Wladimir Solowjow: "Werden sie einfach verprügeln müssen" – Putin-Propagandist verhöhnt Nato-Staaten
Wladimir Solowjow macht sich im russischen Staatsfernsehen über die Verteidigungsfähigkeit von Nato-Staaten lustig. Doch dann spricht der Kreml-Propagandist über ein mögliches militärisches Vorgehen am Suwałki-Korridor.
Von news.de-Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Kreml-Propagandist Solowjow verspottet die Verteidigungsbemühungen von Polen und Estland
- In der TV-Runde wird ein mögliches Vorgehen am Suwałki-Korridor diskutiert
- Das Portal Nexta verbreitet einen Ausschnitt der Sendung mit englischen Untertiteln
Im russischen Staatsfernsehen haben Kreml-Propagandist Wladimir Solowjow und seine Gäste die Verteidigungsbemühungen einiger Nato-Staaten offen verhöhnt. Besonders fragwürdig: Sie haben dabei auch konkrete militärische Angriffsszenarien durchgespielt.
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"Drei Scharfschützen und ein estnisches Orchester": Wladimir Solowjow verhöhnt Nato-Staaten
In der Runde wurde nicht nur über den schleppenden Ausbau von Grenzbefestigungen und Bunkern in den Nachbarländern gespottet. Die Diskussion mündete in detaillierte Überlegungen zu einer möglichen Blockade des Suwałki-Korridors, bei der Solowjow unverhohlen erklärte, man werde die Nachbarstaaten "einfach verpürgeln müssen". Dabei war von Drohnen, Eisenbahntruppen und Spezialkräften sowie von Marineoperationen die Rede.
Jewgeni Buschinski machte sich in der Runde gezielt über die Rüstungsanstrengungen der russischen Nachbarstaaten lustig. Polen habe sich verpflichtet, bis Ende des kommenden Jahres einen großen Grenzzaun zu errichten – fertiggestellt sei bislang gerade einmal ein Kilometer. Estland, das laut Buschinski ja angeblich als erstes Land von einem russischen Angriff bedroht sein müsste, habe von 600 geplanten Bunkern bisher lediglich 27 gebaut. Man liege also deutlich hinter dem Zeitplan. "Vielleicht sollten wir warten", schlug Buschinski mit hörbarem Sarkasmus vor. Solowjow stimmte zu – und legte nach: Auf die Frage, wen die Nachbarländer denn zur Verteidigung aufbieten würden, höhnte er: "Drei Scharfschützen und wie immer ein estnisches Orchester, das für sie aufspielt."
"Wir werden sie einfach verprügeln müssen"
Doch bei Spott allein blieb es nicht. Die Runde wandte sich dem strategisch bedeutsamen Suwałki-Korridor zu – jenem nur 65 Kilometer schmalen Landstreifen zwischen Polen und Litauen, der die baltischen Nato-Staaten mit dem Rest des Bündnisses verbindet. Buschinski stellte die rhetorische Frage, wie die Nachbarländer diesen Abschnitt physisch blockieren wollten – für Drohnen sei die Distanz praktisch bedeutungslos.
Als Buschinski mutmaßte, die Gegenseite würde wohl die Eisenbahnstrecke demontieren, wurde Solowjow konkret: "Sobald sie anfangen, das abzubauen, werden wir sie einfach schlagen müssen." Danach würden russische Eisenbahntruppen mit einem Zug einrücken und alles wiederherstellen. Zur Absicherung kämen Spezialkräfte zum Einsatz, ergänzt durch Marineoperationen.
Drohgebärden im Staatsfernsehen erreichen internationales Publikum
Das belarussische Exilmedium "Nexta" verbreitete den Ausschnitt aus Solowjows Sendung auf der Plattform X und versah ihn mit englischen Untertiteln – wodurch die Äußerungen weit über den russischsprachigen Raum hinaus Aufmerksamkeit erlangten. "Nexta" ordnete die Sendung als offene Diskussion eines militärischen Invasionsszenarios ein.
Russian State TV Mocks the Defenses of the Baltic States and Poland — and Discusses a Military Invasion Scenario On Russian federal television, Putin’s chief propagandist Vladimir Solovyov and guests on his show mocked the defensive preparations of Russia’s neighbors. One guest claimed that Poland had built just one kilometer of its border fence, while Estonia had completed only 27 of the 600 planned bunkers. “Who are they going to send? Three snipers and an Estonian orchestra to play for them?” Solovyov sneered. But the mockery didn't stop there. Discussing potential military operations in the region, the guests moved on to specific scenarios involving drones, railway troops backed by special forces, and naval operations. “We'll simply have no choice but to hit them,” Solovyov declared while discussing a possible blockade of the Suwałki Corridor.
— NEXTA (@nexta_tv) October 12, 2026
Der Suwałki-Korridor gilt als eine der verwundbarsten Stellen der Nato-Ostflanke. Der schmale Landstreifen zwischen dem russischen Kaliningrad und Belarus ist die einzige Landverbindung zwischen den baltischen Staaten und dem übrigen Bündnisgebiet. Dass im russischen Staatsfernsehen detaillierte Szenarien zu dessen Einnahme durchgespielt werden – inklusive konkreter Truppengattungen und Einsatzabläufe –, dürfte in den betroffenen Ländern aufmerksam registriert werden.
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bua/gom/news.de
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