Treffen mit den US-Gesandten bestätigen laut der Analyse, dass der Kreml an diesen Maximalforderungen ohne jede Abstriche festhält. Russische Offizielle verweisen dabei regelmäßig auf Putins Rede von 2024.

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