Wladimir Putin: Kriegsdrohung gegen Nato-Staat – russisches Staatsmedium rudert plötzlich zurück
Die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA Novosti veröffentlichte einen Beitrag, der Litauen offen mit einer "blitzschnellen" militärischen Operation und dem Einsatz nuklearer Sprengköpfe drohte, bevor er wieder gelöscht wurde. Wladimir Putin sah sich gezwungen, öffentlich zurückzurudern.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- RIA Novosti veröffentlichte Kolumne, in der ein möglicher russischer Angriff auf Nato-Staat Litauen angekündigt wurde
- Der Text wurde wenige Stunden später gelöscht und die Nachrichtenagentur distanzierte sich vom Inhalt
- Wladimir Putin dementierte Vorbereitungen für Konflikt mit Europa
Ein Beitrag der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti sorgte am Freitag (25.09.2026) für Aufsehen: In einer inzwischen gelöschten Kolumne wurde eine mögliche russische "Spezialoperation" gegen Nato-Mitglied Litauen angekündigt – inklusive eines möglichen Atomschlags. Nach wenigen Stunden entfernte die Agentur den Text und distanzierte sich ausdrücklich von dessen Inhalt. Kremlchef Wladimir Putin erklärte zudem, dass Russland keinen Konflikt mit Europa vorbereite.
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Litauen droht ageblich "blitzschnelle" Attacke
Verfasst wurde der Beitrag von Alexander Nosovich, einem freien Autor der Nachrichtenagentur. Er erklärte in seinem Text, die Operation werde "sehr kurz sein". Russland könne sogar "auf den Einsatz von Bodentruppen verzichten" und stattdessen ausschließlich "Raketen mit den entsprechenden Sprengköpfen" einsetzen. "Die Lösung ist nicht nur schnell, sie ist blitzschnell", hieß es in dem Beitrag.
Nosovich bezeichnete Litauen als "selbstmörderischen Staat ohne jeglichen Verstand", als "nützlichen Idioten" und als "kleinen, aber stolzen Kamikaze" in Russlands Nachbarschaft. Er zog direkte Parallelen zur Ukraine und unterstellte dem Westen, Litauen gezielt als Werkzeug gegen Russland aufzubauen. Europäische Staaten würden darauf drängen, "nicht-konventionelle Waffen an Russlands Grenzen" zu verlegen, und hätten nun ein Land gefunden, das bereit sei, "zu einem Nuklearwaffenlager zu werden".
Verfassungsänderung in Litauen als Auslöser
Anlass für den aggressiven Beitrag war eine Entscheidung des litauischen Parlaments, das Verbot der Stationierung von Atomwaffen auf eigenem Territorium per Verfassungsänderung aufzuheben. Litauen versteht diesen Schritt als Abschreckungsmaßnahme gegen eine mögliche russische Aggression. Präsident Gitanas Nausėda betonte dabei, dass Vilnius kurzfristig keine Nuklearwaffen stationieren wolle – die Gesetzesänderung solle jedoch Handlungsspielraum schaffen, falls sich die sicherheitspolitische Lage verschärfe.
Bemerkenswert ist, dass Polen rund einen Monat zuvor überraschend von einer Stationierung von Atomwaffen auf seinem Gebiet Abstand genommen hatte. Warschau hatte sich jahrelang um die Übernahme amerikanischer Nuklearbestände aus Deutschland bemüht. Auf einem Nato-Verteidigungsministertreffen erklärte der polnische Vertreter dann jedoch ohne erkennbaren Anlass, sein Land wolle keine atomaren Sprengköpfe beherbergen.
RIA Novosti und Putin distanzieren sich
Die Nachrichtenagentur ging nach der Löschung auf Distanz zu dem Beitrag. Der Text entspreche "nicht der Meinung der Redaktion, der redaktionellen Politik und der staatlichen Politik der Russischen Föderation", erklärte RIA Novosti. Auch Kremlchef Wladimir Putin schaltete sich persönlich ein und wies jegliche Angriffspläne gegen europäische Nato-Mitglieder zurück. Russland bereite sich "nicht auf irgendeine Art von Kampf mit Europa" vor, stellte er klar.
Dass sich sowohl die Agentur als auch der Kremlchef genötigt sahen, den Inhalt öffentlich zu dementieren, unterstreicht die Brisanz des Vorfalls. RIA Novosti gilt als eines der wichtigsten Sprachrohre des Kremls. Der Beitrag war mehrere Stunden lang auf der Seite der staatlichen Agentur abrufbar, bevor er entfernt wurde – eine archivierte Version blieb jedoch im Netz bestehen.
Moskaus Drohgebärden sprechen eine andere Sprache
Putins beschwichtigende Worte stehen jedoch im Widerspruch zu einer Reihe bedrohlicher Signale aus Moskau. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte zuletzt unmissverständlich gedroht, Litauen befinde sich "im Visier" russischer Nuklearwaffen. Der Ton gegenüber dem baltischen Staat hatte sich in den vergangenen Wochen merklich verschärft.
Darüber hinaus berichtete das kremlkritische Medium "Volya", dass das russische Verteidigungsministerium plane, bis zum Herbst in zivilen Krankenhäusern entlang der Nato-Grenze zusätzliche 16.000 Betten für verwundete Soldaten einzurichten. Eine solche Maßnahme wäre ungewöhnlich, wenn Russland tatsächlich keinerlei militärische Konfrontation mit dem westlichen Bündnis in Betracht zöge.
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bua/news.de/stg
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