Wladimir Putin und Lukaschenko: Belarus-Machthaber enthüllt Diktatoren-Streit mit Kreml-Chef

Sowohl Wladimir Putin als auch Alexander Lukaschenko krallen sich seit Jahrzehnten an ihr Präsidentenamt, doch obwohl der Kreml-Chef und sein Amtskollege aus Belarus als enge Verbündete gelten, werden sie sich in einer Frage nicht einig: Wer ist der größere Diktator?

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Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin werden sich nicht einig, wer von beiden der "größere Diktator" ist. (Foto) Suche
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin werden sich nicht einig, wer von beiden der "größere Diktator" ist. Bild: picture alliance/dpa/Pool Reuters | Anastasia Barashkova
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Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der größte Diktator im ganzen Land? Als Antwort auf diese Frage würden sowohl der russische Präsident Wladimir Putin als auch sein belarussischer Amtskollege Alexander Lukaschenko nach eigenen Angaben am liebsten ihren eigenen Namen hören - wer der Gewinner in dem Diktatorenwettstreit ist, hat Lukaschenko nun bei einem Jugendforum in Minsk in Gestalt einer Anekdote preisgegeben, die aufmerken lässt.

Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko streiten, "wer von uns der größere Diktator ist"

Wie "Novaya Gazeta" berichtet, verriet der belarussische Machthaber, der als enger Vertrauter Wladimir Putins gilt. den Teilnehmern des Forums "Jugend. Belarus. Zukunft", dass er und der russische Präsident regelmäßig einen ganz besonderen Wettstreit austragen. "Man sagt, ich sei der letzte Diktator, der letzte Diktator in Europa. Diktator – na gut", so Lukaschenko. "Wladimir Wladimirowitsch Putin und ich streiten oft im Scherz darüber, wer von uns der größere Diktator ist."

Lukaschenko steht seit 1994 an der Spitze von Belarus, Putin lenkt die Geschicke Russlands seit dem Jahr 2000 in wechselnden Ämtern. Beiden wird vorgeworfen, ihre Macht durch fragwürdige demokratische Prozesse abzusichern.

Lukaschenko hat sein Amt satt, doch niemand anderes darf ran

Gleichzeitig betonte der 71-Jährige einmal mehr, dass er eigentlich keine Lust mehr auf das Präsidentenamt habe. Beim selben Auftritt in Minsk richtete er sich direkt an die jungen Zuhörer: "Die einzige Frage ist, ob ihr heute in der Lage seid, das Land zu übernehmen und zusammenzuhalten. Wenn ja, dann legt morgen los. Ehrlich gesagt kann ich noch nicht sagen, dass ihr dazu bereit seid."

Diese Mischung aus Rücktrittsrhetorik und gleichzeitigem Festklammern an der Macht hat inzwischen Tradition. Nach Angaben des unabhängigen belarussischen Mediums "Zerkalo" hat Lukaschenko in den vergangenen sechs Jahren mindestens 20 Mal erklärt, die Präsidentschaft habe er satt. Einen ernsthaften Übergang der Macht leitete er dennoch nie ein.

Alexander Lukaschenko erklärt sich selbst zum Diktator - was steckt dahinter?

Den Ursprung seines Diktator-Images verortet Lukaschenko in der Zeit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Damals habe er sich geweigert, der Abrüstung des belarussischen Atomwaffenarsenals zuzustimmen, und sich damit gegen die gesamte "zivilisierte Welt" gestellt. Auch seine Haltung zum Ukraine-Konflikt sowie der Bau eines Atomkraftwerks hätten zu diesem Etikett beigetragen.

Mit Blick auf die Massenproteste nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2020 warnte er die jungen Forumsteilnehmer vor einer Abkehr von Russland. "Wenn das gelungen wäre, hätten wir jetzt das, was in der Ukraine passiert", so der belarussische Machthaber. Eine engere Westbindung hätte Belarus demnach in eine vergleichbare Konfliktsituation gestürzt.

Putin-Vertrauter reißt Witze, während die EU sein Land weiter unter Druck setzt

Während Lukaschenko auf der Bühne in Minsk scherzt, bleibt der Ton aus Brüssel unverändert hart. Die Europäische Union hat ihre Sanktionen gegen Belarus bis Februar 2027 verlängert – ein Ende der Strafmaßnahmen ist nicht in Sicht.

Litauens Außenminister Kęstutis Budrys machte gegenüber "Reuters" deutlich, dass es aus seiner Sicht keinen Anlass für eine Lockerung gebe. "Wir sehen keine Gründe, warum unsere Position gegenüber Belarus weicher werden sollte, da Belarus sein Verhalten nicht ändert", erklärte er. Die Strategie sei klar: "Auf unserer Seite müssen wir sehr genau sein und das fortsetzen, was funktioniert – und das ist der Druck auf das Regime."

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/news.de/stg

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