Wladimir Putin: Rätselhafter Stotter-Auftritt – Kremlchef wirkt verwirrt vor Reportern

Wladimir Putin reagiert auf den massiven Drohnenangriff auf Moskau mit scharfen Worten. Bei einem Auftritt in St. Petersburg sorgte der Kremlchef jedoch vor allem mit seinem stockenden Redefluss für Aufmerksamkeit.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Wladimir Putin wirkte bei einer Pressekonferenz teilweise verwirrt. (Foto) Suche
Wladimir Putin wirkte bei einer Pressekonferenz teilweise verwirrt. Bild: picture alliance/dpa/AP | Dmitri Lovetsky
  • Ukraine führt massiven Drohnenangriff auf Russland durch
  • Bei Auftritt vor Journalisten gerät Putin mehrfach ins Stocken
  • Wladimir Putin kündigte Vergeltung an und zeigte sich teilweise verwirrt

Nach dem bislang größten ukrainischen Drohnenangriff auf Moskau muss Wladimir Putin Stellung beziehen. Bei einem Auftritt vor Journalisten in St. Petersburg geriet der Kremlchef mehrfach ins Stocken und wirkte teilweise verwirrt. Gleichzeitig kündigte Putin Vergeltung an, ließ aber auch eine Fortsetzung der Verhandlungen mit der Ukraine offen.

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Massiver Drohnenangriff auf Moskau setzt Putin unter Druck

In der Nacht vom 19. auf den 20. September griff die Ukraine Moskau und die umliegende Region mit einer ungewöhnlich großen Zahl an Drohnen an. Der Angriff fiel mit dem letzten Tag der russischen Parlamentswahl zusammen. Russische Behörden sprachen von mehr als 1.600 Drohnen, die seit dem Vortag abgefangen worden seien, darunter rund 450 auf dem Weg in Richtung Moskau. Nach Angaben russischer Behörden wurden bei den Angriffen mehrere Menschen getötet und verletzt. Zudem wurde die Moskauer Ölraffinerie von Gazprom Neft getroffen. Nach Angaben von Reuters musste die Anlage ihre Rohölverarbeitung anschließend einstellen; mehrere zentrale Produktionseinheiten waren beschädigt. Die Ukraine äußerte sich zu den Angriffen auf russische Infrastruktur als Teil ihrer Kampagne gegen für den Krieg relevante wirtschaftliche Ziele. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die getroffenen Einrichtungen würden erhebliche Einnahmen erwirtschaften, die Russlands Kriegsführung mitfinanzierten.

"Sind das etwa Spielereien, Kinderspiele?" Kremlchef stottert vor Reportern

Bei seinem Gespräch mit Journalisten in St. Petersburg reagierte Putin auf den Angriff mit scharfen Worten. Er warf der Ukraine vor, die Eskalation voranzutreiben, und kündigte weitere russische Reaktionen an. "Die haben damit angefangen. Überall, an jeder Front. Sind das etwa Spielereien, Kinderspiele?", fragte der russische Präsident. Die Ukraine müsse die russischen Vergeltungsschläge zu spüren bekommen, sagte Putin. Russland werde entsprechend reagieren und sich nicht durch die ukrainischen Angriffe zu einem gewünschten Ergebnis drängen lassen. Der Kremlchef stellte die russischen Gegenschläge zugleich als bereits besonders wirksam dar. Nach seiner Darstellung habe der Druck dazu geführt, dass die Ukraine wieder stärker über Verhandlungen spreche.

Trotz der scharfen Rhetorik schloss Putin eine Wiederaufnahme der Gespräche nicht aus. Die Vorschläge für eine politische Lösung lägen weiterhin auf dem Tisch. "Die sind alle auf dem Tisch. Das ist alles möglich", sagte der russische Präsident. Unmittelbar danach schränkte er diese Aussage allerdings ein: "Aber nach allem, was sie getan haben, werden wir noch sorgfältig darüber nachdenken müssen, was wir als Antwort tun müssen."

Wladimir Putin gerät vor Journalisten mehrfach ins Stocken

Für Aufmerksamkeit sorgte nicht nur der Inhalt seiner Aussagen. Der "Daily Beast" beschrieb Putins Auftritt als ungewöhnlich fahrig. Der 73-Jährige wirkte sichtlich verwirrt, geriet wiederholt ins Stocken und verlor mehrfach den Faden.

Besonders auffällig war eine Passage über ukrainische Angriffe auf die Lagerhäuser der russischen Onlinehändler Ozon und Wildberries. "Angriffe auf Lagerhäuser von Wildberries oder Ozon – was soll das? Was ist der Sinn?", fragte Putin vor den Journalisten. Anschließend erklärte er, Russland habe nach solchen Angriffen begonnen, auf jede einzelne Attacke zu reagieren. Die Angriffe auf die Logistikinfrastruktur der beiden großen russischen Onlinehändler sind Teil einer breiteren ukrainischen Kampagne gegen wirtschaftliche und logistische Ziele in Russland. Ozon hatte beispielsweise nach einem Drohnenangriff auf ein großes Logistikzentrum in der Region Saratow zeitweise Lieferungen und Bestellungen aus der Region ausgesetzt. Putin stellte die Lagerhäuser als zivile Objekte dar und hinterfragte ihren militärischen Nutzen als Angriffsziel. Gleichzeitig erklärte er, Russland habe seine eigene Reaktion auf solche Angriffe angepasst.

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