"Operation Vivaldi": Putins Ziel durchkreuzt - Kampfroboter löschen Russen-Soldaten aus

Die "Operation Vivaldi" setzt Putins Truppen zu. Während der Offensive kamen Kampfroboter zum Einsatz. Diese töteten nach ukrainischen Angaben über 800 feindliche Soldaten. Ein Genral sieht das Ziel des Kremlchefs gefährdet.

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"Operation Vivaldi" setzt Putins Truppen unter Druck. (Foto) Suche
"Operation Vivaldi" setzt Putins Truppen unter Druck. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Mikhail Metzel
  • Ukrainische "Operation Vivaldi" durchkreuzt Russlands Truppen
  • Kampfroboter sollen über 800 Putin-Soldaten ausgeschaltet haben
  • General sieht Putins Donbas-Ziel in weiter Ferne gerückt

In der Donbass-Region hat die ukrainische Armee mit der bislang geheim gehaltenen "Operation Vivaldi" militärisches Neuland betreten. Der kombinierte Einsatz von schweren Bomberdrohnen und unbemannten Bodenrobotern fügte den russischen Truppen schwere Verluste zu und durchbrach den seit Monaten festgefahrenen Stellungskrieg. Putins Ziel, die Region einzunehmen, wurde somit durchkreuzt.

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Ukraine-Krieg aktuell - "Operation Vivaldi" in Gange

Die nach Antonio Vivaldis Violinkonzert "Die vier Jahreszeiten" benannte Gegenoffensive wurde nach monatelanger Vorbereitung über vier Phasen angelegt. Die erste Phase startete Ende Mai, die zweite Anfang September. Zuvor seien die russischen Truppen gezielt in eine Falle gelockt worden, erklärte Sicherheitsexperte Frank Umbach gegenüber "n-tv". In der ersten Phase wurden 

 

Roboter an Ukraine-Front

Kernstück der Offensive ist das weltweite Debüt eines luftgestützten Bodenroboter-Einsatzes durch das ukrainische 3. Armeekorps unter Brigadegeneral Andrij Bilezkyj. Schwere Bomberdrohnen transportierten die mit Sprengstoff und Kameras ausgestatteten "Gryphon"-Bodenroboter (Einheit NSI-13) mehr als zehn Kilometer tief hinter die feindlichen Linien, berichtet der General auf Telegram. Die unbemannten Maschinen rückten der eigenen Infanterie voraus, rollten eigenständig durch die gegnerischen Stellungen und leiteten die Angriffe ein. Die Roboter hatten einen taktischen Vorteil. Besonders im Schutz der Dunkelheit lösten die Roboter erhebliche Panik unter den unvorbereiteten russischen Soldaten aus. Zusätzlich wurden Drohnen eingesetzt, um gegnerische Nachschublinien zu unterbrechen und Minengürtel zu verlegen, was den russischen Vormarsch effektiv stoppte.

 

Hohe Verluste für Putin – Bodenroboter schalten Putin-Soldaten aus

Laut Brigadegeneral Bilezkyj wurden allein in der zweiten Phase der Operation mehr als 800 russische Soldaten getötet. Die Gesamtverluste beziffert er auf über 3.000 Mann. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig bestätigen. Nach Angaben des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) konnte die Ukraine im Rahmen der Operation mindestens 125 Quadratkilometer nördlich von Lyman zurückerobern. Dabei kamen erstmals seit Langem auch wieder gepanzerte Fahrzeuge zum Einsatz. Damit kehrt die Ukraine vom rein drohnengestützten Stellungsgefecht ab.

Lügen der russischen Armee begünstigen Offensive-Erfolg

Frank Umbach betont, dass es sich um eine "historisch erstmalige Operation" im Rahmen eines Gefechts der verbundenen Waffen handelt. Sie läutete eine "völlig neue Kriegsführung" ein und diente als Blaupause, auch wenn sich der Feind künftig darauf einstellen könnte. Laut Umbach wurden die aufrückenden russischen Truppen umzingelt und vernichtet. Zudem wurde die russische Drohneneinheit "Rubikon" aufgerieben und die logistische Versorgung der Russen schwer getroffen. Ukrainische Einheiten erzielten besonders in Lyman mit den Robotern Gegenschläge. Die Lügen der russischen Armee sollen laut Militärbloggern "ukrainische Erfolge nördlich und nordöstlich von Lyman" begünstigen. Darüber berichtete das ISW.

General prognostiziert - Putin vom Donbas-Sieg "weiter entfernt"

Der Militärexperte Gustav Gressel stellte laut dem "Tagesspiegel" fest, dass das zentrale russische Ziel für 2026 – die Einkesselung des ukrainischen "Festungsgürtels" u. a. in Slowjansk im Donbass – in diesem Jahr nicht mehr realistisch ist. Moskau könnte damit unter Druck geraten sein. Nach Angaben des australischen Generals Mick Ryan im Podcast "Frontline" sei Putin vom Sieg im Donbass "weiter entfernt".

Ob die "Operation Vivaldi" die Gesamtlage an der Front dauerhaft verändert, bleibt abzuwarten. Philip Ingram, ehemaliger hochrangiger britischer Militärgeheimdienstoffizier, glaubt im Podcast "Frontline", wenn die Ukrainer es schaffen, durch die logistische Unterstützung, dranzubleiben, können sie beginnen, die Russen in den folgenden Phasen der Operation einzukesseln und sie aus ihren Verteidigungspositionen zu locken. Die Versorgungslinien sollten nicht "zu weit ausgedehnt" werden, damit die Russen das nicht ausnutzen, um die Ukrainer zurückzudrängen. Klar ist jedoch, dass der taktische und operative Erfolg der Ukraine die russische Offensive im Donbass vorerst gestoppt hat.

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