Ukraine-Krieg aktuell: Neue Befehle für Putin-Soldaten - Kreml-Chef ändert Kriegsführung
Für seine Soldaten im Ukraine-Krieg hat sich Wladimir Putin eine neue Angriffstaktik ausgedacht. Auch bei seiner Ausrüstung muss der Kreml-Chef umdenken, denn Panzer sind längst nicht mehr das Mittel der Wahl.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Wladimir Putin ändert Taktik im Ukraine-Krieg
- Russische Soldaten erhalten neuen Angriffsbefehl
- Kreml-Chef setzt auf Drohnen statt Panzer - Kriegsführung nimmt neue Richtung
Viereinhalb Jahre nach Beginn seiner "militärischen Spezialoperation" in der Ukraine hat Wladimir Putin die Angriffsstrategie für die russische Armee grundlegend umgestellt. Wie der Sprecher der ukrainischen Einsatzgruppe, Viktor Trehubov, am 20. September erklärte, rücken russische Soldaten mittlerweile nur noch in winzigen Gruppen oder sogar einzeln vor. Ziel ist es, die sogenannte "Kill Zone" zwischen Hinterland und Frontlinie lebend zu durchqueren.
Wladimir Putin ändert Angriffsstrategie im Ukraine-Krieg
Diese tödliche Zone erstreckt sich dem von "Kyiv Independent" zitierten Trehubov zufolge über eine Tiefe von bis zu 20 Kilometern. Der Vormarsch durch diesen Abschnitt sei gefährlicher als je zuvor, da beide Kriegsparteien ihre Drohnenfähigkeiten massiv ausgebaut hätten. Russische Kommandeure verringerten deshalb kontinuierlich die Truppenstärke bei Angriffen an der nordöstlichen Front, um den feindlichen Drohnen möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten.
Putins Soldaten erhalten neuen Angriffsbefehl - große Truppen sind passé
Die Taktik folgt einem klaren Muster: Soldaten, die es durch die "Kill Zone" schaffen, suchen sich Deckung und harren dort aus. Sie warten, bis weitere Kameraden den gefährlichen Abschnitt ebenfalls überwunden haben. Erst dann formieren sich die verstreut eingetroffenen Kämpfer zu organisierten Gruppen, um den eigentlichen Sturmangriff auf feindliche Stellungen zu planen und durchzuführen.
Wie Trehubov gegenüber der ukrainischen Nachrichtenagentur "Ukrinform" erläuterte, reduziere Russland die Zahl der Soldaten pro Angriffsversuch stetig weiter. Der Grund: Kleinere Gruppen sind für Aufklärungsdrohnen deutlich schwerer zu entdecken. Dieses Kalkül gilt dabei für beide Seiten des Konflikts – auch die ukrainischen Streitkräfte setzen auf möglichst kleine Einheiten, um der allgegenwärtigen Drohnenbedrohung zu entgehen.
Drohnen statt Panzer - Wladimir Putin muss im Ukraine-Krieg umdenken
Die massenhafte Verbreitung von Drohnen auf beiden Seiten hat die Kriegsführung in der Ukraine tiefgreifend verändert. Schweres Gerät wie Kampfpanzer ist an der Front kaum noch zu sehen. Wer einen Panzer in die Nähe der vorderen Linien steuert, wird von deutlich günstigeren Drohnen schnell aufgespürt und bekämpft – das Risiko überwiegt den taktischen Nutzen bei Weitem. Wladimir Putin habe den Einsatz von Panzern und anderem schweren Gerät bei Angriffsoperationen deshalb weitgehend eingestellt, so Trehubov. Im ukrainischen Fernsehen brachte er die Entwicklung auf den Punkt: "Unter unseren aktuellen Bedingungen sind Panzer schrittweise nicht nur auf den Rücksitz, sondern in die dritte Reihe gerückt." Drohnen hätten viele der bisherigen Aufgaben von Panzern auf beiden Seiten übernommen.
Putins Panzer sind fast komplett aus dem Ukraine-Krieg verschwunden
Ganz verschwunden sind Panzer allerdings nicht. Trehubov nannte zwei Ausnahmen: Wenn Russland in der Lage sei, eine massive Drohnenunterstützung bereitzustellen, würden vereinzelt noch gepanzerte Fahrzeuge in die "Kill Zone" geschickt. Ebenso kämen Panzer bei Wetterbedingungen zum Einsatz, die den Flug ukrainischer Drohnen unmöglich machten – etwa bei starkem Regen oder dichtem Nebel. Dass der Panzer seine einstige Schlüsselrolle verloren hat, bestätigen auch ukrainische Einheiten. Mechanisierte Brigaden der Ukraine berichteten im Frühjahr gegenüber dem "Kyiv Independent", dass ihre Panzerbesatzungen in der aktuellen, von Drohnen dominierten Kriegsphase nur noch selten zum Einsatz kommen. Die Entwicklung betrifft somit beide Seiten gleichermaßen.
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loc/news.de/stg
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