Wladimir Solowjow: "Werden sie einfach verprügeln müssen" – Putin-Propagandist verhöhnt Nato-Staaten

Wladimir Solowjow macht sich im russischen Staatsfernsehen über die Verteidigungsfähigkeit von Nato-Staaten lustig. Doch dann spricht der Kreml-Propagandist über ein mögliches militärisches Vorgehen am Suwałki-Korridor.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Wladimir Solowjow verhöhnt im russischen Staatsfernsehen erneut mehrere Nato-Staaten. (Foto) Suche
Wladimir Solowjow verhöhnt im russischen Staatsfernsehen erneut mehrere Nato-Staaten. Bild: picture alliance / dpa | Alexander Shcherbak/Tass/Host Ph
  • Kreml-Propagandist Solowjow verspottet die Verteidigungsbemühungen von Polen und Estland
  • In der TV-Runde wird ein mögliches Vorgehen am Suwałki-Korridor diskutiert
  • Das Portal Nexta verbreitet einen Ausschnitt der Sendung mit englischen Untertiteln

Im russischen Staatsfernsehen haben Kreml-Propagandist Wladimir Solowjow und seine Gäste die Verteidigungsbemühungen einiger Nato-Staaten offen verhöhnt. Besonders fragwürdig: Sie haben dabei auch konkrete militärische Angriffsszenarien durchgespielt.

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"Drei Scharfschützen und ein estnisches Orchester": Wladimir Solowjow verhöhnt Nato-Staaten

In der Runde wurde nicht nur über den schleppenden Ausbau von Grenzbefestigungen und Bunkern in den Nachbarländern gespottet. Die Diskussion mündete in detaillierte Überlegungen zu einer möglichen Blockade des Suwałki-Korridors, bei der Solowjow unverhohlen erklärte, man werde die Nachbarstaaten "einfach verpürgeln müssen". Dabei war von Drohnen, Eisenbahntruppen und Spezialkräften sowie von Marineoperationen die Rede.

Jewgeni Buschinski machte sich in der Runde gezielt über die Rüstungsanstrengungen der russischen Nachbarstaaten lustig. Polen habe sich verpflichtet, bis Ende des kommenden Jahres einen großen Grenzzaun zu errichten – fertiggestellt sei bislang gerade einmal ein Kilometer. Estland, das laut Buschinski ja angeblich als erstes Land von einem russischen Angriff bedroht sein müsste, habe von 600 geplanten Bunkern bisher lediglich 27 gebaut. Man liege also deutlich hinter dem Zeitplan. "Vielleicht sollten wir warten", schlug Buschinski mit hörbarem Sarkasmus vor. Solowjow stimmte zu – und legte nach: Auf die Frage, wen die Nachbarländer denn zur Verteidigung aufbieten würden, höhnte er: "Drei Scharfschützen und wie immer ein estnisches Orchester, das für sie aufspielt."

"Wir werden sie einfach verprügeln müssen"

Doch bei Spott allein blieb es nicht. Die Runde wandte sich dem strategisch bedeutsamen Suwałki-Korridor zu – jenem nur 65 Kilometer schmalen Landstreifen zwischen Polen und Litauen, der die baltischen Nato-Staaten mit dem Rest des Bündnisses verbindet. Buschinski stellte die rhetorische Frage, wie die Nachbarländer diesen Abschnitt physisch blockieren wollten – für Drohnen sei die Distanz praktisch bedeutungslos.

Als Buschinski mutmaßte, die Gegenseite würde wohl die Eisenbahnstrecke demontieren, wurde Solowjow konkret: "Sobald sie anfangen, das abzubauen, werden wir sie einfach schlagen müssen." Danach würden russische Eisenbahntruppen mit einem Zug einrücken und alles wiederherstellen. Zur Absicherung kämen Spezialkräfte zum Einsatz, ergänzt durch Marineoperationen.

Drohgebärden im Staatsfernsehen erreichen internationales Publikum

Das belarussische Exilmedium "Nexta" verbreitete den Ausschnitt aus Solowjows Sendung auf der Plattform X und versah ihn mit englischen Untertiteln – wodurch die Äußerungen weit über den russischsprachigen Raum hinaus Aufmerksamkeit erlangten. "Nexta" ordnete die Sendung als offene Diskussion eines militärischen Invasionsszenarios ein.

Der Suwałki-Korridor gilt als eine der verwundbarsten Stellen der Nato-Ostflanke. Der schmale Landstreifen zwischen dem russischen Kaliningrad und Belarus ist die einzige Landverbindung zwischen den baltischen Staaten und dem übrigen Bündnisgebiet. Dass im russischen Staatsfernsehen detaillierte Szenarien zu dessen Einnahme durchgespielt werden – inklusive konkreter Truppengattungen und Einsatzabläufe –, dürfte in den betroffenen Ländern aufmerksam registriert werden.

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