Wladimir Solowjow: Putin-Propagandist verhöhnt Trump – und spricht plötzlich von "Vernichtung"
Die Rede von Donald Trump vor der UN-Generalversammlung wird im russischen Staatsfernsehen regelrecht auseinandergenommen. Doch bei Spott über den US-Präsidenten bleibt es nicht: Propagandist Wladimir Solowjow und sein Studiogast sprechen plötzlich von "westlichen Feinden".
Von news.de-Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Wladimir Solowjow zerlegt Donald Trump im russischen Staatsfernsehen
- Studiogast spricht von "westlichen Feinden" statt von Partnern
- Mit Feinden müsse man nicht reden, "man muss sie vernichten"
Donald Trumps Rede vor der UN-Generalversammlung sorgt nicht nur im Westen für Diskussionen. Auch im russischen Staatsfernsehen wurde der Auftritt des US-Präsidenten ausführlich seziert – allerdings mit reichlich Spott. Besonders Wladimir Solowjow ließ kaum ein gutes Haar an Trump, bevor die Sendung eine weitaus brisantere Wendung nahm: Plötzlich war nicht mehr nur vom US-Präsidenten die Rede, sondern von "westlichen Feinden", die man laut Solowjow "vernichten" müsse.
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Die Aussagen stammen aus der russischen Fernsehsendung "Sunday Evening With Vladimir Solovyov". Einen Mitschnitt hat die Kreml-Kritikerin Julia Davis mit englischen Untertiteln auf YouTube veröffentlicht.
"Ich habe Trump nicht wiedererkannt": Wladimir Solowjow zerlegt UN-Rede des US-Präsidenten
Donald Trump hatte am 22. September 2026 vor der UN-Generalversammlung in New York gesprochen. In seiner rund 37-minütigen Rede verteidigte der US-Präsident unter anderem sein Vorgehen gegen Iran, kritisierte die Vereinten Nationen und sprach über den Krieg in der Ukraine. Im Fall Iran stellte Trump einen möglichen Deal in Aussicht, drohte zugleich aber mit einer Vernichtung der Islamischen Republik, sollte keine Einigung zustande kommen. Im russischen Staatsfernsehen stieß der Auftritt offenbar auf wenig Begeisterung. Wladimir Solowjow bezeichnete Trumps Rede als eine Ansammlung von Unsinn und warf dem US-Präsidenten vor, unvorbereitet gewesen zu sein. "Das klang wie eine Ansammlung gewohnter Phrasen und Drohungen", so der Putin-Propagandist.
Besonders die Aussagen zum Iran nahm der Moderator ins Visier. Trump hatte erklärt, er stehe vor der Entscheidung, ob ein Deal mit Teheran zustande komme oder die Islamische Republik "annihiliert" werde. Solowjow stellte Trumps Darstellung des Konflikts infrage und verwies darauf, dass sich aus der Perspektive des Rednerpults vieles behaupten lasse. Sein Gesamturteil über Trumps Auftritt fiel vernichtend aus. Die Rede sei die schwächste gewesen, an die er sich erinnern könne. "Er hat sich wiederholt, ist immer wieder zum selben Punkt zurückgekehrt." Schließlich erklärte Solowjow sogar: "Ich habe Trump nicht wiedererkannt."
"Lahme Ente!" Kreml-Propagandist verhöhnt Trump
Auch Politikwissenschaftler Dmitri Jewstafijewsparte nicht mit Spott über den US-Präsidenten. Trump sei eine "lahme Ente", die nach den kommenden Wahlen sogar zur "beinlosen" werden könne. Damit spielte der Studiogast auf die politische Handlungsfähigkeit Trumps und die innenpolitischen Rahmenbedingungen in den USA an. Nach Ansicht des Gesprächspartners habe der US-Präsident bereits jetzt einen Teil seiner politischen Bewegungsfreiheit eingebüßt. Jewstafijew kritisierte auch die UN-Generalversammlung selbst. Die Organisation, die vor mehr als 80 Jahren als Teil einer internationalen Sicherheitsordnung geschaffen worden sei, habe sich laut ihm zu einer "Propagandabühne für nicht besonders hochkarätiges Stand-up" entwickelt. Trumps gesamte Rede lasse sich auf ein Wort reduzieren: PR. "Was steckte in dieser Rede außer PR? Und die PR war auch noch mittelmäßig", sagte der Wissenschaftler.
"Es gibt keine westlichen Partner. Es gibt westliche Feinde"
Nach der Abrechnung mit Trump wechselte die Diskussion vom US-Präsidenten auf die grundsätzliche Haltung Russlands gegenüber dem Westen. Dabei fielen Aussagen, die weit über eine Kritik an Trumps UN-Rede hinausgingen. Solowjow erklärte: "Uns ist der Ausgang der Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten und den Europäern tatsächlich gleichgültig, weil wir in ihnen keine Verhandlungspartner sehen." Nach Darstellung des Moderators glaube Russland nicht daran, dass westliche Staaten aufrichtig verhandelten oder sich später an mögliche Vereinbarungen hielten. Dabei erwähnte Solowjow auch die zahlreichen diplomatischen Gespräche, die der russische Außenminister Sergej Lawrow während der UN-Generalversammlung führen sollte. Lawrow nahm in New York tatsächlich an zahlreichen bilateralen Gesprächen teil. Die von Solowjow beschriebene Haltung gegenüber westlichen Gesprächspartnern steht dabei im deutlichen Kontrast zu seinem gleichzeitig erwähnten Wunsch nach Kontakten mit Staaten, mit denen Moskau eine "positive Agenda" teile.
Dann verschärfte sich der Wortwechsel noch einmal. Als Solowjow von "westlichen Partnern" sprach, korrigierte ihn sein Studiogast. "Es gibt keine westlichen Partner. Es gibt westliche Feinde." Solowjow stimmte ihm zu. "Feinde, ja. Alles klar. Und was soll man mit ihnen reden – man muss sie vernichten." Die Aussage ist besonders drastisch, weil sie nicht lediglich auf eine Kritik an einzelnen westlichen Regierungen oder an der Politik der USA abzielt. Der Westen wird pauschal als Feind bezeichnet.
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