Ramsan Kadyrow: Dieses Wahlergebnis lässt sogar Wladimir Putin blass aussehen

Von einem Wahlergebnis, wie es Ramsan Kadyrow eingefahren haben will, träumen Politiker weltweit: Angeblich verfehlte Wladimir Putins "Bluthund" in Tschetschenien 100 Prozent Wählerzuspruch nur um Haaresbreite.

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Seit mehr als 20 Jahren herrscht Ramsan Kadyrow mit Gewalt in Russlands Unruheregion Tschetschenien. Aber bei seiner Wiederwahl verfehlt er 100 Prozent Zustimmung angeblich nur knapp. (Foto) Suche
Seit mehr als 20 Jahren herrscht Ramsan Kadyrow mit Gewalt in Russlands Unruheregion Tschetschenien. Aber bei seiner Wiederwahl verfehlt er 100 Prozent Zustimmung angeblich nur knapp. Bild: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa/dpa
  • Ramsan Kadyrow übertrumpft Wladimir Putin mit Wahlergebnis
  • Tschetschenenführer mit 99,85 Prozent wiedergewählt laut Wahlbehörde
  • Putins Bluthund verfehlt 100 Prozent Wählerstimmen nur knapp

Ramsan Kadyrow hat sich erneut als Oberhaupt der russischen Teilrepublik Tschetschenien bestätigen lassen – mit einem Ergebnis, das einige Fragen aufwirft: Satte 99,85 Prozent der Stimmen entfielen laut Wahlbehörde auf den 49-Jährigen. Damit übertraf Kadyrow, der oft als "Wladimir Putins Bluthund" tituliert wird, sogar sein Resultat von 2021, als er 99,73 Prozent erreichte, wie die staatliche Nachrichtenagentur "Tass" berichtete.

Ramsan Kadyrow schrammt knapp an 100-Prozent-Wahlergebnis vorbei

Die Abstimmung in der nordkaukasischen Region fand im Rahmen der russischen Regionalwahlen am Wochenende vom 18. bis 20. September statt, bei denen in insgesamt acht Gebieten Gouverneure oder Republikoberhäupter direkt gewählt wurden. Die 100-Prozent-Marke verfehlte Kadyrow damit nur um Haaresbreite.

Ramsan Kadyrow bleibt Tschetschenenführer und setzt Herrschaft mit eiserner Faust fort

Kadyrow regiert die als unruhig geltende Kaukasusrepublik seit über zwei Dekaden mit diktatorischen Mitteln. Möglich macht das vor allem die Rückendeckung aus dem Kreml: Russlands Präsident Wladimir Putin stützt den Machthaber seit Langem. Was das für die Bevölkerung bedeutet, haben Menschenrechtsorganisationen ausführlich dokumentiert – die Bilanz ist verheerend. Bürgerrechtler verzeichneten schwerste Übergriffe auf die Grundrechte der Menschen in Tschetschenien sowie gezielte Tötungen von Regimekritikern. Freie politische Opposition existiert in der Teilrepublik faktisch nicht, was Wahlergebnisse jenseits der 99-Prozent-Marke wenig überraschend erscheinen lässt.

Wie krank ist Ramsan Kadyrow? Putin-Scherge zwischen Dynastieplanung und Krankheitsgerüchten

Seit geraumer Zeit kursieren Berichte über angeblich ernsthafte gesundheitliche Probleme des tschetschenischen Machthabers. Welche Erkrankungen genau im Raum stehen, bleibt unklar – doch die Spekulationen reißen nicht ab. Kadyrow selbst scheint derweil bereits an der Zeit nach seiner Herrschaft zu arbeiten: Seinen Sohn Adam, gerade einmal 18 Jahre alt, positioniert er zunehmend öffentlich als potenziellen Thronfolger. Die Nachfolgefrage in Tschetschenien könnte damit zur Familienangelegenheit werden – ganz im Sinne einer Dynastie, die ihre Macht über Generationen hinweg zu sichern versucht.

Wahlergebnis von Ramsan Kadyrow stellt bei Russland-Wahlen alles in den Schatten

Zeitgleich mit der tschetschenischen Abstimmung wurden auch in sieben weiteren russischen Regionen Gouverneure oder Oberhäupter bestimmt. Die Resultate dort fielen deutlich bescheidener aus. Im Gebiet Belgorod, das unmittelbar an die Ukraine grenzt und besonders stark unter den Folgen des Krieges leidet, erhielt der erst 2025 vom Kreml eingesetzte Gouverneur Alexander Schuwajew offiziell 65,9 Prozent. Sein Amtskollege Jegor Kowaltschuk im ebenfalls grenznahen Gebiet Brjansk kam vorläufigen Angaben zufolge auf rund 69 Prozent. Verglichen mit Kadyrows nahezu perfektem Ergebnis wirken selbst diese kremlfreundlichen Resultate geradezu bescheiden.

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/news.de/dpa/stg

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